Nach einem Jahr Modernisierung: Asklepios eröffnete neues Herzkatheter-Labor in Burglengenfeld

Nach einer einjährigen Renovierungszeit wurde am Mittwoch das neue Herzkatheter-Labor an der Asklepios-Klinik im Städtedreieck feierlich eröffnet. Rund 800 000 Euro hat das Krankenhaus investiert und mit neuer hochmoderner Technik das Behandlungsspektrum bei Herzkrankheiten erweitert und verbessert.
Was mit der neuen Azurion-Herzkatheter-Anlage von Philipps alles möglich ist, darüber klärten Dr. Karim Kabir, Chefarzt der Kardiologie, und sein leitender Oberarzt, Dr. Norbert Heinecke, die zahlreich erschienen Ehrengäste, darunter auch mehrere niedergelassene Ärzte, auf.
Keine Raus-Rein-Aktion
Als mit den Planungen vor rund einem Jahr begonnen worden sei, sei man ursprünglich von einer nur kurzen Raus-Rein-Aktion ausgegangen, betonte Asklepios-Geschäftsführerin Karin Hofstetter bei der Begrüßung. Die alte Anlage sollte aus- und die neue eingebaut werden. Doch dann habe man sich entschlossen, auch den Raum zu vergrößern und ihn komplett zu sanieren, einschließlich einer neuen Beleuchtung und neuer Schränke.
Mit der neuen Herzkatheter-Anlage sei es möglich, alle relevanten Herzuntersuchungen sowie verschiedene herz- und gefäßchirurgische Eingriffe sicher und effizient durchzuführen und dadurch eine bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten, so Hofstetter. Zudem seien auch die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter verbessert worden. Hofstetter bezeichnete das neue Herzkatheter-Labor als einen „Meilenstein für das Katheter-Team“, das hier hervorragende Arbeitsbedingungen vorfinde. „Es ist eine Investition in die Gegenwart und in die Zukunft“, so die Geschäftsführerin der Klinik.
Verhärtete Kalkablagerungen können aufgebrochen werden
Chefarzt Karim Kabir erläuterte dann die neue Anlage genauer. So können unter anderem auch verhärtete Kalkablagerungen im Shockwave-Verfahren durch die Abgabe von kurzen Ultrastoßwellen aufgebrochen werden. Im Anschluss könne man das Gefäß öffnen und einen Stent legen. Auch bei der Behandlung von Vorhofflimmern eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten. Man könne im Rahmen einer Kyroablation mittels Ballons, der ins Gefäß eingeführt werde, die Gewebewand mit Stickstoff bei minus 60 Grad behandeln und dadurch ein Vorhofflimmern entfernen.
Auch mittels einer Pulsed-Field-Ablation könnten durch die Abgabe hochenergetischer elektrischer Impulse abnorme Bereiche des Herzgewebes verödet und damit ein Vorhofflimmern behandelt werden. Mit dem neuen Equipment könne das Herz in allen Details dargestellt und Rhythmusstörungen genau lokalisiert werden, wie der Leitende Oberarzt Heinecke anhand von Bildern am riesigen Monitor der Anlage darstellte. Zudem zeichne sich die Azurion-Herzkatheter-Anlage durch eine hohe Bildqualität und strahlungsarmen Einsatz aus.
Man höre immer, dass das Gesundheitswesen zu teuer sei und dass es unklar sei, ob alle Krankenhäuser in Zukunft erhalten werden können, wie der zweite Bürgermeister Josef Gruber (CSU) betonte. Umso erfreulicher sei es, dass in Burglengenfeld schon seit geraumer Zeit ganz andere Schlagzeilen gesetzt würden, fügte er hinzu.
Asklepios hat viel für die Qualität getan
Asklepios stecke nicht nur viel Geld in die Erweiterung der Klinik. Es werde auch viel für die Qualität getan, was wichtig sei, so Gruber, um medizinisch auf einem ganz hohen Niveau zu bleiben und die Zukunft der Klinik zu sichern. Er wies auch auf die lange Tradition des Burglengenfelder Krankenhauses hin, das sich einfüge in eine Gesamtgesundheitsversorgung im Städtedreieck, die man als „hervorragend“ bezeichnen müsse. Jeder wisse: Mit Geräten schaffe man nur die Voraussetzungen: Am Ende sei es die Kunst des Arztes, richtig zu diagnostizieren und die richtigen Maßnahmen zu treffen, so Gruber.
Der stellvertretende Landrat Jakob Scharf (CSU) hob die Bedeutung und Wichtigkeit der Asklepios-Klinik im Landkreis Schwandorf hervor.
