„Ziemlich scheiße“: Razzia bei Regensburger, der SUV-Reifen plattgemacht hat

Von Philip Hell · 29. August 2025 um 09:16

Zugriff im Morgengrauen: Die Regensburger Kriminalpolizei hat am Donnerstag eine Wohnung durchsucht. Es gibt massive Kritik an der Maßnahme.

Hintergrund der Razzia ist ein Vorfall auf dem Parkplatz der Universität in der vergangenen Woche. Dort ließ das sogenannte Widerstands-Kollektiv die Luft aus einer Reihe von Autos. Die Aktivisten hatten dabei insbesondere SUVs im Auge, also eher große Autos. Diese seien besonders umweltschädlich, argumentierte die Gruppe in einer Pressemitteilung. Aus dieser ging auch hervor, dass die Ventile mithilfe von roten Linsen geöffnet wurden.

Razzia bei Regensburger Aktivisten: „So eine Hausdurchsuchung ist natürlich ziemlich scheiße.“

Nun gab es eine Hausdurchsuchung bei einem der beteiligten Aktivisten. Bei ihm handelt es sich um den 36-jährigen Leo J., der unmittelbar nach der Plattmach-Aktion in einem Instagram-Video auftrat. Die Razzia soll einer Pressemitteilung des Kollektivs zufolge am Donnerstagmorgen stattgefunden haben. Am Abend äußerte sich Leo J. ebenfalls wieder auf Instagram. Acht Polizisten seien bei ihm angerückt, „um alle möglichen technischen Geräte mitzunehmen.“ Der Aktivist betont: „So eine Hausdurchsuchung ist natürlich ziemlich scheiße.“ Wer ihn unterstützen wolle, solle sich für eine bessere Welt einsetzen.

Am Donnerstagabend veröffentlichten einige Klima-Gruppen Solidaritätsbekundungen für Leo J. In einem Video behauptet eine Frau, es seien sogar rote Linsen sichergestellt worden.

Polizei bestätigt Razzia: Keine Linsen sichergestellt

Das ist falsch, betont Polizeisprecherin Corinna Wild auf Anfrage. „Es wurden keine Linsen sichergestellt.“ Sehr wohl bestätigt sie, dass es am Donnerstagvormittag eine Hausdurchsuchung beim 36-Jährigen gab. Hintergrund sei ein gerichtlicher Beschluss gewesen. „In diesem Zusammenhang wurden Datenträger sichergestellt.“ Mit Blick auf das laufende Verfahren wolle sie derzeit keine weiteren Angaben zum Fall machen.

Wild betonte jedoch, wie gefährlich solche Plattmach-Aktionen werden können. Für die Fahrer könne ein platter Reifen dazu führen, selbst bei geringen Geschwindigkeiten die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. „Diese Gefahr erhöht sich bei Fahrten mit hoher Geschwindigkeit oder schnellen Kurvenfahrten um ein Vielfaches.“ Unfälle mit unkalkulierbaren Folgen seien mitunter die Folge.

Luft aus Reifen gelassen: „Da geht übrigens nix kaputt bei.“

Die Aktivisten sehen das naturgemäß anders. In einem der Solidaritäts-Videos spricht eine Frau in einen zum Mikrofon umfunktionierten Mercedes-Stern: „Da geht übrigens nix kaputt bei.“