Ausnahmezustand in Abensberg: Katastrophenschutz übt vor dem Gillamoos

Am Freitag, 29. August, verwandelt sich die Gillamooswiese in Abensberg in ein groß angelegtes Übungsgelände für den Katastrophenschutz. Mit den Vorbereitungen reagiert das Landratsamt Kelheim auf die besonderen Herausforderungen, die eine Veranstaltung wie der Gillamoos mit sich bringt.
Unter dem Titel „Ägidius“ werden einer Pressemitteilung zufolge dort sowie in den angrenzenden Bereichen ab den Abendstunden rund 600 bis 700 Einsatzkräfte ein Szenario trainieren, das im Ernstfall für die Sicherheit der Besucher des Gillamoos entscheidend sein könnte. Ziel der Übung ist es, Abläufe zu erproben, die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen zu festigen und die Einsatzbereitschaft im Katastrophenfall zu verbessern.
Alles rund um den Gillamoos 2025 lesen Sie hier.
Wegen der Übung „ kommt es am Freitag im Innenstadtbereich ab 19.30 Uhr zu großangelegten Sperrungen für alle Verkehrsteilnehmer. Diese betreffen vor allem die Bereiche rund um die Gillamooswiese und die Innenstadt von Abensberg, teilte das Landratsamt mit. Bis etwa 20.30 Uhr wird die Fahrt stadteinwärts nicht möglich sein. Stadtauswärts bleiben alle Straßen geöffnet. Ausnahme: Bis zirka 24 Uhr bleibt die Münchener Straße zwischen Abensbrücke und Allersdorfer Weg komplett gesperrt.
Im Einsatz sind auch Hubschrauber, die in Kelheim im Donaupark starten und landen. Die Mittelbayerische begleitet die Übung live und berichtet in einem Liveblog auf www.mittelbayerische.de darüber.
Kein aktueller Anlass
Bereits vor einigen Jahren war ein spezieller „Katastrophenschutz-Sonderplan für Schadensereignisse auf dem Jahrmarkt Gillamoos“ erarbeitet worden – nicht aus aktuellem Anlass, sondern weil das Bayerische Katastrophenschutzgesetz solche Planungen ausdrücklich vorsieht. Nun wird dieser Sonderplan erstmals in dieser Größenordnung praktisch erprobt.
Ein eindrucksvolles Bild verspricht zudem der Luftraum: Drohnen und Hubschrauber sind Teil der Übung. Besonders im Bereich des Alten Stadions in Abensberg werden die Hubschrauber mehrfach zu hören und zu sehen sein. Sie werden zwischen Abensberg und Kelheim pendeln, wo im Donaupark nahe des Landratsamtes ein provisorischer Landeplatz eingerichtet wurde.
An der Übung beteiligen sich zahlreiche Organisationen: BRK, Bundeswehr, DLRG, DRF-Luftrettung, Feuerwehren, Integrierte Leitstelle, Polizei, PSNV-Einheiten, RKT, THW, Wasserwacht sowie verschiedene Katastrophenschutzeinheiten. Unterstützt werden die Kräfte von etwa 150 Komparsen, die für realistische Szenarien sorgen. Als Schirmherr fungiert Landtagsabgeordneter Walter Nussel, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für Bürokratieabbau. Er wird die Übung auch persönlich begleiten. Nussel war selbst über 30 Jahre Kommandant einer Freiwilligen Feuerwehr und kennt die Anforderungen großer Schadenslagen aus eigener Erfahrung.
„Um im Falle eines hoffentlich nie eintretenden Ernstfalls bestimmt und zielorientiert handeln zu können, findet diese Katastrophenschutzübung statt. Durch den Sonderplan lassen sich Erstmaßnahmen besser koordinieren und Einsatzkräfte gezielt alarmieren. Auch ist es durch den Sonderplan möglich, Betroffene sowie Angehörige entsprechend zu betreuen und Medienvertreter zentral und einheitlich zu informieren“, erläutert Wolfgang Weiß vom Katastrophenschutz im Landratsamt Kelheim.
Ende gegen Mitternacht
Landrat Martin Neumeyer betont, dass Übungen wie „Ägidius“ ein zentraler Bestandteil der Prävention seien: „Das Landratsamt Kelheim führt in regelmäßigen Abständen Katastrophenschutzübungen durch. Eine Übung in dieser Größenordnung fand bisher allerdings noch nicht statt. Interessierte Bürger dürfen sich im Bereich der Gillamooswiese selbstverständlich aufhalten und die Katastrophenschutzübung beobachten. Damit der Ablauf erfolgreich durchgeführt werden kann, bitten wir die Bevölkerung, sich an die Anweisungen der Rettungskräfte zu halten und die abgesperrten Bereiche keinesfalls zu betreten.“
Das Ende der Katastrophenschutzübung ist gegen Mitternacht vorgesehen. Dann sollen die Sperrungen schrittweise aufgehoben werden. Für die Bevölkerung bietet sich an diesem Abend die seltene Gelegenheit, den Einsatz hunderter Rettungskräfte zu beobachten.