Markus Ziereis nach seiner schlimmen Verletzung: „Ich hoffe, dass es diese Saison noch geht“

Von Thomas Mühlbauer · 2. September 2025 um 18:15

Der Fußball-Landkreis feierte die Rückkehr von Markus Ziereis in die Heimat. Dann der Schock: Der große Hoffnungsträger bei der DJK Vilzing hat sich das erste Mal in seiner Karriere schwer verletzt und fällt für Monate aus. Im Interview spricht er über die schlimme Diagnose und wie sehr es schmerzt, den Huthgartenkickern nicht helfen zu können.

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Herr Ziereis, wie bitter ist es für Sie, dass Sie die erste schwere Fußballverletzung ausgerechnet bei Ihrer Rückkehr in die Heimat erlitten haben?

Markus Ziereis: Das ist natürlich sehr bitter, so eine Verletzung. Es hat extrem lange gedauert, bis ich in der Heimat bin. Gerüchte, dass ich nach Vilzing gehe, gab es ja schon lange. Jetzt wechsle ich dahin und bin dann direkt verletzt. Und das einige Monate. Das tut schon weh.

Wie haben Sie die Szene aus dem Spiel gegen Weiden in Erinnerung, als Sie sich die schwere Verletzung zugezogen haben?

Ziereis: Ich hab direkt gemerkt, dass etwas kaputt ist. Der Gegenspieler hat mich mit dem Oberschenkel erwischt von hinten, so eine Szene passiert eigentlich sehr oft. Ich mache ihm keinen Vorwurf. Ich habe in dem Moment schon gehört, dass etwas geschnackelt hat.

Merkt man das sofort, dass etwas Schlimmes passiert ist und wie groß war dann der Schock, als Sie die endgültige Diagnose erhalten haben?

Ziereis: Ich war ziemlich sicher, ich hab den Physio gleich gefragt und zu ihm gesagt, sag es mir ehrlich. Er hat den Verdacht auch sofort gehabt auf vorderes Kreuzband. Das hat sich dann sofort bestätigt. Da ist mir schon gleich ganz anders gewesen. Die Nachricht war dann extrem.

Wie verliefen die ersten Tage nach Ihrer Verletzung mit der Organisation der Behandlung und wie war die Reaktion von Freunden, Bekannten und Weggefährten?

Ziereis: Es waren alle schockiert. So etwas wünscht dir keiner, jeder war mitgenommen. Es ist halt doch ein Unterschied, ob du einen Faserriss hast oder mal einen Innenbandriss. Da bist nach ein paar Wochen wieder da. Meine Verletzung ist mit eine der schlimmsten im Fußball. Als Ex-Profi habe ich gute Kontakte, das war schon hervorragend. Das baut man sich halt über die Jahre auf.

Markus Ziereis hat sich schwer verletzt – ausgerechnet nach der Rückkehr in die Heimat. Im Heimspiel der DJK Vilzing gegen Aubstadt konnte er wenigstens als Zuschauer im Stadion sein. - Foto: Simon Tschannerl - Foto: Simon Tschannerl

Ihre Familie, die Kinder kennen Sie ja nur als Profi-Fußballer, der viel auf den Fußballplätzen unterwegs war und ist. Wie ist es für die Familie, wenn der Vater und Ehemann plötzlich ganz viel zuhause ist?

Ziereis(lacht): Ja, das war tatsächlich ungewohnt, das war für alle eine Umstellung, aber hauptsächlich aus dem Grund, weil ich gar nicht mobil war. So eine große Hilfe war ich dann gar nicht, es war dann eher ein wenig zäh daheim. Die Kinder haben es gut angenommen und gleich verstanden, dass der Papa nicht mehr so schnell und mit Krücken unterwegs ist und sie ein wenig aufpassen müssen. Für meine Frau war es eine riesen Umstellung.

Sie waren am Freitag im Stadion in Vilzing. Wie halten Sie den Kontakt zur Mannschaft und zum Trainer?

Ziereis: Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich im Stadion war. Es ging einfach nicht, weil mein Zustand das noch nicht hergegeben hat. Jetzt geht es bergauf. Ich darf seit Dienstag ohne Krücken gehen. Und darf es langsam hochsteigern. Jetzt kann ich den Kontakt auch vor Ort pflegen. Das war ein bisschen wenig, wenn man nicht persönlich vor Ort sein kann. Es ist einfach schön, wenn man etwas vom Zusammenhalt, den ich spüren konnte, zurückgeben kann.

Wie sehr schmerzt es, zuschauen zu müssen und der Mannschaft in der aktuell schwierigen Phase nicht weiterhelfen zu können?

Ziereis: Es ist schwierig. Man möchte am liebsten am Platz stehen und selber mit dabei sein. Man kann von Außen ein paar Einflüsse machen, aber das geht nur, wenn man persönlich vor Ort ist. Mit Krücken war das einfach schwierig. Aber jetzt kann man halt ein wenig mit den Spielern reden und Eindrücke von den Spielen mit einbringen.

Wie sieht aktuell Ihr Genesungszustand aus und wie geht es weiter?

Ziereis: Das ist tatsächlich noch etwas ungeklärt, das muss ich mit den Ärzten absprechen. Es ist halt auch eine schwierige Verletzung mit dem Meniskus. Der ist direkt an der Wurzel gerissen. Da ist es halt so, dass ich schauen muss, wann ich wieder richtig belasten darf. Darum hat es sich alles nach hinten verzögert. Normal darfst du ja beim vorderen Kreuzband nach drei Wochen auftreten, bei mir waren es jetzt sechs Wochen mit dem Meniskus. Ich muss jetzt erst mal schauen, wann eine richtige Reha Sinn macht.

Nehmen Sie uns doch mal mit, wie sieht bei Ihnen ein Tag mit den Reha-Maßnahmen aus. Und wo absolvieren Sie diese?

Ziereis: Aktuell mache ich hauptsächlich Bewegungsschule mit ausstrecken und anbeugen, verbunden mit Kälte- und Stromtherapie. Das ist aktuell das Wichtigste.

Sie gehen noch auf Krücken, Teamkollege Martin Tiefenbrunner, der sich ja ebenfalls einen Kreuzbandriss zugezogen hat, läuft bereits wieder ohne. Tauschen sie sich gegenseitig aus oder machen sie die Reha mitunter sogar gemeinsam?

Ziereis: Natürlich haben wir Kontakt. Du kannst aber beide Verletzungen gar nicht so miteinander vergleichen. Das ist wie eine andere Verletzung zu sehen. Nachdem bei mir vom Meniskus die Wurzel gerissen ist, ist es eine ganz andere Behandlung als bei ihm. Bei ihm ist das Kreuzband auch anders gerissen, bei mir ist es ja komplett durch.

Es hat extrem lange gedauert, bis ich in der Heimat bin. Gerüchte, dass ich nach Vilzing gehe, gab es ja schon lange. Jetzt wechsle ich dahin und bin dann direkt verletzt. Und das einige Monate. Das tut schon weh.

Markus Ziereis, Hoffnungsträger der DJK Vilzing

Wann werden wir den Stürmer Markus Ziereis wieder auf dem Fußballplatz sehen? Was glauben Sie?

Ziereis: Ich hoffe, dass es diese Saison noch geht. Ich will aber kein Risiko eingehen, Ich hoffe, dass alles gut verheilt. Ich muss auch erst schauen, dass ich ohne Schmerzen spielen kann.

Ein Blick über die Regionalliga hinaus. Wie verfolgen Sie die Dritte Liga mit Ihren Ex-Vereinen Jahn Regensburg und 1860 München?

Ziereis: Ich verfolge natürlich beide Vereine. Der Saisonstart bei den Löwen ist sehr gut gewesen, beim Jahn noch nicht so gut. Ich war beim Jahn auch schon bei einem Spiel vor Ort, bei den Löwen verfolge ich die Spiele viel am TV. Da ist mein Herz dabei, ich habe bei beiden gespielt und beiden am meisten zu verdanken. Das werde ich immer verfolgen.

Sie und Kevin Volland – er war ja Ihr Trauzeuge – haben ja eine besondere Beziehung zueinander. Wie sehr haben Sie sich gefreut, dass er nun wieder zurück beim TSV 1860 München ist. Wie tauschen sie sich aus?

Ziereis: Wir haben uns viel ausgetauscht. Im Grunde war es für beide ein Heimkommen. Das Niveau ist ein wenig anders. Beide sind wir in die Heimat zurück. Das ist ein cooler Schritt für uns beide. Bei Kevin ist es auch eine Herzensangelegenheit. Bei dem Verein ist er groß geworden, er verzichtet auf viel Geld. Das ist nicht selbstverständlich, so einen Schritt zu machen. Ich war natürlich auch begeistert von dieser Idee. Kevin war zuletzt auch bei uns und hat sich unser neugebautes Haus angeschaut. Die Entfernung ist viel einfacher zu bewältigen, um sich zu sehen. Aber ich war in den letzten Wochen noch nicht so mobil. Da ging noch nicht viel.