Großer Touristen-Andrang: In Regensburg werden die Gästeführer im September knapp

Sie gehören zum Stadtbild wie der Dom, die Steinerne und die Wurstkuchl-Rauchschwaden: Auch in diesem Sommer sind wieder viele Touristen in Regensburg unterwegs. Sogar so viele, dass den Verantwortlichen allmählich die Gästeführer ausgehen.
Das geht aus einem Schreiben der Regensburg Tourismus GmbH hervor, das der MZ vorliegt. Die städtische Tochter koordiniert die Führungen durch die Domstadt. An mehreren Samstagen im September stünden kaum mehr Gästeführer zur Verfügung, heißt es dort. Zudem rechne man mit weiteren Buchungen für Termine an diesen Tagen, weshalb man die Gästeführer bitte, sich zur Verfügung zu stellen.
Gehen die Gästeführer aus? „Es gibt noch Spielraum“
Jakob Reitinger, Chef der Regensburg Tourismus GmbH, bestätigt auf MZ-Anfrage, dass es an diesen Daten eng werden kann. Er betont allerdings auch: „Aktuell sind noch nicht alle Gästeführer im System freigeschaltet. Das bedeutet, dass hier noch Spielraum besteht.“ Bislang habe man sämtliche Anfragen bearbeiten und alle Führungen erfolgreich besetzen können.
Der Eindruck eines Engpasses könne entstehen, weil viele Gästeführer diese Tätigkeit nebenberuflich ausüben und daher nicht durchgehend im System freigeschaltet sind, sagt Reitinger. „Zudem sind alle Führungen auf maximal 25 Teilnehmende begrenzt.“ In der Hauptsaison erfordere die gestiegene Nachfrage entsprechend mehr Gästeführer, um die größere Zahl an Gruppen betreuen zu können.
Tourismus in Regensburg: Hohe Nachfrage im September
Ein Engpass ist dabei keine neue Situation, sagt Reitinger. „Eine erhöhte Nachfrage ist insbesondere in der Hauptsaison – vor allem im September – zu verzeichnen.“ Seit der Corona-Pandemie zeige sich allerdings eine verstärkte Kurzfristigkeit und Unverbindlichkeit bei Buchungen, was die Koordination der Führungsanfragen zusätzlich beeinflusst, sagt der Chef der Regensburg Tourismus GmbH. „In den vergangenen Jahren konnten jedoch stets alle Anfragen erfüllt werden.“
Um einer erhöhten Nachfrage zu begegnen, arbeite die Stadt eng mit Partnerbetrieben zusammen, dazu zählt unter anderem die Stadtmaus, sagt Reitinger. Bei dem privaten Unternehmen, das vor allem Themenführungen durch die Stadt anbietet, ist Jasmin Waniewski für das Ressourcenmanagment zuständig. Das heißt, sie koordiniert die Führungen. Auch sie bestätigt, dass es im September durchaus mal eng werden kann. Das liege zum einen daran, dass in dem Monat meist schönes Ausflugswetter ist, zum anderen ist die Urlaubszeit vorbei. Das sorgt beispielsweise dafür, dass insbesondere Vereine dann nach Regensburg kommen, um die Stadt zu besichtigen. Auch bei der Stadtmaus habe man bisher alle Anfragen annehmen können, betont Waniewski. Wenn es nötig ist, müsse man halt ein bisschen jonglieren. „In unserer Branche muss man aber immer flexibel bleiben.
Viele Touristen in Regensburg: Saison läuft stark
Nicht nur der September ist heuer sehr stark. Ganz generell verlaufe die aktuelle Tourismussaison sehr positiv, betont Jakob Reitinger von der Regensburg Tourismus GmbH. „Wie bereits 2024 bewegen sich die Zahlen bei Übernachtungen, Führungen und Schiffsanlandungen auf stabilem Niveau mit einem leichten Anstieg.“ Zudem habe es in diesem Jahr erfreulicherweise keine Hoch- oder Niedrigwassersituation, sodass der Betrieb ohne entsprechende Einschränkungen stattfinden konnte.
Dabei gehört das Hochwasser zu Regensburg, wie der Dom, die Steinerne, die Wurstkuchl-Rauchschwaden – und die zahlreichen Touristen.