Aus für die KTI in Kelheim nach mehr als 30 Jahren: Was bleibt?

Die Kelheimer Touristik Initiative wird demnächst abgewickelt. Wir trafen drei Vorstandsmitglieder zum Altstadtspaziergang.
Gut drei Jahrzehnte hat sich die Kelheimer Touristik-Initiative, kurz KTI, für Kelheim, seine Denkmäler und (Natur-)Schönheiten stark gemacht. Auch vielen Einheimischen haben die Aktiven – von denen sich viele als Gästeführer engagieren – die Stadt-Geschichte nähergebracht. Demnächst wird der Verein abgewickelt. Drei Vorstandsmitglieder gingen mit uns zum Abschied auf Altstadt-Spaziergang.
Beliebte Reihen initiiert
Die Liste der Aktivitäten ist lang. Sie reicht von der Gästebegrüßung bis zur Abendführung, von Exkursionen auf den Spuren von König Ludwig I. bis zu Schulungen der Gästeführer im unteren Altmühltal. Die KTI stellte szenische Führungen auf die Beine und lud zu Reihen wie „Kirche und Wirtshaus“ oder „Wir öffnen Burgen und Schlösser“. Vieles waren Ideen des langjährigen Vorsitzenden Bernd Grune, der 2024 verstorben ist. „Bernd Grune war die KTI“, sagt seine Nachfolgerin Sylvia Kühnl.

Vieles, was die KTI leistete, haben inzwischen Kreis-Tourismusverband oder städtische Tourist-Info übernommen. Auch das sei ein Grund, warum die 170 KTI-Mitglieder die Auflösung des Vereins beschlossen, schildern Sylvia Kühnl, Raimund Fries und Lisa Tutsch.

Im Lauf der Jahre floss eine stattliche fünfstellige Summe in den Erhalt historischer bzw. die Errichtung neuer Statuen und Denkmäler, sagt das Trio.
Eine „Dusche“ für den König
Der Statue von König Ludwig I. spendierte der Verein 2012, ein Jahr vor dem 150. Geburtstag der Befreiungshalle, eine Reinigung. Als 2015 betrunkene Nachtschwärmer die neugotische Friedhofslaterne vor der Stadtpfarrkirche demolierten und sich Jahre lang niemand fand, der die Kosten der Restaurierung zahlen wollte, übernahm die KTI. Auch bei der Sanierung der Mariensäule oder den Kosten für die Schäffler-Bronzefigur zum 100. Jubiläum konnten die Verantwortlichen auf Finanzspritzen von der KTI zählen.

Hervorgegangen war diese aus dem 1909 ins Leben gerufenen Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein. Ab 1994 firmierte man um zur „Kelheimer Touristik Initiative“. Bis 2007 stand Renate Schweiger der KTI vor, bis 2024 führten sie Bernd Grune und sein Stellvertreter Raimund Fries.

Vieles hat und hatte Bezug zu König Ludwig I. Schließlich hat ihm Kelheim vieles zu verdanken, so Lisa Tutsch. Er baute den Ludwig-Donau-Main-Kanal, die Befreiungshalle. Dies brachte wirtschaftlichen Aufschwung. Auch Kloster Weltenburg belebte der König nach der Säkularisation neu. Die Kelheimer errichteten zum Dank manches kleine Monument. Dazu zählt auch die Max II.-Statue.

Sie stand ursprünglich beim Rathaus, weiß Sylvia Kühnl. Doch in den 1930ern musste sie Aufmarsch-Plänen der Nazis weichen. Heute steht Max II. im Park vor dem Alten Landratsamt – und seine Substanz leidet unter den Bäumen, finden die KTI-Vorstandsmitglieder. Gerne hätten sie noch einen anderen Standort – etwa am Kirchplatz – realisiert gesehen.
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Was bleibt von der KTI? Das Augenfälligste ist wohl das Stadtmodell vor dem Rauchhaus. Dieses stiftete der Verein von seinem restlichen Vermögen der Stadt. Anfang August war es enthüllt worden. Zudem werden viele Mitglieder Kelheims Schätze und Schönheiten den Menschen weiterhin als Gästeführer zeigen. So viel ist sicher.
