Ein Buddha in der alten Turnhalle: Darum sind Buddhisten in Katzdorf daheim

Von Bernd Hofmann · 26. August 2025 um 05:00

Im unscheinbaren Gebäude der ehemaligen Grundschule in Katzdorf verbirgt sich ein Verein, der so viel anders ist, als die typischen Vereine in der Oberpfalz. Ganz anders als beim Schützenverein, dem Frauenbund oder beim GOV geht es beim Ruam Jai Pak zu. Denn hier in Katzdorf (Landkreis Schwandorf) versammelt sich regelmäßig die buddhistische Gemeinschaft.

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Seinen Ursprung nimmt diese in Thailand. Auf eine Bitte von Buddhisten folgend reisten 2001 Mönche nach Nürnberg, um diese in der Meditation anzuleiten. Mit der Zeit wurden die Interessenten immer mehr und so gründeten sich mehrere Vereine, unter anderem 2010 der Ruam Jai Pak – damals noch im Landkreis Regensburg. In Pentling, in der Wohnung von Maneerat Schiller, trafen sich die Gläubigen zuerst. Als dann jedoch der Andrang immer mehr wurde, suchte der Ruam Jai Pak einen neuen Ort.

Etwas erhöht sitzen die Mönche bei Feierlichkeiten. - Foto: Bernd Hofmann

Fündig wurde man in der alten, leerstehenden Grundschule in Katzdorf, die man erst aufkaufte und dann umbaute. 2012 konnte man dann in die größeren Räume nach Katzdorf ziehen. „Das war eine große Steigerung“, erinnert sich Schiller.

In die Turnhalle wurde die Haupthalle des Meditationszentrums aufgebaut, alte Klassenzimmer wurden umfunktioniert in Speiseräume. Eine Küche kann für Feste bis zu 200 Gäste versorgen. Die alte Werkstatt der Schule ist noch erhalten, hier schreinern die Mönche zum Beispiel Tische oder Fahnen und erledigen Reparaturen am Haus. Im ehemaligen Lehrerhaus, wohnen mittlerweile die Mönche.

Eine der größten in Europa

Eine 4,80 Meter hohe Buddha Statue dominiert die ehemalige Turnhalle. Golden, mit glitzernden Steinen besetzt, ist sie das Herzstück des Tempels – und eine der größten Buddha Statuen in Europa. Der Som Dej Ong Pathom, eine Darstellung des ursprünglichen Buddhas, wurde extra aus Thailand importiert. „Der Transport des Buddhas hat einen Monat gedauert, und er steckte sieben Monate in Hamburg im Zoll“, erinnert sich Schiller.

Mönchsgewänder trocknen vor dem ehemaligen Haupteingang der Schule in der Sonne. - Foto: Bernd Hofmann
Die Werkstatt des Zentrums. - Foto: Bernd Hofmann
Hier essen die Mönche, die momentan vor Ort sind. - Foto: Bernd Hofmann
Hier wird gerade ein Fest vorbereitet: An die blauen Stäbe werden Geldspenden gehängt. - Foto: Bernd Hofmann
Unzählige Erinnerungen aus vergangenen Veranstaltungen säumen die Wände der Eingangshalle. - Foto: Bernd Hofmann
Die Küche des Zentrums in Katzdorf: Hier können bis zu 200 Leute bekocht werden. Willkommen ist prinzipiell jeder. - Foto: Bernd Hofmann

Gespendet wurde die Statue vom Tempel Wat Tha Sung. In drei Teilen wurde die eine Tonne schwere Statue damals transportiert. Laut Schiller musste damals sogar die Tür der Turnhalle umgebaut werden, um den Buddha hereinzubringen.

In der ehemaligen Schule hat der Verein eine Heimat gefunden. - Foto: Bernd Hofmann

Hier meditieren zwischen Mai und Oktober die Mönche. In dieser Zeit ist immer einer von ihnen im Haus untergebracht. Sie kommen aus Thailand und wechseln zwischen den Tempeln des Wat Tha Sung in Deutschland hin und her: Nürnberg, Wiesbaden und eben in Katzdorf. Zwischen sechs und acht Feste werden im Buddhistischen Meditationszentrum pro Jahr gefeiert. Dabei sind die rund 400 Mitglieder, die der Verein mittlerweile hat.

Man hat immer offene Türen und offene Herzen.

Manfred Fromm - Er kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins

Hauptsächlich sind es Thailänder, die schon in ihrer Heimat den Wat Tha Sung Tempel besucht haben. Auch aus dem Ausland wird der Tempel besucht: Aus Belgien, Österreich, England und Schweden kamen bereits Teilnehmer für die Feste, erklärt Manfred Fromm: „Wer Mitglied ist, kommt von überall her.“ Fromm hat vor 29 Jahren eine Thailänderin geheiratet, die beim Verein aktiv ist. Er kennt sich in der Gegend aus und hilft, wenn Sprachbarrieren zu groß werden.

San Phra Phum, Geisterhäuser, stehen vor dem Gebäude und sollen Geister fernhalten. - Foto: Bernd Hofmann

An den Festen darf übrigens auch die Öffentlichkeit teilnehmen: „Jeder darf kommen, wenn er sich an die thailändischen Sitten anpasst.“ Heißt zum Beispiel: Keine Schuhe im Tempel und in der großen Halle trägt man nicht einmal Hausschuhe.

Eine Statue des Gründers des Wat Tha Sung in Thailand. - Foto: Bernd Hofmann

Ein gutes Verhältnis pflegen

Die Beziehung zur Nachbarschaft ist für den Verein sehr wichtig. „Wir haben ein super Verhältnis“, betont Fromm. Anfänglich, wenn Mönche mit ihren Gewändern durch die Straßen gegangen sind, hätte manch ein Einwohner befürchtet, eine Sekte ginge umher. Fromm kennt sich in der Gegend aus und kann deshalb die Wogen glätten.

Er selbst ist übrigens kein Buddhist, sondern Christ. Trotzdem ist er begeistert von der Gastfreundschaft und Mentalität der Thailänder: „Man hat immer offene Türen und offene Herzen. Das zwischenmenschliche macht einfach Spaß.“