Drei Männer vor Imbiss in Schwandorf angefahren: Übte hier der Verdächtige für seinen Angriff?

War die Tat vor der Dönerbude in der Schwandorfer Innenstadt von langer Hand geplant? Diese Vermutung lassen zumindest Beobachtungen eines Anwohners im Lindenviertel zu, in dessen Nachbarschaft der tatverdächtige Marokkaner wohnte.
Andreas Hochmuth wohnt seit mehr als 50 Jahren in dem Viertel. Unweit der Wohnblocks gleich neben den Bahngleisen hat der 78-Jährige schon viele Leute kommen und gehen sehen. Der 27 Jahre alte Marokkaner, der am Sonntagabend mit einem Auto drei Männer in der Innenstadt erfasst und verletzt haben soll, ist ihm ebenfalls kein Unbekannter. Doch bislang sei ihm sein Nachbar nicht negativ aufgefallen. Im Gegenteil: „Er war immer freundlich und hat sogar den Kindern Schokolade geschenkt“, sagte Hochmuth gegenüber der MZ am Tag nach der Tat.
Tatverdächtiger soll mit dunklem Auto auf- und ab gefahren sein
Jetzt, wo er weiß, was dem 27-Jährigen vorgeworfen wird, macht für ihn eine Beobachtung am Sonntagnachmittag Sinn. Er will den Tatverdächtigen dabei gesehen haben, wie er mit einem dunklen Auto in einem Hinterhof mehrmals auf- und abgefahren sei. Auch frische Bremsspuren im Schotter sollen davon zeugen.
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„Das Weidener Autokennzeichen ist mir gleich aufgefallen“, berichtete der rüstige Rentner. Er sei verwundert gewesen, dass sein Nachbar überhaupt einen Führerschein und ein Auto habe. Denn bislang habe er den Mann nur mit einem E-Scooter gesehen.
Das Weidener Autokennzeichen ist mir gleich aufgefallen.
Andreas Hochmuth
Nicht nur die wilde Rumfahrerei sei ihm komisch vorgekommen. Sein sonst so freundlicher Nachbar habe ihn nicht einmal wahrgenommen. „Er hat mich dieses mal nicht gegrüßt. Aber vielleicht hat er mich auch nicht gesehen“, erklärte Hochmuth.
Beim Tatfahrzeug handelt es sich um ein Mietauto
Polizeisprecherin Melanie Bäumler berichtete auf Anfrage der MZ, dass der Tatverdächtige das Auto, einen VW Golf, am 29. August bei einer Autovermietung in der Region ausgeliehen hatte. Er legte dazu einen gültigen Führerschein vor.

Diesen musste er nach MZ-Informationen einen Tag später nach einer Polizeikontrolle in Regensburg abgeben. Der mutmaßliche Täter war zum Tatzeitpunkt also nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Daher wird neben versuchten Totschlags in drei Fällen unter anderem auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt, teilte Bäumler mit.