Das ist am Gillamoos 2025 geboten: Blaulichtmeile, Mickie Krause und Weltrekordversuch

Der Gillamoosin Abensberg im Landkreis Kelheim bringt heuer einige Neuerungen: Mit Blaulicht- und Agrarmeile und dem größten Standkonzert der Stadtgeschichte setzen die Veranstalter auf neue Highlights.
Normalerweise haben die Abensberger nichts gegen Sonnenschein Ende August. Nur beim Gillamoos macht man da eine Ausnahme. Denn wenn beim traditionsreichen Jahrmarkt die Zelte beben, sind hohe Temperaturen eher ein Stimmungskiller. Entsprechend misstrauisch blickten die Festwirte bei der Pressekonferenz am Montagvormittag in den strahlend blauen Himmel.
„Schön und trocken darf es schon sein“, hieß es unisono. „Aber bitte ned zu warm.“ Schließlich lebt das Fest nicht von Hitzerekorden, sondern von Rekordstimmung und genau die wollen die Verantwortlichen heuer mit einigen Neuerungen garantieren.
Zwischen Tradition und Zeitgeist
Der Gillamoos, heuer von Donnerstag, 4. bis Montag, 8. September, verlangt Jahr für Jahr Feinschliff, damit die Mischung aus Tradition und Zeitgeist stimmt. 2025 setzen die Veranstalter dabei auf zwei neue Formate: eine Blaulichtmeile am Samstag und Sonntag, bei der Rettungsdienste und Hilfsorganisationen Einblicke in ihre Arbeit und Ausrüstung geben, sowie eine Agrarmeile am Montag, die Landwirtschaft, Nutzfahrzeuge und Anbaumethoden in den Mittelpunkt rückt. Beides sei, so betont Bürgermeister Bernhard Resch, „ein wichtiger strategischer Schritt, um den Gillamoos auch inhaltlich weiterzuentwickeln“.
Dazu steht eine weitere Premiere am Sonntag an: Über 140 Musiker treten zum wohl größten Standkonzert an, das Abensberg je gehört hat. Die Aktion sei ein starkes Symbol, um „das Gemeinsame hervorzuheben“, sagte Resch.

Dass dieses Miteinander nicht nur eine Floskel ist, soll die sogenannte Gillamoos-Taskforce zeigen. Sie bringt Stadt, Brauereien und Festwirte an einen Tisch. Die Zusammenarbeit sei gut, wie alle Beteiligten berichten, auch wenn es „natürlich auch mal Reibungen gibt“. Doch genau daraus entstehe eben auch positive Energie.
Barrierefreiheit im Fokus
Neben all den Neuerungen setzen die Verantwortlichen auch auf Kontinuität. Vor allem die Barrierefreiheit bleibt ein zentrales Anliegen. Dazu gehören verbesserte Wege und rollstuhlgerechte WCs, genauso wie kostenlose Parkplätze oder verkürzte Bänke den Besuch erleichtern sollen.
Als echter Publikumsmagnet entwickelt sich zunehmend der Holzsägewettbewerb. Kulturreferent Niklas Neumeyer sprach sogar von einer „Renaissance“. Rund zehn neue Vereine hätten sich angemeldet – möglich sei das aber nur dank der vielen Helfer im Hintergrund: von den Teams, die die Baumstämme auswählen, bis zu den Freiwilligen, die beim Auf- und Abbau mit anpacken. Der Festauszug mit über 3500 Teilnehmern, darunter rund 1000 Kinder, sei ebenfalls ein Grund zum Stolz: Er sei nämlich genauso groß wie beim Gäubodenfest, erklärt Neumeyer.
Die Zelte selbst setzen individuelle Akzente. Von Stars wie DJ Ötzi und Mickie Krause im Kuchlbauer-Zelt bis zum nostalgischen Tanzen auf dem „Oidn Gillamoos“ zeigten sich die Festwirte zufrieden.
Für Gillamoos-Besucher auch wichtig: Ein Trinkbrunnen sorgt für kostenlose Erfrischung. Der Gillamoos-Express bleibt mit einem Tagesticket von neun Euro preislich stabil. Einziger Wermutstropfen: Wegen Umleitungen kann heuer der Ortsteil Untersaal nicht angefahren werden.
Neuer Maßkrug-Weltrekord?
Für Senioren gibt es einen Mittagstisch im Hofbräuzelt – und für alle Besucher eine gute Nachricht: Die Bierpreise bleiben stabil (zwischen 12,30 und 12,70 Euro). Auch ein Weltrekordversuch darf nicht fehlen: Maßkrug-Stemmer Oliver Strümpfel will seine eigene Bestmarke brechen und mehr als 30 Krüge schultern.
Einen kleinen Dämpfer gibt es bei der Wahl zur Dirndlkönigin: Nur zwei Kandidatinnen stellen sich in diesem Jahr dem Publikum, so wenige wie noch nie. Woran das liegt? Sicher nicht an schlechten Erfahrungen. „Es war ein Privileg, ein Jahr unterwegs sein zu dürfen“, sagen die amtierenden „Queenies“ Sophia Kellner und Lisa Niebler. Sie werden mit 30 anderen Festköniginnen den Zug begleiten.
Traditionell kulminiert der Gillamoos im politischen Montag. Neben dem Auftritt von Kabarettist Wolfgang Krebs prägen vor allem die Auftritte prominenter Politiker den Tag: Erwartet werden unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Landwirtschaftsminister Alois Rainer (beide CSU), der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, sowie die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katharina Schulze. Von den Freien Wählern treten stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger und Kultusstaatsministerin Anna Stolz auf. Die FDP wird durch ihren Bundesvorsitzenden Christian Dürr vertreten, die ÖDP durch Parteichefin Agnes Becker. Auch AfD-Chef Tino Chrupalla kommt nach Abensberg.
Einen der weitesten Wege hat Andreas Bovenschulte, Bürgermeister von Bremen. Er reist als Redner der SPD an. Für Festwirt Marco Härteis eine kleine Herausforderung: „Wir suchen noch einen Dolmetscher“, scherzt er auf der Pressekonferenz. Ob zum Essen „Alsterwasser und Krabben“ gereicht werden, sei ebenfalls noch offen.
Vielleicht bringt der Gast aus dem hohen Norden ja auch ein Stück frische Nordseebrise mit nach Abensberg. Dann müssten die Besucher im Zelt nicht wieder so schwitzen wie im vergangenen Jahr.