Rettungshundestaffel der FF Münchshofen ist ein eingespieltes Team

Von Stefan Barte · 5. September 2025 um 05:00

Vor ziemlich genau drei Jahren schlossen sich sechs Hundeführer mit ihren Tieren der Freiwilligen Feuerwehr Münchshofen an und fanden mit der neu gegründeten Rettungshunde-Facheinheit eine feste Heimat. Dort wurden sie mit offenen Armen empfangen, als Bereicherung angesehen und sind mittlerweile ein integraler Bestandteil der kleinen Wehr.

Die Hundestaffel sieht sich inzwischen bestens aufgestellt und dazu in der Lage, mit ihren ehrenamtlichen Kräften bei einem Suchauftrag nach einer vermissten Person professionell zu helfen – und dies rund um die Uhr, bei jedem Wetter und in jedem Gelände. Dazu stehen aktuell 16 Hundeführer mit insgesamt 22 Hunden und sechs Helfern parat. Die Facheinheit kann dabei auf sechs geprüfte Flächenhunde, zwei Trümmerhunde und drei Mantrailer (Personenspürhunde) zurückgreifen.

Intensive und langwierige Ausbildung

Um dieses hohe Niveau zu erreichen, bedurfte es einer langwierigen und tiefgreifenden Ausbildung von Mensch und Tier, eines intensiven Übungsbetriebs und auch materieller Ausstattung. Allein die Ausbildung eines Hundes nimmt bis zur anspruchsvollen Einsatzprüfung durch zertifizierte Prüfer des Deutschen Feuerwehrverbandes mindestens zwei Jahre in Anspruch. Hinzu kommen eine persönliche MTA-Basis-Feuerwehrausbildung für die Hundeführer, Erste-Hilfe-Unterweisungen für Mensch und Tier sowie der sichere Umgang mit Karte, Kompass und GPS.

Und so kommt es, dass sich die Mitglieder der Rettungshunde-Facheinheit mindestens zweimal in der Woche treffen und mit ihren Tieren und Helfern eng zusammenarbeiten. Donnerstags auf dem Fußballplatz zwischen Premberg und Münchshofen und am Sonntagvormittag in irgendeinem Übungsgebiet. Sie verbringen viele Stunden zusammen, eigentlich fast ihre gesamte Freizeit, denn nur so erreichen sie die für die Rettungsarbeit nötige Vertrautheit und Sicherheit.

Eine von ihnen ist Kerstin Zimbelmann mit ihrem Hund Haley. Die beiden haben die Ausbildung zum Mantrailer seit Mai 2025 abgeschlossen und können anhand des Individualgeruchs eines Menschen diesen gezielt suchen. Ihrem menschlichen Helfer misst die Hundeführerin dabei größte Bedeutung zu, denn sie muss sich voll auf den Hund konzentrieren, und der Helfer sichert sie dabei gegen Gefahren ab. Dies ist beispielsweise besonders im urbanen Gelände mit viel Verkehr ihre Lebensversicherung.

Ihre Motivation formuliert die Hundeführerin so: „Ich weiß, dass mein Hund das kann und bin überzeugt davon, bei der Suche nach einer vermissten Person meinen Beitrag zu leisten. Die Arbeit mit dem Hund macht Spaß, und ich kann diese sinnvoll einsetzen.“

Auch eine Hochschuldozentin ist dabei

Ganz ähnlich klingt die Motivation von Silke Schworm, die eigentlich Hochschuldozentin an der Universität Regensburg ist. Ihr Australian Shepherd ist ausgebildeter Flächensuchhund, und die zwei waren schon dreimal im echten Einsatz. Auch wenn man die vermisste Person nicht selbst findet, hat man durch seine Arbeit einen wichtigen Betrag bei der Suche geleistet. Es sei immer eine wahnsinnige Teamarbeit, bei der sie dann ein Mosaikstückchen abdecke. Ihr Erfolg bestehe darin, eine Fläche abgesucht zu haben und dann sicher sagen zu können, dass sich die gesuchte Person dort nicht befinde. Für sie ist es die tollste Arbeit, die sie mit einem Hund machen könne, dabei wäre es das Schlimmste, wenn sie sich nicht auf ihren Hund verlassen könnte. Sie mache damit etwas für die Gesellschaft, und es mache wahnsinnig Spaß.

Silke Schworm setzt ihren Rettungshund Aljosha zur Suche nach einer vermissten Person an. - Foto: Thomas Barte

Ina Hutzler ist die Leiterin der Hundestaffel und stolz auf ihre Einheit. „Wir bilden einsatznah auf hohem Niveau aus und sind inzwischen einen schöne Gruppe Gleichgesinnter, die sich jederzeit aufeinander verlassen kann. Wir kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit, um eine vermisste Person zu suchen. Wir machen das ehrenamtlich und haben fast alle eine Absprache mit unseren Arbeitgebern, damit wir notfalls auch während der Arbeitszeit zum Einsatz gehen können, so das Statement der Facheinheitsleiterin.

Die Stadt Teublitz sei sehr stolz darauf, im Stadtgebiet eine funktionierende und so gut organisierte Hundestaffel zu haben, so die 3. Bürgermeisterin Saskia Wilhelm-Dorn. Sie stelle eine wunderbare Ergänzung für die Einsatztätigkeit der Feuerwehr dar, besonders im Hinblick auf die Rettung und Bergung von Bürgern. Sie sei allen beteiligten Zwei- und Vierbeinern sehr dankbar für ihr Engagement und ihren Enthusiasmus.