Parsberger Stadtplatz wird zur grünen Oase: Mit Brunnen und Boulebahn zum Treffpunkt

Die Sanierung der Parsberger Stadtmitte ist seit Jahrzehnten ein Thema – nun wird der Traum greifbar: Ein neuer Brunnen, Grünflächen, Biergartenbereiche und sogar eine Boulebahn sollen Leben in die Innenstadt bringen. Doch was macht den Brunnen so besonders, dass er schon jetzt für Gesprächsstoff sorgt?
Nach Eröffnung der Durchfahrtsstraße lässt sich schon mehr erkennen. Nur die kleine Kapelle umgibt noch eine riesige unansehnliche Schotterfläche. Die Pläne dafür stellten Bürgermeister Josef Bauer und Steinmetz Florian Lautenschlager am Freitag vor.
Beim Stadtgespräch zeigten der Verwaltungschef und einige Stadträte die zukünftige Gestaltung, die weiteren Baufortschritte und den zeitlichen Ablauf vor. Maßgeblich an der Optik beteiligt ist Steinmetz Florian Lautenschlager: Er gestaltet den Brunnen, der sich an einem Ende des Stadtplatzes befinden wird.
Dem Parsberger Lebensgefühl nachempfunden
Mit seinem Modell des Brunnens schilderte er seine Idee. Als Einheimischer hatte er bei der Ausschreibung durchaus einen Heimvorteil, denn er spürte, was die Menschen bewegt und was sie haben möchten. Wie er vor Ort erläuterte , ließ er sich von Parsberg und vor allem von dem alten Freibad in der Hammermühle inspirieren.
Die älteren Generationen Parsberger erinnern sich noch gut, wie sie statt in einem gebauten Freibad, beim Wehr in der Schwarzen Laber badeten und planschten. Der Spaß war damals sicher genauso groß wie heutzutage im Freibad in der Hatzengrün. Um dieses Gefühl noch intensiver zu erleben und den eigenen Blick zu erweitern, fuhr Lautenschlager mit seinem Kanu die Schwarze Laber entlang.
Brunnen mit Wehr und mehreren Ebenen
Heraus kam das Bild eines schönen Brunnens mit Wehr und mehreren Ebenen. Im Zuge der Ausschreibung schaute er, wie sich der Brunnen in das Eck Richtung Raiffeisenbank einfügen kann. Das wird ähnlich geschehen, wie sich die Laber auch natürlich ihren Weg sucht.
Der Brunnen hat mehrere Ebenen, denn der Künstler weiß, dass sich Menschen gerne auf genau solchen Ebenen aufhalten, sich gerne hinsetzen und genießen. „Leute sind von Strukturen fasziniert!“, erläuterte Lautenschlager beim Ortstermin. Der Brunnen beziehungsweise dessen Wasser wird in einer Wasserlinie bis ans andere Ende des Platzes geführt. Dort wird es Sitz- und Spielmöglichkeiten geben. Auch ein kleiner Springbrunnen wird zu finden sein.
Parkplätze bleiben und neue Bäume kommen
Auch Dritter Bürgermeister Hansjürgen Hopf, der ebenfalls zu der Veranstaltung kam, freut sich über die Gestaltung, vor allem, dass man die Idee der Sprinkleranlage für die Kinder aufgenommen habe. Dahinter, also entlang der Straße, wird es Längsparkplätze geben und man verliert dadurch kaum Stellplätze, milderte Bürgermeister Josef Bauer die Angst der Bürger.
Im Inneren des Platzes wird es viel Grün, hauptsächlich in Form von Bäumen, geben. „Bäume haben einfach was und auch im Zuge der Klimaerwärmung sind sie sehr wichtig!“, stellte der Rathauschef heraus. Zudem gebe es durch diese Art der Begrünung 80 Prozent Förderung für den Platz.
Flächen für Nutzung als Biergarten
Dazu kommen auch sogenannte „Biergartenflächen“, erläuterte Stadtrat Jochen Zehender. Diese würden teilweise bewirtschaftet, teilweise nicht und man könne sich unter diesen sogenannten „Tennendecken“ zusammensetzen. „Ich wünsche mir eine belebte Stadtmitte mit gastronomischen Angeboten!“, so Zehender.
Für eine weitere Belebung wird auch die Wiederherstellung der Boulebahn sorgen. Diese haben sich auch die Parsberger Jugendlichen im Jugendforum ausdrücklich zurückgewünscht. Der unter dem Stadtplatz liegende Garten wird angehoben, ins Gesamtbild integriert und die Boulebahn geschaffen.
Wasser des Brunnens wird mehrfach genutzt
Auch wenn man derzeit nicht viel an Arbeiten sieht, sind sie doch in vollem Gange, denn die meiste Arbeit geschieht bereits unterirdisch mit verschiedenen Anschlüssen. So wird beispielsweise das Brunnenwasser erst mehrfach im Umlauf sein und schließlich in eine Zisterne geleitet, mit der dann gegossen wird. So wird kein Tropfen Wasser verschwendet, verspricht Bauer.
Zudem wird es eine Trinkwasserstation geben, an der nicht nur Radfahrer ihre Flaschen auffüllen können. Auch am Nebengebäude wird derzeit gearbeitet.
Den Brunnen bereitet Steinmetz Lautenschlager gerade in seiner Werkstatt vor. Der Baubeginn dafür wird voraussichtlich im September sein. Im Frühjahr/Sommer 2026 werden die Belags- und Tiefbauarbeiten erfolgen. Der Stadtplatz bekommt wassergebundene und wasserdurchlässige Flächen. Die Pflanzarbeiten können dann möglicherweise schon im Herbst 2026 stattfinden.
Die Entwürfe, sowohl des Brunnens als auch vom restlichen Stadtplatz, bekamen von allen anwesenden Bürgern und Politikern großes Lob - vor allem für die durchdachte, klimaangepasste Planung.