Messerattacke im Regensburger BKH: Angreifer besorgte sich Waffe am Tattag in der Stadt

Es war ein Schock für die Klinik: Vor etwa zwei Wochen erschütterte ein Messerangriff das Bezirkskrankenhaus im Regensburger Süden. Nun geben die Behörden weitere Hintergründe preis – unter anderem zum Motiv des mutmaßlichen Täters.
Der Vorfall geschah in einem Garten. In der angrenzenden Station werden Menschen mit psychischen Krankheiten freiwillig behandelt. Das heißt mitunter, dass die Patienten sich frei bewegen können – auch in der Stadt. Genau das hat der tatverdächtige Deutsche (33) an dem Tag der Attacke wohl auch getan. Am frühen Nachmittag sei ein Ausgang verzeichnet, teilt Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, mit. Nach eigener Aussage habe der Mann in der Regensburger Innenstadt eben jenes Messer erworben, das er später wohl gegen einen Mitpatienten (23) richtete.
Motiv für Messerattacke in Regensburg? Gedanken darüber, Ausländer töten zu müssen
Im Stationsgarten stach der 33-Jährige auf sein Opfer aus dem Irak ein. Zum Motiv teilt Rauscher mit: „Der Beschuldigte gab selbst an, dass es zwischen den beiden Protagonisten am Tattag zu einem verbalen Streit gekommen sei, weil sich der Geschädigte nicht namentlich habe vorstellen wollen.“ Daraufhin habe der Beschuldigte bereits „solche Gedanken gehabt, dass er Ausländer töten müsse“ und habe den Geschädigten letztlich angegriffen, so der Oberstaatsanwalt weiter.
Nach der Tat habe sich der 33-Jährige insbesondere gegenüber den Polizeibeamten geäußert, die ihn festnahmen, sagt Rauscher. Beim Ermittlungsrichter habe der Mann indes geschwiegen. Gegen den Deutschen bestehe ein Unterbringungsbefehl – das ist kein Haftbefehl. Rauscher erläutert den Hintergrund: „Nach derzeitiger Sachlage, basierend auf einem psychiatrischen Kurzgutachten, ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte bei der ihm zur Last gelegten Tat schuldunfähig oder zumindest vermindert schuldfähig gehandelt hat.“ Der Mann leide an einer erheblichen Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. Diese sei auch der Grund dafür, warum er sich im BKH befunden habe.
Messerangriff in Regensburg: Opfer wird wohl überleben
Der 23-Jährige wurde bei der Attacke schwer verletzt und umgehend in ein Krankenhaus gebracht. „Aktuell ist davon auszugehen, dass der Geschädigte seine Verletzungen überleben, jedoch erhebliche Folgeschäden davontragen wird“, teilt Rauscher mit.