Klimaaktivisten legen 20 SUVs in Regensburg lahm – Betroffene: „Das ist grauenvoll!“

Von Philip Hell · 21. August 2025 um 14:35

Und das soll Klimaschutz sein? Das selbsternannte Widerstands-Kollektiv hat am Donnerstag in Regensburg nach eigenen Angaben etwa 20 sogenannte SUVs, also größere Autos, aus dem Verkehr genommen. Bei Betroffenen sorgt das für Entsetzen. Die Polizei ermittelt.

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Eine junge Frau steht neben ihrem Auto auf dem Parkplatz der Universität. In ihrem Blick liegt Verzweiflung. Ihr rechter Vorderreifen ist platt. „Das ist grauenvoll“, sagt sie. „Ich muss heute noch nach München. Ich muss umziehen.“ Die Frau schüttelt den Kopf. „Was soll ich denn jetzt tun?“ Sie wedelt mit einem Stück Papier, das hinter ihrem Scheibenwischer geklemmt war. „Haben Sie das schon gelesen?“, fragt sie den Reporter.

Kritik an IAA und Sicherheit für Kinder

In dem Schreiben bekennt sich das selbsternannte Widerstands-Kollektiv zu den Taten. Die Aktivisten haben am frühen Donnerstagnachmittag eine Pressemitteilung verschickt. Darin schreiben sie, sie hätten in etwa 20 SUVs „aus dem Verkehr genommen“. Dazu seien Linsen in die Ventile gesteckt worden, um die Luft abzulassen. Hauptsächlich seien diese auf dem Parkplatz der Universität gestanden.

In der Pressemitteilung führen die Aktivisten aus, wie schädlich die Fahrzeuge für die Umwelt seien. Im Schreiben wird ein Leo zitiert. „SUVs müssen daran gehindert werden, die Straßen für unsere Kinder unsicher zu machen. Diese Autos sind durch und durch eine unsolidarische Kaufentscheidung, die wir ablehnen.“ Zugleich kritisieren die Aktivisten die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA). Eine nicht namentlich genannte Sprecherin wird im Schreiben wie folgt zitiert: „Eine echte Mobilitätswende braucht kein neues Auto, sondern eine neue Vorstellung davon, wie wir uns fortbewegen – solidarisch, ökologisch und gerecht“.

Indes hat die Polizei am Donnerstagnachmittag die Ermittlungen aufgenommen, bestätigte ein Sprecher der Beamten auf MZ-Anfrage. Bislang habe man rund zehn Fahrzeuge mit platten Reifen festgestellt. Im Regelfall stellt das Luftablassen eine Sachbeschädigung dar. Das ist strafbar. Aufgrund des Bekennerschreibens des Widerstands-Kollektivs hat der Staatsschutz beim Polizeipräsidium die Ermittlungen übernommen. Das Kommissariat ist zuständig, wenn Straftaten eine politische Dimension haben.

Erinnerungen an Tyre Extinguishers in Regensburg

Die Tatserie an der Uni lässt Erinnerungen an die sogenannten Tyre Extinguishers wachwerden. Die Klima-Extremisten haben über rund ein Jahr hinweg immer wieder die Luft aus SUVs gelassen. Betroffen war damals vor allem der Stadtwesten.

Die junge Frau dürfte das alles indes wenig kümmern. Sie schaut noch einmal auf ihren platten Reifen. „Was soll das denn bringen?“