Abensberg soll fahrradfreundliche Stadt werden

Mobilität spielt in Abensberg im Landkreis Kelheim eine immer größere Rolle. Und dabei gerät das Fahrrad immer mehr in den Fokus. Auch wenn in den Augen des Umwelt- und Energiereferenten Richard Zieglmeier manches reibungsloser und einfacher laufen könnte, hat die Stadt jetzt einen wichtigen Schritt gemacht.
Mit zufriedenem Gesicht sieht Zieglmeier etwa, dass die Stadt mittlerweile regelmäßig beim ADAC-Klimatest mitmache. Dabei können Bürgerinnen und Bürger mitteilen, ob in ihren Augen die Infrastruktur für Fahrräder in der Stadt gut oder schlecht ist. Dass sich Bürgermeister Bernhard Resch persönlich im Arbeitskreis Mobilität des Stadtrats engagiere, sei ein Zeichen, das Fahrradthemen ernst genommen würden.
Jetzt gibt es einen weiteren Schritt in diese Richtung. Zieglmeier teilt im Gespräch mit dieser Zeitung mit, dass die Kommune seit neuestem Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) ist. Der Stadt ist das laut Umweltreferent immerhin einen Jahresbeitrag von 1500 Euro wert. Die Organisation wurde laut einer eigenen Veröffentlichung 2012 mit 38 Mitgliedern gegründet. Inzwischen ist man demnach auf über 140 Mitgliedskommunen gewachsen. Sie würden in diesem großen Netzwerk von den gegenseitigen Erfahrungen bei der Radverkehrsförderung profitieren. Bewährte Umsetzungsbeispiele könnten neue Impulse geben.
Über 70 Städte und Gemeinden
Über 70 Städte, Gemeinden und Landkreise konnten schon als „Fahrradfreundliche Kommunen“ ausgezeichnet werden. Sie hätten zahlreiche Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs umgesetzt und damit die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger deutlich verbessert.
In den kommenden Monaten hat die Mitgliedschaft das noch keine Auswirkung für die Bürgerinnen und Bürger. Zieglmeier kündigt aber an, dass im kommenden Frühjahr eine Abordnung der Organisation bei einer so genannten Vorbereisung der Kommune ihre Aufwartung macht. Die nimmt dann die Stadt in den Fokus - mit dem Blick eines Fahrradfahrers. Kurz gesagt, bekommt Abensberg dann Hausaufgaben, die binnen vier Jahren erledigt werden müssen. Defizite, falls vorhanden, werden aufgezeigt, die behoben werden müssen. Bis zum zweiten Besuch, der vier Jahre danach ansteht, müsse alles geschehen sein, wolle man die Auszeichnung „fahrradfreundliche Stadt“ erhalten.
Beleuchtung ein Pluspunkt auf den Radwegen in Abensberg
Zieglmeier betont, dass Abensberg sehr wohl auf einem guten Weg ist. Ein wichtiger Punkt ist in seinen Augen, dass es bei der Beleuchtung der Fahrradwege deutlich vorangeht. Das sei durchaus auch finanziell ein Kraftakt, koste doch ein Kilometer rund 70.000 Euro. Eigentlich sei man da schon in der Endphase. Der Umweltreferent verweist au die Strecke von Sandharlanden nach Abensberg, die längst mit Lampen versehen ist. Wichtig sei, die Strecke von Offenstetten in den Hauptort zu versorgen. Und da sei der erste Teil vom Ortsteil her bis zum Autohaus im Gewerbegebiet Gaden schon erledigt.

Trotz des grundsätzlichen Lobes von Zieglmeier für seine Heimatstadt in Sachen Verständnis für Fahrradfahrer fällt ihm aber doch noch das eine oder andere Defizit auf: So vermisse er seit langem genügend Fahrradständer vor dem Friedhof an der Aunkofener Straße. „Die Räder stehen da immer wie Kraut und Rüben herum“, beschreibt er es. Das Problem wäre in seinen Augen mit einfachen Fahrradbügeln zu lösen. Er verstehe nicht, warum es bei solch kleinen Themen immer hapere. Er habe das seit Längerem bei der Stadtverwaltung angemahnt.

Unbefriedigend sei außerdem die Situation stadteinwärts an der Regensburger Straße vom Berufsbildungswerk her auf Höhe der Schreinerei Hofbauer. Grundsätzlich wäre hier ein Fahrbahnteiler gut. Denn Radlerinnen und Radler, die in die Stadt wollen, müssen hier die Straßenseite wechseln, sofern sie sich an die Verkehrsregeln halten wollen. Es gibt ab da keinen Radweg mehr. In seinen Augen wären aber auch Piktogramme möglich, die darauf hinweisen, dass Fahrradverkehr in die Straße einmündet. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob diese beiden Mankos eventuell schon beim ersten Besuch der Delegation behoben sind.
Forderung der Arbeitsgemeinschaft
• Wenn Radfahren Spaß machen soll, müssen Radfahrerinnen und Radfahrer den nötigen Platz im öffentlichen Raum bekommen – auf der Fahrbahn, auf Radwegen, in Bussen und Bahnen sowie bei Abstellflächen. Ziel der AG ist es nach eigener Aussage, zu zeigen, dass das Rad ein willkommenes und selbstverständliches Verkehrsmittel ist. Sie stellt ihren Mitgliedern hierfür Infomaterialien, Pressearbeit, eine Internetplattform sowie diverse Kampagnen und Aktionen zur Verfügung. Das Rad müsse als sicheres Verkehrsmittel wahrgenommen werden, nur dann stiegen mehr Menschen aufs Fahrrad um. Man bringe Themen wie „Miteinander im Verkehr“, „Beleuchtung und Sichtbarkeit“ und „Regeln im Radverkehr“ auf die Tagesordnung. Um den Radverkehr voranzubringen, brauche es gemeindeübergreifende Konzepte und Kooperationen. Damit nicht jeder das Rad neu erfinden muss, fördert die AGFK den Austausch von Kommunen zum Thema. Darüber hinaus vernetzt sich die AGFK mit themenverwandten Arbeitskreisen aus anderen Bundesländern und Ländern. Eine umweltfreundliche Nahmobilität trage wesentlich zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Daher gehört es zu den zentralen Anliegen, den Anteil des Rad- und Fußverkehrs zu erhöhen.