Wie es die Stadt Regensburg mit einem Skandal mal wieder ins Fernsehen schaffte

Von Christian Eckl · 30. August 2025 um 15:00

Wieder einmal hat es unsere schöne Heimatstadt in die überregionalen Medien geschafft. Diesmal mit einer Wiese, die als Biotop eingetragen wurde. Eigentlich sollten hier, auf dem idyllischen Keilberg, Häuser gebaut werden. Die Stadt Regensburg braucht für ihre Bürger dringend Wohnraum. Deshalb hat sie das Grundstück auch gekauft – bis sie feststellte, dass dort kein Grashalm mehr verändert werden darf. Denn im Laufe der Jahre wurde aus dem Stück brachliegendem Feld ein Biotop. Der Schaden geht in die Millionenhöhe.

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Das Hirschauer Stückel hat es nun in die Satiresendung Extra 3 geschafft. Interviewt wird Stadtrat Christian Janele (CSB), einst Teil der Rathaus-Koalition. Jetzt hatte er im Stadtrat die Frage gestellt, was denn nun dort oben geschieht auf dem Areal. Und wieso keiner mitbekommen haben will, dass es sich bei dem Land zwischenzeitlich um ein Biotop mit Magerrasen handelt.

Die Redakteure von Extra 3 zerlegen die Stadt und die Verantwortlichen feinsäuberlich. „Uns wurde das schön präsentiert und alle Stadträte waren begeistert, denn Regensburg braucht dringend Wohnraum“, sagt Janele in der Sendung. „Jetzt wurde festgestellt, dass es sich um Sandmagerrasen handelt und nicht bebaut werden kann.“

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„Wir sind bei Abschluss des Kaufs davon ausgegangen, dass es sich um Dauergrünland handelt“, wird die Stadt zitiert. Wer sich nun Drohnenaufnahmen des Areals anschaut, wird feststellen, dass nur ein Streifen Sandmagerrasen ist. Daneben stand nämlich nur bis vor kurzem das Getreide. Wir haben auch hinter vorgehaltener Hand erfahren, was der Eigentümer der Flächen nebenan – ein in der Immobilienbranche bekannter Regensburger – anders gemacht hat als die Stadt. Beim Kauf sagte er den Landwirten nämlich, sie sollen einfach so weitermachen wie bisher: Das Feld bestellen.

Fehler kostet Millionen

Heraus kam eben das, was herauskommt, wenn man ein Feld bestellt. Nebenan aber, wo sich die Natur den Acker zurückholen konnte, da entstand das Biotop. Dumm nur, dass wohl auch das benachbarte Grundstück jetzt nicht bebaut werden kann. Denn eine Straße über das städtische Biotop bauen? Das geht nicht.

Es ist wie so oft auch hier: Verantwortlich will am Ende keiner gewesen sein dafür. Weder in der Verwaltung, noch an der politischen Spitze. Der Fehler kostet Millionen, doch haften will am Ende keiner dafür. Das ist nicht nur hier der Fall, sondern auch bei einem anderen Steuergeld-Verbrennungsskandal rund um die damaligen Rewag-Vorstände. Das kostete den Steuerzahler einen hohen sechsstelligen Betrag. Haftet jemand dafür? Ach, wo denken Sie denn hin.

Ob das alles ab 2026 besser wird, wenn eine neue Stadtregierung gewählt ist? Das bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass politische Fehler offenbar keinerlei Konsequenzen haben. Das ist im Großen wie im Kleinen so. Für mich bestätigt das aber meine Zweifel daran, dass die öffentliche Hand der bessere Bauherr ist. Wohl auch deshalb hat der Sozialismus nicht funktioniert.