„Ein Sommer zum Vergessen“: So schlecht war die Freibadsaison in Cham

Von Nils Mayer · 27. August 2025 um 05:00

Sommer, Sonne, Freibadwetter? Dieses Jahr wegen des wechselhaften Wetters eher eine Seltenheit, wie der Chamer Bademeister Andreas Vogt erzählt. Der 59-Jährige zögert nicht lange, als er ein Fazit zur aktuellen Badesaison ziehen soll: „So schlecht habe ich es persönlich noch nicht erlebt.“ Und auch wenn in den letzten Wochen das Chamer Freibad „ziemlich voll“ war, ist es laut Vogt ein Badesommer zum Vergessen.

Dabei war das Freizeitbad Cham in den vergangenen Tagen noch mal so richtig gefragt. „In der zweiten Augustwoche war richtig was los“, sagt Vogt. Alleine am Donnerstag und Freitag seien rund 4000 Badegäste vor Ort gewesen.

Viel Regen wenig Sonne

Trotzdem hat der Sommer, zumindest im Freibad, laut dem Bademeister schwer unter dem wechselhaften Wetter gelitten. „Vor allem im Juli hat es viel geregnet, und normalerweise ist das die klassische Freibadzeit“, erklärt der 59-Jährige. Und jetzt seien die Chamer schon im Sommerurlaub und die Saison schon so gut wie um.

Zumindest eine gute Nachricht hat der Bademeister zu verkünden: „Es gab heuer noch keine nennenswerten Badeunfälle im Freibad.“ Danach klopft er direkt auf ein Holzgeländer und hofft nach eigenen Worten, dass das auch in Zukunft so bleibt. „Sowas braucht keiner.“

Trotzdem hat der Bademeister mit den altbekannten Problemen alle Hände voll zu tun: „Die Leute springen halt immer noch vom Beckenrand, und auch Kinder werden viel zu oft alleine im Wasser gelassen.“

Dabei würden die Eltern oft die Gefahr unterschätzen und unnötige Risiken eingehen. „Oft sind die dann so sehr mit dem Handy beschäftigt, dass sie es erst merken, wenn es fast zu spät ist“, meint Vogt.

Auch im Freibad gelten klare Vorschriften. - Foto: Nils Mayer

Einen neuen negativen Trend beobachtet der Bademeister im Verhalten mancher Badegäste. „Die Respektlosigkeiten mancher Personen kennen keine Grenzen“, meint er. Dies habe in den vergangenen Jahren „auch spürbar zugenommen“. Darunter leide am Ende nicht nur die Autorität des Bademeisters, sondern auch die Sicherheit im Freibad.

Bemerkbar macht sich diese Entwicklung laut Vogt beim Unwetteralarm, der vor nahenden Blitzen und Stürmen warnt. „Einige wollen dann trotz der Gefahr im Wasser bleiben und sehen gar nicht ein, warum sie rauskommen sollten.“ Dabei sei bei einem Blitzschlag erst einmal das Freibad und damit auch er als Bademeister verantwortlich.

Saison läuft noch

Noch ist die Freibadsaison aber noch nicht ganz verloren. Bis Ende September können die Chamer noch vom Sprungbrett springen oder im Schwimmbecken ihre Bahnen ziehen.

Für das nächste Jahr hat der Bademeister vor allem einen Wunsch: „Ich wünsche mir stabileres Wetter, damit auch mehr Leute ins Freibad gehen.“

Übrigens: Vogt ist sich laut eigener Aussage sicher, dass auch andere Freibäder im Landkreis diesen Sommer mit Besuchermangel zu kämpfen hatten. „Wir hatten alle denselben Sommer. Das ist kein Chamer Problem.“