Aktion für Herzgesundheit bei Asklepios Klinik in Burglengenfeld war gut besucht

Am Mittwoch postierte sich der riesige feuerrote ehemalige amerikanische Schulbus „Bluebird International 3800“ als Hingucker unübersehbar auf dem Vorplatz der Asklepios Klinik im Städtedreieck. Er wies auf die an diesem Tage stattfindende Info-Kampagne „Herzenssache Lebenszeit“ hin.
Der Bus lenkte die zahlreichen Besucher an die Informationsstände vor dem von außen nostalgisch anmutenden Gefährt, das allerdings völlig entkernt und zu einer Art Vortragsmobil mit High-Tech-Equipement umgebaut wurde.
Herzstiftung war mit vielen Infos präsent
Zunächst präsentierte sich die Deutsche Herzstiftung aus Frankfurt mit einem riesigen Angebot an Informationsbroschüren rund um koronare Herzkrankheiten, Herzinfarkt, Notfall- und Urlaubsratgeber bei Herzerkrankten sowie Tipps zum Erhalt der Herzgesundheit. Karl Bauer, ehrenamtlich tätiger Beauftragter für die Oberpfalz, hatte viele Ratschläge und weitere Informationen zu den Herzwochen parat, die die Stiftung in den Krankenhäusern anbietet. Dabei beließ es aber das Team der Asklepios Klinik im Städtedreieck nicht, denn die Ärzte begrüßten die Interessenten persönlich und stellten sich den Fragen der zumeist älteren Menschen.
In einer Art Behandlungszimmer unter freiem Himmel wurde das Angebot zur Messung des Blutzuckerspiegels, Cholesterinwertes und Blutdrucks rege wahrgenommen. Wer wissen wollte, wie es um seinen Gesundheitszustand steht, konnte Fragebögen zu Diabetes, Herzschwäche und Schlaganfallrisiko ausfüllen. Anhand dieser Selbsteinschätzungen konnte man sich an Ort und Stelle an Oberärztin Paula Loibl wenden, die eine erste Risiko-Einschätzung abgab, aber auch ein bisschen aktive Lebensberatung betrieb.
Einfache Ratschläge wie „Gehen Sie eine halbe Stunde am Tag spazieren“, „Legen Sie einen Veggie Day ein“, „Pflegen Sie soziale Kontakte und trainieren Sie Ihre Muskeln mit den Enkeln im Fitnessstudio“ regten die Besucher durchaus zum Nachdenken an. Loibl wollte nach eigenen Angaben damit die Menschen sensibilisieren. Ihre Botschaft laute ganz einfach: „Lebenszeit verlängern erfordert Handlung“, wie sie es formulierte.

Anschließend lud Neurologin Dorothee Kühnau zu einer Führung durch die Notaufnahme und Schlaganfallstation ein. Sie zeigte die enge Zusammenarbeit der Fachärzte auf und machte deutlich, wie wichtig der Faktor Zeit bei einem Schlaganfall ist. In diesem Zusammenhang erläuterte sie, wie schnell Gehirnzellen unwiederbringlich absterben, was ungefähr nach sechs Minuten ohne Sauerstoffversorgung beginne und pro weiterer Minute einen Verlust von 1,9 Millionen Zellen bedeute. Daher müsse vor allem im ländlichen Raum immer der kürzeste Weg in ein Krankenhaus gewählt werden. Der Transport sollte zudem durch den Rettungsdienst erfolgen, da so im Vorgriff bereits Behandlungskapazitäten im Krankenhaus vorbereitet werden könnten und wertvolle Zeit gespart werde.
Schonende Behandlung
Direkt im Anschluss stellte der Chefarzt der Kardiologie, Dr. Karim Kabir, sein neues Herzkatheterlabor vor. Anschaulich legte er die Funktionsweise des Herzens und die von einem Vorhofflimmern ausgehende Gefahr der Bildung eines Blutgerinnsels dar. Zugleich stellte er neuartige und patientenschonende Behandlungsmethoden vor.
Auch der Chefarzt ging auf den durch den Patienten beeinflussbaren Lebensstil ein, der Risikofaktoren minimieren könne. Das seien vor allem Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Bluthochdruck. Die vielen Rückfragen beantwortete Kabir geduldig, bevor die Besucher noch einen Blick in sein nagelneues Herzkatheterlabor werfen durften.