„In zehn Minuten seid’s weg!“ – Biergarten-Wirt und Radlergruppe geraten in Chamerau aneinander

Die Sonne scheint – Ausflugswetter! Im Landkreis Cham gibt es da einige Wirtshäuser entlang der Rad- oder Bootswege, die dann Hochkonjunktur haben. Dazu gehört der Bäckerwirt in Chamerau (Landkreis Cham). Und dort landete jetzt der Seniorenstocktreff des SSV Schorndorf – doch zu dessen Unmut nicht so lange, wie gewünscht. Der Wirt erklärt, warum.
Mit etwa 16 Leuten sei man per Radl unterwegs gewesen, sagt Markus Schleich von der SSV-Stockabteilung. Eingekehrt sei man dann gegen 15.30 Uhr im Biergarten beim Bäckerwirt, „der war da noch nicht voll!“, so Schleich. Um alle unterzubringen, habe man zwei Tische zusammengestellt – „die Bedienung hat da nichts dagegen gehabt, und eine Reservierungsschild gab’s auch nicht!“ Man habe Getränke und dann gegen etwa 16.30 Uhr auch Essen bestellt. Um 18 Uhr, als noch SSVler laut Schleich vor ihrer Brotzeit saßen, sei dann der Wirt gekommen und habe sie recht rabiat aufgefordert, zu gehen.
„So noch nie erlebt!“
„Mit den Worten: In zehn Minuten seid’s verschwunden!“, erzählt Markus Schleich, dazu habe er gesagt, dass dort, wo sie säßen, reserviert sei. „Davon hatte bis dahin keiner etwas gesagt, weder Bedienung noch der Wirt“, sagt Schleich. Der Wirt habe ihnen vorgehalten, dass er nicht damit gerechnet habe, dass sie so lange bleiben und sie zum Gehen aufgefordert – „in einem harschen Ton, der ist richtig pampig geworden“.
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Die Gruppe wäre ihm sicher entgegengekommen, wenn er ihnen die Sache in normalem Ton erklärt und sie gebeten hätte, den Tisch freizugeben, vielleicht einen anderen angeboten hätte, da die Reservierungsgäste bereits auf die Plätze warteten. Doch stattdessen habe er sie rabiat aufgefordert, zu zahlen und zu gehen. Den Bedienungen sei das auch zuwider gewesen, und der halbe Biergarten habe die Gaudi mitbekommen, meint Schleich.
„Ich bin noch nie aus einem Wirthaus so davongehau’n worden“, sagt Schleich, der übers Jahr immer wieder beim Bäckerwirt einkehrte, was sich nun ändert: „Mich sieht der nimmer! So mit Gästen umzugehen, geht gar nicht!“ Es habe auch gar keinen anderen Grund gegeben, sie seien nicht laut oder auffällig gewesen. Zudem hätten alle Trinken und Essen bestellt – der Umsatz habe gestimmt. Man habe sich auf den Abend gefreut, wollte eigentlich so gegen 19.30 Uhr aufbrechen, bis der Wirt am Tisch stand. „Das war eine Frechheit!“, sagt der Stocksportler.
Wirt: „Unglücklich gelaufen“
Es tue ihm leid, dass das so unglücklich – so „saudumm“ – gelaufen sei, sagt Willi Baumgartner, der Chef des Bäckerwirts, weist aber den rabiaten Tonfall seinerseits bei der Ausladung der Gruppe gegen 18 Uhr zurück. Er sei nicht ausfallend gewesen, schildert er seine Sicht der Dinge. Er habe darum gebeten, die zwei Tische, die die Gruppe einfach zusammengestellt habe, zu räumen, da sie ab 18 Uhr reserviert gewesen seien. Er habe die Tische gebraucht.
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Das Kommen der Gruppe gegen 15 Uhr habe er vom Zapfhahn aus beobachtet, auch deren Platzwahl – „die haben gar nicht gefragt!“ Laut Bedienung sei der Gruppe auch ein anderer Tisch angeboten worden – doch die hätten partout abgelehnt und die Bedienung überredet. Es sei an sich auch kein Problem gewesen. Er habe aber nicht gedacht, dass die länger bleiben würden. Er stelle am Nachmittag noch keine Reservierungshinweise auf. Zudem reserviere er wenn überhaupt nur für Gruppen ab acht Leuten. Willi Baumgartner verweist auch auf die Hektik – der Biergarten sei gegen 18 Uhr übervoll gewesen, „ein Wahnsinn!“ Für seine Hausgäste seien allein ein Zehner- und ein Elfertisch reserviert gewesen.
Dann sei noch ein Straubinger Bus gekommen. Sicher könne er auch 500 Plätze dort anbieten, „doch das muss man bearbeiten können!“, sagt der Wirt. Er habe drei Bedienungen da gehabt, „mehr als arbeiten können wir nicht!“
Doch es jedem recht machen könne man eben auch nicht, „am Ende ist sowieso immer der Wirt schuld!“, sagt er. Wenn man mit großer Gruppe kommen, sei es besser, vorher anzurufen und sich anzukündigen, rät Bäckerwirt Baumgartner möglichen Gästegruppen.