Alkohol: Schützt die Jugend vor der Volksdroge

Von Lisa Steigerwald · 6. September 2025 um 16:00

Ob FAS, FASD, Lebererkrankungen oder Krebs – Alkohol steht in Verbindung mit über 200 Krankheiten. Und trotzdem bleibt er in Deutschland die akzeptierteste Droge: von der Gesellschaft verharmlost und von der Werbung schön verpackt.

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Während andere Substanzen – zu Recht – verboten oder streng reguliert sind, gehört Alkohol selbstverständlich zum Alltag: beim Stadtfest, auf Werbeplakaten oder bei Familienfeiern. Wer „Nein“ sagt, muss sich rechtfertigen. Nicht der Konsum, sondern die Abstinenz gilt als erklärungsbedürftig.

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Der gesellschaftliche Druck ist ein Problem – und der beginnt früh. Jugendliche dürfen in Deutschland bereits ab 14 Jahren Alkohol trinken, solange ein Elternteil dabei ist. „Begleitetes Trinken“ nennt sich das. Ein Einstieg mit Ansage. Muss das sein? Nein. Das haben auch die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder erkannt. Selbst aus der Bier-Hochburg Bayern kommt Zustimmung: Die Regelung soll fallen. Und das ist längst überfällig. Denn laut der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) mussten im Jahr 2023 rund 7646 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftung stationär behandelt werden. Immerhin ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr – damals waren es noch etwa 10.679. Doch Entwarnung sieht anders aus. Was weiterhin fehlt, sind strengere Regeln für Alkoholwerbung. Diese suggeriert Lebensfreude, Freiheit und Gemeinschaft. Und ja – vielleicht fühlt sich das im Rausch kurzzeitig so an. Doch die Realität ist häufig eine andere: Kater am nächsten Morgen, Erinnerungslücken, Kontrollverlust und Unfälle.

Es ist an der Zeit, Alkohol als das zu behandeln, was er ist: eine gesundheitsschädliche Droge. Aufklärung, Schutz von Jugendlichen und strengere gesetzliche Regelungen sind überfällig.