Kurioser Fall im Norden von Neumarkt: Pelchenhofer Kirwa-Schild verschwunden

Von Peter Romir · 2. September 2025 um 19:00

Am Samstag startet die Pelchenhofer Kirwa (Neumarkt in der Oberpfalz). Seit vielen Jahren wirbt sie dafür mit einem großen Plakat an der Straße zwischen Karhof und Pelchenhofen. Doch diesmal ist alles anders. Der Platz an der Staatsstraße 2240 blieb heuer leer.

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„Das Schild war ein harmloses, 1,5 Quadratmeter großes Stück Tradition“, schreibt Tagblatt-Leser Georg Eichenseer aus Pelchenhofen. Er vermutet hinter der Entfernung Behördenwillkür: „Ein unbekannter Verkehrsschützer entdeckte die massive Gefahr für den Straßenverkehr“ und das Plakat sei deshalb „verboten worden.“ So kurz vor der Kirwa sei das besonders ärgerlich, da das Schild ja die Menschen nach Pelchenhofen bringen soll.

Die Stadt Neumarkt winkte auf Nachfrage hin ab: Für die Staatsstraßen sei das staatliche Bauamt Regensburg zuständig. Dort hatte man tatsächlich den betreffenden Straßenabschnitt begutachtet und festgestellt, dass es sich bei der Strecke um einen Unfallschwerpunkt handelt. Immerhin handelt es sich um eine vielgenutzte Verbindungsstraße vom Wolfstein zur A3.

Und laut Paragraf 33 der Straßenverkehrsordnung ist an solch problematischen Stellen alles verboten, wodurch Autofahrer „abgelenkt oder belästigt werden können“. Das betrifft neben Verkaufsständen auch Plakate – selbst wenn diese auf Privatgelände stehen.

Die Veranstalterin der Kirwa, die Katholische Landjugend Bayern (KLJB), wurde deshalb von Regensburg informiert, dass das Schild entfernt werden muss.

Unfallschwerpunkt in Neumarkt

„Das sehen wir schon ein“, sagt KLJB-Vorstand Matthias Götz. „Auf der Strecke sind wirklich schon viele Unfälle passiert.“ Und auch wenn diese nichts mit dem eher dezenten weiß-blauen Schild zu tun hatten, beschlossen die Kirwa-Macher einen neuen Platz zu suchen. Und fanden ihn ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite.

Nun steht das Plakat kurz hinter dem Ortsschild – und damit auf dem Gebiet der Gemeinde, auf welchem der Paragraf nicht mehr greift. Wo es allerdings auch wesentlich weniger augenfällig ist, als am ursprünglichen Standort, wie Götz zugibt: Um zu erfahren, dass in Pelchenhofen Kirwa ist, muss man nun schon fast bis nach Pelchenhofen hineinfahren. „Optimal ist das natürlich nicht“, sagt Götz. „Aber wir wollen da auch kein großes Fass aufmachen.“ Nach der Kirwa soll in Ruhe überlegt werden, was nächstes Jahr mit dem Schild geschieht.