Julia aus Bad Kötzting braucht dringend examinierte Pflegekräfte – Und das bis Ende August

Von Stefan Weber · 20. August 2025 um 16:30

Julia ist 33 Jahre alt und seit einem anerkannten Impfschaden im Alter von acht Monaten nach einer Gehirnentzündung auf Pflege angewiesen. Für ihre Mutter ist die Pflege seit nunmehr vielen Jahren zum Beruf geworden. Susanne Hirmer pflegt ihre Tochter seit über 30 Jahren – Zum 1. September braucht sie neue Unterstützung.

Eine Aufgabe, die sie natürlich nicht alleine bewältigten kann. Nach zehn Jahren, in denen ein spezieller Pflegedienst 558 Stunden im Monat übernommen hatte, ist die 57-Jährige nun auf der Suche nach anderen Pflegekräften, die diese Aufgabe übernehmen können – und das bis Ende August.

„Es fehlt in der Pflege einfach überall an Fachkräften“, sagt Susanne Hirmer beim Gespräch in ihrer Küche in ihrem Haus im Bad Kötztinger Ortsteil Grub. Nur durch einen Flur ist der Raum vom ehemaligen Wohnzimmer getrennt, in dessen einer Hälfte Tochter Julia mittlerweile eingezogen ist. Die andere Hälfte dient als Aufenthaltsraum für die Pflegekräfte während ihres Dienstes.

Das „persönliche Budget“

Julia ist nicht nur auf einen Rollstuhl angewiesen, sondern über einige Zeit am Tag und acht Stunden nachts auf invasive Beatmung. Auch die Körperpflege wird von Mutter Susanne oder den Pflegekräften übernommen. Die Vitalfunktionen werden rund um die Uhr von Geräten überwacht. Es gab Zeiten, da habe ihre Tochter ihr Zimmer im oberen Stock gehabt, sagt die Mutter. „Aber da wäre Julia dann ja den ganzen Tag alleine mit den Pflegerinnen. Mit dem Umzug in das untere Stockwerk ist Julia somit ins alltägliche Geschehen miteingebunden, pflegt ihre sozialen Kontakte, und freut sich über Besuche von Verwandten“, sagt Susanne Hirmer.

Für die Mutter der wichtigstes Grund, warum sie ihre Tochter zu Hause pflegt und nicht in einer Einrichtung, auf die ebenfalls Anspruch bestehen würde, betreuen lassen möchte. „So lange ich das selbst machen kann, werde ich das auch weiter tun“, sagt Susanne Hirmer: „Julia ist ein Familienmensch.“

Nach der Anerkennung des Impfschadens erhielt Julia Anspruch auf staatliche Unterstützung bei ihrer Pflege. Seit 2017 hat ihre Mutter einen Arbeitsvertrag über das ZBFS (Zentrum Bayern für Familie und Soziales) für 130 Stunden pro Monat für ihre Pflegetätigkeit bei ihrer Tochter bekommen, erhält dafür also ihr Gehalt vom Staat – so wie auch der Pflegedienst, der ins Haus kommt. Über Jahre sei die Aufteilung so geregelt gewesen, dass Susanne Hirmer einige Tagschichten, der Dienst die Nachtschichten sowie auch Tagdienste übernommen habe. „Ein tolles Team“, wie die Mutter sagt. Doch nun deckt der Pflegedienst diese Stunden nicht mehr ab.

Lösung für die Verwaltung

Doch auch nach drei Jahrzehnten wolle sie nun nicht aufgeben und ihre Tochter Julia in eine betreute Unterkunft abgeben, bekräftigt Susanne Hirmer. Darum sei sie von der Krankenkasse und dem ZBFS auf die Möglichkeit des „Persönlichen Budgets“ aufmerksam gemacht worden. Staatliche Stellen und Krankenkasse garantierten einen festen Stundensatz, so wie ihn auch der Pflegedienst viele Jahre lang erhalten hatte. Geld, über das die Familie für die Bezahlung von Pflegekräften auch selbst verfügen und abrechnen könne. Für Susanne Hirmer scheint es nun die letzte Möglichkeit zu sein, ihre Tochter auch weiter zu Hause pflegen zu können, ist sie überzeugt. Doch Dienstpläne erstellen, Urlaub einteilen, Krankheitsausfälle organisieren, Sozialversicherungs-Beiträge abführen, Pflegekräfte überhaupt finden – ein kleines Unternehmen verwalten? Das sei nichts, was sie sich zusätzlich noch zutraue.

Darum habe sie sich gemeinsam mit einer auf Intensivpflege spezialisierten Agentur (siehe Info) auf die Suche gemacht, die sich um die Verwaltung der mindestens fünf Pflegekräfte – die übrigens allesamt examinierte Krankenschwestern/ Altenpflegerinnen oder Pfleger sein müssten – kümmere. Angedacht sei, dass die in 24-Stunden-Einheiten bei Vollzeit an sieben Tagen im Monat für die Pflege von Julia verantwortlich sein sollten.

Eine gute Möglichkeit, die es aus Susanne Hirmers Sicht vielleicht etwas einfacher machen könnte, bald examinierte Pflegekräfte zu finden, die ja auch nicht nur aus der Region stammten müssten – damit ihre Tochter Julia auch weiterhin zu Hause im Kreis der Familie gepflegt werden kann.

Bewerbungen

Wer sich als Pflegekraft für Julia melden möchte, muss ein examinierter Kranken- oder Altenpfleger/in sein. Gesucht werden Voll und Teilzeitkräfte.

Bewerbungen sind möglich bei der Teilhabe-Assistenz in der Falkensteiner Str. 58 in 08262 Muldenhammer. Die Firma hat sich auf die Beschäftigung von Intensiv-Pflegern spezialisiert und würde im Auftrag von Susanne Hirmer quasi die Personalverwaltung übernehmen.

Kontakt: Telefonnummer 01 74 / 9 59 86 74 oder per Email an: j.vorwergk@teilhabe-assistenz-gmbh.de