Auto erfasste Personen vor Dönerbude in Schwandorf – Augenzeugen berichten von der Tat

Von Philipp Breu, Martin Kellermeier · 1. September 2025 um 14:46

Der Tatort ist ein multikultureller Treffpunkt. Das Dönerhaus an der Friedrich-Ebert-Straße in Schwandorf hat seit Jahren seinen Kundenstamm. Sobald es das Wetter zulässt, sitzen die Gäste auf den paar Stühlen vor dem Imbiss, essen und unterhalten sich. Am Sonntag erfasste hier ein Auto wohl absichtlich drei Männer. Augenzeugen berichten gegenüber der MZ von schrecklichen Szenen.

Video ansehen

Einer, der den Vorfall hautnah miterlebte, ist Aldo Raccanelli. Der 36-Jährige betreibt die benachbarte Eisdiele Il Gelato Italiano. Er stand gerade hinter der Theke, als das Auto in die Imbissgäste krachte. „Ich hatte Angst. Man wusste ja nicht, was da passiert“, schilderte Raccanelli. Zum Tatzeitpunkt seien mehrere Kunden vor seinem Laden angestanden. „Alle sind dann nach drinnen vor die Theke geflüchtet“, erinnerte sich der Italiener. Mehrere seiner Gäste hätten sich blitzschnell das Kennzeichen des Täters notiert.

Auch im Dönerhaus ist die Betroffenheit groß. Eine Kamera im Verkaufsraum habe die schlimmen Szenen aufzeichnen können. Sie zeigte in Richtung der Ladentür, hinter deren Scheibe es zu dem Vorfall gekommen war. „Ich war schockiert, als ich das gesehen habe“, sagte Mehmet Ali Midik, nachdem er die Aufzeichnungen der Überwachungskamera gesehen hatte. Und der 28-Jährige fragt sich: „Was wäre gewesen, wenn Kinder hier gesessen hätten?“

Die Opfer waren wohl keine Stammkunden im Dönerhaus

Midiks Mutter Menekse arbeitet im Dönerhaus. Auch am Sonntagabend bediente die 53-Jährige dort die Kunden. Die drei Opfer des Täters seien keine Stammkunden gewesen. Der 22-Jährige, auf den es der Fahrer offenbar vor allem abgesehen hatte, hatte kurz vor dem Vorfall noch Dürüm bestellt.

Meine Mutter hat gezittert.

Mehmet Ali Midik

Menekse Midik konnte nicht fassen, was sich dann wenige Augenblicke später ereignete. „Meine Mutter hat gezittert“, schilderte ihr Sohn Mehmet Ali. Am Tag nach der Tat stand die Verkäuferin dann schon wieder im Dönerhaus. Vor dem Imbiss deutete am Montagmittag nichts mehr auf die erschreckenden Szenen hin.

Das konnte auch Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) feststellen. Er machte sich persönlich ein Bild vor Ort und sprach mit Zeugen. „Ich bin tiefbetroffen von dieser Tat. Das war ein Anschlag auf Leib und Leben von Menschen“, konstatierte der Rathauschef.

Stadt Schwandorf will Tätern „möglichst wenig Angriffsfläche“ bieten

Es mache ihn besonders fassungslos, dass ein Auto die Tatwaffe ist. „Da kann man nicht mehr davon ausgehen, dass das eine zufällige Geschichte ist“, so Feller. Er betonte, dass die Stadt auch künftig alles dafür tun wolle, um solchen Tätern „möglichst wenig Angriffsfläche“ zu bieten. Der OB verwies unter anderem auf die verschärften Sicherheitsvorkehrungen beim zurückliegenden Bürgerfest.

Am Tatort in der Friedrich-Ebert-Straße war die Spurensicherung im Einsatz. - Foto: Johannes Hartl

Die Tat am Sonntagabend hatte über die Schwandorfer Stadtgrenzen hinaus für Betroffenheit gesorgt. Gegen 19.20 Uhr war ein Auto in den Freisitz vor dem Imbiss im Stadtzentrum gefahren. Drei Männer erlitten leichte Verletzungen. Der Tatverdächtige, ein 27-jähriger Marokkaner, stellte sich kurze Zeit später der Polizei. Der Mann wurde festgenommen und sollte im Laufe des Montags dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Das Motiv für die Tat ist noch unklar.