Kürbis kann nicht nur Halloween: Goldener Herbst auf dem Teller

Von Mittelbayerische Zeitung · 19. September 2025 um 15:00

Gabi Röhrl bereitet diesmal würzige Kürbis-Salbei-Knödel zu. Der Clou sind die frittierten Salbeiblätter. Die nussig gebratene Butter rundet das Gericht ab.

Wenn die Tage kürzer werden, sich die Wälder in leuchtendes Rot und Orange hüllen, beginnt die Zeit, in der es uns nach wärmenden Speisen verlangt. Der Herbst schenkt uns dafür seine ganze Fülle – knackige Äpfel, süße Birnen, aromatische Pilze und nicht zuletzt den Kürbis. Kein anderes Gemüse verkörpert diese Jahreszeit so sehr wie er: kräftig in der Farbe, mild und doch unverwechselbar im Geschmack, vielseitig in der Küche. Von der cremigen Suppe über feine Ofengerichte bis hin zum süßen Kuchen ist er in unzähligen Varianten zu finden.

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Seine satte orangefarbene Leuchtkraft bringt den Herbst auf den Teller, sein zart-nussiges Aroma macht ihn zum idealen Partner für Gewürze und Kräuter. Besonders spannend ist er in Knödeln – einer traditionellen Speise, die er mit seiner feinen Süße und seiner samtigen Textur in ein neues Licht rückt.

Es braucht nur wenige Zutaten. - Foto: Gabi Röhrl

Knödel galten einst als bäuerliche Sättigungsbeilage, einfach aus Brot, Milch und Eiern zubereitet. Längst erleben sie eine Renaissance als eigenständige Gerichte, die auf den Speisekarten moderner Wirtshäuser ebenso ihren Platz finden wie in der heimischen Küche. Während mancher die klassische Variante mit Spinat kennt, sorgt der Kürbis für eine farbenfrohe und aromatische Abwechslung. Besonders Salbei, mit seinem kräftigen, leicht herben Duft, ergänzt den Kürbis auf ideale Weise und verleiht den Knödeln eine unverwechselbare Note.

Die Petersilie wird gehackt. - Foto: Gabi Röhrl

Röstaromen unterstreichen die herbstliche Süße

Zubereitung: Den Kürbis in Spalten schneiden, Kerne entfernen, schälen. Wer Hokkaido wählt, kann die Schale mitverwenden. Im Ofen bei mittlerer Hitze etwa 25 Minuten weich garen. Das macht ihn aromatischer als beim Kochen im Wasser – die Röstaromen unterstreichen die herbstliche Süße.

Anschließend das Fruchtfleisch fein zerdrücken oder pürieren. Wer die Knödel später etwas schnittfester möchte, sollte jetzt die Kürbismasse in ein Küchentuch geben und das im Kürbis enthaltene Wasser leicht ausdrücken. Dadurch wird das Aroma intensiver, die Farbe kräftiger und die Knödel bekommen eine angenehm kompakte Konsistenz. Eine Zwiebel fein würfeln und in Butter sanft anschwitzen. Gegen Ende die gehackten Salbeiblätter hinzufügen und kurz mitdünsten.

Die Zwiebel wird angeschwitzt. - Foto: Gabi Röhrl

Kürbispüree, Zwiebel-Salbei-Mischung, Eier, frisch geriebener Käse und etwas Petersilie zum Knödelbrot geben. Alles gründlich vermengen und mit Salz, Pfeffer sowie einer guten Prise Muskatnuss würzen. Die Masse etwa 15 Minuten ruhen lassen, damit sie Bindung entwickelt. Sollte sie zu weich erscheinen, können Semmelbrösel helfen.

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Mit angefeuchteten Händen gleichmäßig große Knödel formen. Sie sollten fest genug sein, um in der Hand nicht auseinanderzufallen, aber noch saftig wirken. Die Knödel in siedendem Salzwasser ziehen lassen. Wichtig: Das Wasser darf nicht sprudelnd kochen, sonst zerfallen sie. Nach gut 10 Minuten steigen die Knödel an die Oberfläche und sind gar.

Aus der Masse Knödel formen. - Foto: Gabi Röhrl

150 g Butter in einem Topf langsam schmelzen und unter Rühren erhitzen, bis sie schäumt und die Milchbestandteile goldbraun werden. Sobald ein nussiger Duft entsteht, vom Herd nehmen, frisch geschnittenen Salbei zugeben und leicht knusprig werden lassen.Die Knödel mit Salbei-Butter übergießen. Dazu passt Blattsalat und ein Glas Weißwein. Kürbis-Salbei-Knödel sind eine kulinarische Liebeserklärung an den Herbst: warm, würzig, farbenfroh – und getragen von der Kraft des Kürbisses, der wie kein anderes Gemüse den Zauber dieser Jahreszeit einfängt.

Die Zutaten

• für ca. 6 bis 7 Knödel

• 400 g Kürbis geschält und gebacken

• 300 g Knödelbrot

• 2 Eier

• eine Handvoll gehackte Petersilie

• gehackter frischer Salbei

• 1 Zwiebel

• 50 g geriebener Parmesan oder Bergkäse

• Salz Pfeffer, geriebener Muskatnuss

• 30 g Butter zum Anschwitzen der Zwiebel-Salbeimischung

• 150 g Butter für Nussbutter