Aus der Kasse eines Sportvereins im Kreis Kelheim soll hohe Summe abgezweigt worden sein

Von Martina Hutzler · 10. September 2025 um 10:01

Ein Ex-Vorsitzender soll aus der Kasse seines Vereins über Jahre hinweg Geld veruntreut haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage in diesem Fall erhoben, von dem ein Sportverein im östlichen Landkreis Kelheim betroffen ist.

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Untreue zu Lasten des Vereinsvermögens: Das wirft die Staatsanwaltschaft Regensburg dem ehemaligen Vorsitzenden des Sportvereins im östlichen Landkreis Kelheim vor. Dies bestätigt Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher auf Anfrage der Mediengruppe. Allein in den Jahren 2020 bis 2024 soll dem betroffenen Club demnach – zumindest vorübergehend - ein Schaden von knapp 80.000 Euro entstanden sein. Bis August 2020 zurück lässt sich der Fall strafrechtlich verfolgen; alles Frühere wäre sowieso verjährt, teilt Rauscher ergänzend mit.

Aus Vereinskreisen heißt es, dass der beschuldigte Ex-Vorstand schon weit früher damit begonnen haben soll, Gelder für sich abzuzweigen; indem er vermeintlich damit Rechnungen für Vereinsausgaben beglichen hat. So soll er insgesamt einen sechsstelligen Betrag in die eigene Tasche gewirtschaftet haben; und zwar über ein zweites Konto, das er neben dem offiziellen Vereinskonto quasi „in Eigenregie“ geführt haben soll. All das flog offenbar erst auf, als kurzfristig ein Stellvertreter für den Vorsitzenden einspringen musste.

Auch Verein erstattete Anzeige

Dem Vernehmen nach hat der damalige Vorsitzende zwar daraufhin versucht, den Schaden wiedergutzumachen, sprich: das Geld zurückzuzahlen. Aber dessen ungeachtet hat der Fall die Ermittlungsbehörden auf den Plan gerufen. Zudem hat die zwischenzeitlich neugewählte Vorstandschaft des Vereins laut Thomas Rauscher, Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft, mittlerweile ebenfalls Anzeige gegen den beschuldigten Ex-Vorsitzenden gestellt. Für diesen gelte aber aktuell „uneingeschränkt die Unschuldsvermutung“, fügt Rauscher ergänzend an.

Die neue Vereins-Vorstandschaft wollte sich auf unsere Anfrage nicht äußern; weder zum Verfahren noch zur Frage, wie ein so großer Betrag offenbar unbemerkt verschwinden konnte.

Gericht prüft Anklage noch

Der beschuldigte Ex-Vorsitzende war telefonisch nicht erreichbar. Ob er sich wegen des von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurfs der Untreue in 65 Fällen, im Zeitraum zwischen August 2020 und April 2024, vor Gericht verantworten muss, ist noch offen: Das zuständige Amtsgericht Kelheim hat über die Zulassung der Anklage noch nicht entschieden. Zuvor seien noch Nachermittlungen veranlasst, teilt Richterin und Vize-Pressesprecherin Laura Holzer auf Anfrage mit.