Wegen Sanierung der Außenanlage: Mehr Geld für das Kultur-Schloss Theuern

Von Gerhard Spies · 26. August 2025 um 19:00

Drei kostenaufwändige Sanierungsabschnitte hat das Kultur-Schloss Theuern hinter sich, die insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro verschluckten. Jetzt muss der Landkreis noch einmal mehr als eine Million Euro für das denkmalgeschützte Kultur- und Industriemuseum in die Hand nehmen. Die Sanierung der maroden Außenanlage muss angegangen werden. Das beschloss jetzt der Ferienausschuss in seiner Sitzung am vergangenen Montag.

1780 wurde das Kultur-Schloss Theuern oder Hammerherrenschloss, wie es auch genannt wird, errichtet. Das Jägerhaus ist sogar noch etwas älter. 1978 eröffnete der Landkreis Amberg-Sulzbach in diesem Gebäude-Ensemble im südlich von Amberg gelegenen Theuern das überregionale Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern, mit der Aufgabe, den Bergbau und die Industrie des gesamten ostbayerischen Raums zu erforschen und darzustellen.

Der Zahn der Zeit

Doch der Zahn der Zeit hatte an den historischen Gebäuden genagt. Deshalb steckten der Freistaat und der Landkreis seit 2017 viel Geld in die Sanierung des Kultur-Schlosses hinein, die 2026 mit dem Jägerhaus abgeschlossen sein soll. Doch jetzt muss der Landkreis noch einmal 1,15 Millionen Euro für die Sanierung der Außenanlagen investieren, nachdem die Schäden hier größer sind als ursprünglich erwartet worden war.

Es war zufällig auch ein Ferienausschuss, nämlich der im August 2022, der die Grundsatzentscheidung zur Durchführung einer Planung für die Erneuerung der Abwasserleitungen und der Außenanlagen traf. Die Untersuchungen des Amberger Büros Trepesch ergaben, dass die Abwasserleitungen und die Außenanlagen komplett erneuert werden müssen.

Man kann nicht oben hui und unten pfui machen.

Bernhard Lindner, Kreisrat (CSU)

„Die mehr als 50 Jahre alten Rohre weisen erhebliche Risse, verschobene Rohrverbindungen, massive Wurzeleinwachsungen und zum Teil auch Setzungen auf“, zeichnete Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises ein düsteres Bild vom Zustand der Abwasserleitungen.

Der Brunnen wird belebt

Der zwar vorhandene, aber defekte Brunnen solle, so Raithel, bei der Sanierungsmaßnahme ebenfalls wieder zum Leben erweckt werden. Und auch der Innenhof soll ein neues Pflaster erhalten. Allerdings soll statt dem jetzigen Granitpflaster ein geeignetes Betonpflaster verlegt werden. „Wir sparen uns damit rund 150 000 Euro“, begründete Raithel diese Entscheidung auf Nachfragen am Montag. Positiv bewertete der Ausschuss, dass die berechneten Gesamtkosten von 1,15 Millionen Euro gegenüber der ersten Schätzung 2021 nicht gestiegen sind.

Bis auf Peter Dotzler (FW) stimmten dann alle Kreisräte für diese Sanierung, auch wenn dafür aus dem Bereich Denkmalpflege keine Fördermittel zu erwarten sind. Schließlich will man ja das mit über zwölf Millionen Euro sanierte Schmuckkästchen des Landkreises Amberg-Sulzbach nicht auf einem maroden Abwassernetz stehen lassen. „Man kann nicht oben hui und unten pfui machen“, brachte Kreisrat Bernhard Lindner (CSU) die Situation auf den Punkt.