Bahn sperrt Unterführung nach 80 Jahren: Regensburger Politiker will „nichts unversucht lassen“

Für viele Prüfeninger war es ein Schock: Im Mai sperrte die Deutsche Bahn aus heiterem Himmel einen beliebten Gleisübergang – das sorgte für einen Aufschrei. Nach dem Willen der Brücke-Fraktion soll nun Schützenhilfe aus der Regensburger Stadtspitze die Weichen für eine Bahn-Kehrtwende stellen.
Brücke-Stadtrat Thomas Mayr ist selbst Kleingärtner in Prüfening. Er hat nun gemeinsam mit seiner Fraktion einen Antrag darauf gestellt, dass sich der Stadtrat mit der Thematik beschäftigt. Illusionen auf eine Bahn-Kehrtwende macht sich Mayr allerdings nicht – dennoch betont er: „Wir wollen nichts unversucht lassen.“ Juristisch sei die Argumentation der DB wohl wasserdicht – zugleich sei der Weg „wahnsinnig wichtig“ für die Leute vor Ort. „Außerdem besteht er schon seit 80 Jahren.“ Mayr erzählt beispielsweise von Senioren, die ihn nutzten, um vom Rennweg in die Kirche an der Prüfeninger Schloßstraße zu kommen. Aufgrund der neuen Sperrung müssten die Gläubigen nun seit einigen Monaten Umwege in Kauf nehmen.
Oberbürgermeisterin soll bei Bahn intervenieren
Das Ziel der Brücke-Fraktion: Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) soll sich bei der Bahn für eine andere Lösung einsetzen. „Wenn man etwas wirklich will, kann man das auch schaffen“, sagt Brücke-Stadtrat Mayr. Im Mai hat der Brücke-Stadtrat eine Unterschriften-Aktion gestartet. Rund 1200 Menschen haben seinen Appell an die Bahn unterzeichnet. Das sei durchaus beachtlich. „Der Fuß- und Radweg dient seit vielen Jahrzehnten der Verbindung des Wohnviertels in Prüfening, insbesondere der Grundschule Prüfening, den Kirchen St. Bonifaz und St. Markus samt Kindergärten nördlich der Gleise mit dem Schlossberg, der Kirche St. Georg, der Montessorischule, der Blindenschule, Spazierwegen und dem angrenzenden Wohnviertel in Dechbetten“, heißt es in der Petition. Auch am Tor sei ein Hinweis auf die Unterschriften-Aktion mehrfach ausgehängt worden – seltsamerweise seien die Zettel aber immer schnell verschwunden gewesen.
Die Bahn bleibt indes hart. Der Übergang sei nicht öffentlich gewidmet, betont eine Sprecherin. Er dürfe mithin nur von bestimmten Personen passiert werden. „Die Rechtslage ist hier eindeutig.“ Den Weg habe man folgerichtig verschlossen. Das sei auch entsprechend beschildert worden. „Der Zugang im berechtigten Nutzerkreis bleibt erhalten.“ Kleingärtner und Bewohner innerhalb der Gleisinsel zählen zu eben jenem Kreis. Heißt: Diese Leute haben einen Schlüssel zum Tor. Das bestätigt auch Mayr.