In Neumarkts Partnerstadt Mistelbach ist ein Elch die neueste Attraktion

Von Lothar Röhrl · 23. August 2025 um 11:00

Emil ist in Mistelbach ein Medienstar. Im Internet kursieren Bilder und Videos von ihm und auch die lokale Presse berichtet über ihn. Die neueste Berühmtheit in Neumarkts Partnerstadt im Weinviertel ist ein junger Elch.

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„Ich glaub‘ mich knutscht ein Elch“ – diesen Gedanken haben wohl dieser Tage viele Bürger von Mistelbach. Doch dieser Elch knutscht nicht, er wandert lieber. Erstmals wurde er im tschechischen Nordmähren gesichtet. Dort ist der junge Elch schon seit längeren ein Star, vor allem in den sozialen Medien. Hier bekam er auch seinen Namen: Emil. Und nun ist Emil ins niederösterreichische Weinviertel gekommen. Also dorthin, wo mit der Bezirkshauptstadt Mistelbach Neumarkts Partnerstadt liegt.

Ob Emil auch beim Mistelbacher Stadtfest am kommenden Wochenende vorbei schaut, ist nicht ganz sicher. Sicher aber ist, dass das die Gäste aus Neumarkt vorhaben.

Neumarkter Delegation besucht Mistelbach zum Stadtfest

Mit Partnerschaftsreferentin Lissy Walter an der Spitze besucht eine Delegation die Partnerstadt und pflegt damit die Freundschaft beider Städte weiter.

Am vorletzten Wochenende waren bereits einige Mistelbacher mit Bürgermeister Erich Stubenvoll beim Jura-Volksfest in Neumarkt. Dabei stellte Stubenvoll mit Margit Bader Mistelbachs neue Partnerschaftsreferentin für Neumarkt vor. Für Bader ist nur die Funktion neu. Neumarkt kennt sie schon lange. Vor 55 Jahren war sie das erste Mal hier.

Doch zurück zum derzeit viel bekannteren Neu-Mistelbacher Emil. Der Elch ist hier nämlich schon zur Berühmtheit geworden. In den „Niederösterreichischen Nachrichten“ (NÖN), Mistelbachs Tageszeitung, berichtet deren Mistelbacher Büroleiter Michael Pfabigan über den seltenen Gast.

Faszinierende Filme und Bilder von Elch Emil

Und in den Sozialen Medien geht es rund, ob mit Fotos oder kurzen Filmen. Darin lugt Emil mal neugierig am Rande einer Hecke in Richtung des NÖN-Fotografen. Mal trottet Emil an einer Straße entlang in Richtung eines Kreisverkehrs. Mittlerweile gibt es auch mit Handys aufgenommene Filmchen, die Emil auf einer Straße durch eine zu Mistelbach gehörende Siedlung zeigen. Dabei wirkt der Elch lammfromm.

Emil ist für Naturkundige so etwas wie ein Sechser im Lotto. Die NÖN zitiert den Bezirksjägermeister Christian Oberenzer. Dieser habe gesagt, dass ein Lotto-Sechser sogar noch eher passiere, als dass sich Elche ins Weinviertel verirrten. Wahrscheinlich sei der Elch auf dem Weg in den Böhmerwald. Vielleicht suche er aber auch ein neues Revier oder eine Partnerin.

Emil muss keine Angst vor Jägern haben

Vor Jägern müsse Emil nicht nur in Mistelbach an der Zaya, wie die Partnergemeinde genau heißt, keine Angst haben. Denn Elche würden in ganz Österreich als „nicht jagbares Wild“ gelten.

Wahrscheinlich wird Emil wohl nicht beim Bezirkshauptstadtfest auftauchen. Dieses vier Tage dauernde Fest in der Metropole des Weinviertels startete bereits am Donnerstag. Höhepunkt wird am Sonntag der „Korso“ genannte Umzug sein. Dieser besteht aus Kindergruppen, Sambatruppen, Vereinen, Traktoren, Neuwagen, Oldtimern, Fahrrädern, Pferdekutschen sowie einzelnen Firmenautos.

Neumarkter Bier als Geschenk für die Mistelbacher

Mit dabei ist auch ein Wagen, von dem herab Neumarkter Bier ausgeschenkt wird. Dazu sind am Mittwoch außer Lissy Walter auch Hauptamtsleiter Thomas Thumann und Stadtrat Heiner Zuckschwert angereist. Mit dabei waren zwei 30 Liter Gansbräu-Bier fassende Fässer. Die werden vor dem Festzug angestochen.

Mit im Programm der Neumarkter wird ein Besuch im „Alten Depot“ sein. Bei diesem Mistelbacher Kult-Lokal hat Bürgermeister Stubenvoll seit dem vergangenen Jahr eine für Neumarkts Stadtoberhaupt Markus Ochsenkühn unvorstellbare Rolle inne. Um das von der Schließung bedrohte „Alte Depot“ weiterhin zu betreiben, ist Stubenvoll einer von fünf Gesellschaftern geworden. Emil wird das alles wahrscheinlich weniger interessieren.