Sicherheit ist Trumpf beim Gillamoos in Abensberg

Von Wolfgang Abeltshauser · 29. August 2025 um 05:00

In wenigen Tagen öffnet der Gillamoos in Abensberg (Landkreis Kelheim) wieder seine Pforten. Viele Menschen werden erwartet, die Spaß, Stimmung und Vergnügen suchen. Längst kommt so eine große Veranstaltung nicht mehr ohne Sicherheitsmaßnahmen aus. Dabei geht es noch gar nicht um den Katastrophenfall, der wie berichtet am Freitag auf der Gillamoos-Wiese übungsweise simuliert werden soll.

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Ein niedergeschriebenes Sicherheitskonzept für verschiedene Szenarien gibt es wie berichtet seit Jahren. „Das wird ständig weiterentwickelt“, betont Manfred Maier, einer von drei Marktmeistern, die beim Gillamoos im Einsatz sind. Da gebe es immer wieder Veränderungen und Anpassungen.

Ein Beispiel dafür ist die neue Regelung der Zufahrt auf das Gelände, berichtet Maier im Gespräch mit dieser Zeitung. Einsatzfahrzeuge können weiterhin jeden Zugang benutzen. Für Lieferanten gilt allerdings ab diesem Gillamoos, dass sie nur noch über die Brücke beim Schwefelschwammerl auf das Gelände gelangen können. Sie erhalten dazu einen Zugangsschein, auf dem auch das Kfz-Kennzeichen des entsprechenden Fahrzeuges festgehalten ist. Laut Maier wird das durch den eingesetzten Sicherheitsdienst rund um die Uhr kontrolliert. Für alle anderen Kraftfahrzeuge ist die Gillamoos-Wiese während des Jahrmarkts ohnehin tabu.

Solche Absperrpfosten sollen während des Jahrmarkts verhindern, dass auf das Gelände gefahren wird. Für Lieferanten ist nur die Brücke beim Schwefelschwammerl frei. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Es ist ausgeschlossen, dass Lieferanten auch nur aus Versehen über einen anderen Zugang auf das Gelände kommen, denn die seien ohne Ausnahme mit Absperrpfosten gesichert.

150 Einsatzkräfte für den Auszug beim Gillamoos

Mit rund 3500 Teilnehmern ist der Gillamoos-Auszug am Freitag eigentlich schon eine Großveranstaltung für sich. Allein dort werden laut Maier 150 Einsatzkräfte mit dabei sein. Sie kommen von verschiedenen Organisationen - der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), dem Technischen Hilfswerk (THW). Eine Organisation allein könne gar nicht so viele Kräfte stellen. Konkret ist pro 300 Zugteilnehmer eine Einsatzkraft mit einem Defibrillator eingeplant.

Über die Zahl der Einsatzkräfte, die insgesamt in den fünf Gillamoos-Tagen im Einsatz sind, lässt sich Maier nichts entlocken. Er sagt nur so viel: Sicherheitsdienst, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei sind von Donnerstag bis Montag direkt am Festgelände stationiert. Bereitschaftspolizei sei an allen Tagen vor Ort, so dass sie, sollte es nötig sein, sofort eingreifen könnte. Ansonsten unterstützen diese Polizisten durch Streifengänge die Polizeiinspektion aus Kelheim.

Feuerwehr und Sicherheitsdienst gehen Streife auf dem Gillamoos

Streife gehen darüber hinaus täglich Einsatzkräfte der Feuerwehr. Dabei achten sie darauf, dass der Brandschutz in Zelten und auf dem Rummelplatz eingehalten wird. Die Marktmeister selbst sind täglich von 8 bis 20 Uhr vor Ort, danach macht einer von ihnen noch einige Stunden Bereitschaft. Der Sicherheitsdienst geht in den Nachtstunden Streife.

Manfred Maier ist nicht nur Marktmeister, sondern er organisiert auch den Auszug mit. - Foto: Wolfgang Abelthauser

Vertreter aller genannten Organisationen treffen sich zweimal täglich zu Besprechungen. Deren Länge richtet sich laut Maier nach der jeweiligen Lage - besser gesagt daran, ob es eine Lage gibt oder nicht. Der Marktmeister spricht Klartext: Eine kleine Rauferei von Betrunkenen gehöre da noch nicht dazu. Ist in den Stunden davor nicht mehr passiert, dauere so ein Treffen nur wenige Minuten. Anders sehe es aus, wenn etwa die Feuerwehr wegen eines Brandes ausrücken musste oder muss. Im Alarmplan vermerkt sind laut Maier weitere Organisationen - etwa die Wasserwacht wegen der Nähe zur Abens und das THW. Deren Kräfte kämen aber erst bei einer entsprechenden Lage zur Gillamoos-Wiese.

Das schlimmste Szenario am Gillamoos

Das schlimmstmögliche Szenario abseits eines Terroranschlags wäre es wohl, wenn das Gillamoosgelände evakuiert werden muss. Das kann auch wegen eines Vorfalls anderswo nötig werden. So stand es vor wenigen Jahren bekanntlich einmal Spitz auf Knopf, dass der Gillamoos wegen eines Raffinerie-Unglücks in Vohburg beendet hätte werden müssen.

In so einem Falle wird laut Maier folgendermaßen vorgegangen: Es gibt auf dem Festgelände Durchsagen, dass die Gäste den Platz verlassen sollen. Auf der Gillamoos-Wiese gibt es entsprechende Lautsprecheranlagen, außerdem könnte die Feuerwehr über ihre Einsatzfahrzeuge informieren. In den Festzelten wird die Durchsage automatisch über deren Tonanlage zu hören sein.

Diese Schilder bei den Zugängen zum Gillamoos zeigen den Gästen für den Notfall vorhandenen Ausgänge vom Gelände - Foto: Wolfgang Abeltshauser

In so einem Ernstfall werden laut Maier die Einsatzkräfte vor Ort, also etwa Feuerwehr, Polizei und Sicherheitsdienst aufgestockt, um die Gäste zu unterstützen und als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Theoretisch müssten alle Gäste in den Augen des Marktmeisters ohne Unterstützung wissen, auf welche Weise sie sich im Falle einer Evakuierung verhalten sollen. In den Festzelten sind die Fluchtwege ganz klar ausgeschildert. Dazu sind an den Eingängen zur Gillamooswiese Pläne zu sehen, die auf alle Ausgänge hinweisen.

Es gibt sechs verschiedene Ausgänge

Je nachdem, an welcher Stelle man sich befindet, kann man das Gelände an drei Ausgängen zur Münchner Straße hin verlassen, einmal auf Höhe Weißbierstadl, einmal gegenüber der Tankstelle und dann noch in der Mitte beim Härteiszelt (noch nachschauen wo genau). Genutzt werden kann außerdem die schon angesprochene Brücke über die Abens beim Schwefelschwammerl.

Dazu kann die Gillamoos-Wiese in Richtung Liebesinsel verlassen werden - entweder über die Insel direkt oder man hält sich vor der Fußbrücke zur Insel links und geht dann Richtung Münchner Straße. In diesem Bereich habe man laut Maier noch einmal baulich nachgebessert. So sei der Weg zur Brücke zur Liebesinsel verbreitert worden. Außerdem würde im Notfall ein zusätzlicher Rettungsweg durch das ansonsten verschlossene Areal zwischen Weg und Weißbierstadl geöffnet.