Politiker auf der Landesgartenschau Furth im Wald: Schaulaufen oder echter Nutzen?

Von Alexander Frimberger · 31. August 2025 um 11:24

Während der Landesgartenschau geben sich zahlreiche Minister und hochrangige Politiker aus dem In- und Ausland in Furth im Wald die Klinke in die Hand. Ist das politisches Schaulaufen oder hat das einen konkreten Nutzen für die Stadt und die Region?

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Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, seine Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Umweltminister Thorsten Glauber und zuletzt Verkehrsminister Christian Bernreiter gleich zweimal kurz hintereinander: Bayerns Polit-Prominenz gibt sich derzeit in Furth im Wald die Klinke in die Hand. Dazu kommen weitere hochrangige Vertreter aus dem europäischen Ausland und dem EU-Parlament. Provokante Frage: Ist das alles nur politisches Schaulaufen oder hat Furth im Wald und die Region ganz konkret etwas davon?

Bayerns Landesvater hat Furth im Wald im Rahmen seiner Rede bei der Eröffnungsfeier zur Landesgartenschau 2025 im Mai kurzerhand zur neuen Hauptstadt der Oberpfalz erklärt. Kaniber präsentierte bei der Halbzeitpressekonferenz nicht nur beeindruckende Besucherzahlen. Sie sagte auch: „Es ist eine Gartenschau, die Bayern stolz macht.“

Besuche von Politikern auf der Landesgartenschau zeigen Wirkung

Die Liste der politischen Entscheidungsträger, die derzeit der Grenzstadt einen Besuch abstatten und begeistert wieder nach Hause fahren, ließe sich beinahe endlos erweitern.

Von der Wirkung nach Außen ist der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Hopp absolut überzeugt. Es sei eine riesen Auszeichnung, wie toll die Landesgartenschau für Furth und den Landkreis Cham ist. Die Besuche seien ein Beleg dafür. Die Wertschätzung und den Wert der Gartenschau sehe man auch daran, dass eine zusätzliche Million Euro für die Durchführung, die eigentlich für zukünftige Landesgartenschauen beschlossen waren, schon diesmal ausgeschüttet wurde. Die Unterstützung sei unbedingt notwendig. Außerdem, so Hopp, bekommt jeder Minister, der Furth im Wald besucht, gemäß seines Ressorts etwas mit auf den Heimweg.

Wie wichtig der Einsatz vor Ort und Präsenz ist, ergibt sich auch aus einer Antwort auf eine Anfrage unseres Medienhauses zum Thema Bahnverbindung München-Prag. Diese wurde im Rahmen einer Sitzung des Bundes- und Europaausschuss des Landtags im Großen Rathaussaal in Furth im Wald, bei der auch tschechische Kollegen anwesend waren, thematisiert (wir berichteten). Beklagt wurde der mangelhafte Zustand der Linie, vor allem auf deutscher Seite. Dazu antwortet das Verkehrsministerium: „Für den Freistaat Bayern sind bessere Verkehrsverbindungen zur Tschechischen Republik – sei es auf der Straße oder Schiene – ein wichtiges verkehrspolitisches Ziel. Um hier voranzukommen, ist ein persönlicher Austausch zwischen Nachbarn auch auf politischer Ebene unerlässlich. Es ist dabei gute Tradition, dass sich der bayerische und der tschechische Verkehrsminister regelmäßig treffen und konkrete Maßnahmen eruieren.“

Dis zahlreichen Minister-Besuche erhöhen laut Hopp auch die Sichtbarkeit der Region. „Wir können zeigen, was wir in den letzten Jahren geschafft haben. Man merkt schon, dass die Neugier auf den Landkreis Cham wächst“, sagt der Landtagsabgeordnete. Er hat schon von vielen weiteren Kollegen gehört, die kommen wollen. „Es hat sich rumgesprochen, dass es einen Drachen, einen Drachenstich und eine Landesgartenschau bei uns gibt.“

Hopp wünscht sich, dass die Stadt und die Region im Herzen Europas noch mehr zur Drehscheibe werden. Dazu habe jede Gemeinde Chams auf der LGS ihren Part geleistet und könne zurecht stolz sein, dass es wahrgenommen wird und sie dazu beigetragen haben, „dass alle, die gekommen sind, begeistert waren.“

Dem kann Bürgermeister Sandro Bauer nur zustimmen. Er sagt darüber hinaus: „Es ist mir als Bürgermeister bei diversen Besuchen und Gesprächen natürlich auch möglich, zu netzwerken und Furth bei den verschiedenen politischen Mandatsträgern in positive Erinnerungen zu versetzen.“

Darüber hinaus ist es dem Further Rathauschef ein Anliegen, bei allen Entscheidungsträgern für das Konzept der Bayerischen Landesgartenschauen zu werben und gerade am Beispiel seiner Stadt die positiven Auswirkungen auf eine moderne und nachhaltige Stadtentwicklung herauszustellen.

Michaela Kaniber und Sandro Bauer - Foto: Alexander Frimberger

Die Fördermittel des Freistaats, des Bundes und der Europäischen Union seien in der Drachenstadt bestens eingesetzt und kämen der Bevölkerung unmittelbar vor Ort zugute.

Markus Müller, der als stellvertretender Landrat gerade die Geschäfte des Landkreises führt, geht ebenfalls auf die Fördermittel ein. Die Gartenschau werde mit erheblichen finanziellen Mitteln des Freistaats ausgestattet. Klar seien die Minister interessiert, was mit dem Geld passiert ist. Selbstverständlich sei eine Landesgartenschau überregional interessant. „Es wäre traurig, wenn dem nicht so wäre.“

Der Nutzen ist enorm

Auch Müller sieht den enormen Werbeeffekt, den die Gartenschau nicht nur für Furth und die Region hat, sondern auch für das Konzept selbst. Dabei richtet sich der Blick auch auf die Meldungen in jüngster Zeit von Städten, die ihre Bewerbungen zurückgegeben haben. „Wenn Furth im Wald das schafft, warum sollen sich dann andere nicht auch trauen? Die Stadt ist ein Paradebeispiel, dass es funktioniert.“ Es war das beste, was Furth und der Region hat passieren können. „Ich sage aus vollster Überzeugung: Der Nutzen ist riesengroß.“