Früher Pferde, heute Cocktails: Schwandorfer touren mit mobiler Bar von Event zu Event

Von Philipp Breu · 19. August 2025 um 05:00

Wo einst Pferde transportiert wurden, werden nun Cocktails gemischt. Marco Schröpfer (24) und Julian Kaltner (27), zwei gebürtige Schwandorfer, haben sich den Traum von der eigenen Bar erfüllt. Das Besondere: Sie steht auf vier Rädern – und kann so überall mit hingenommen werden.

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Wer schon einmal ein größeres Fest ausgerichtet hat, weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt. Auch Schröpfer und Kaltner können davon ein Lied singen. Als langjährige, aktive Mitglieder des Klardorfer Burschenvereins haben sie die eine oder andere Großveranstaltung schon organisiert. Und wie es häufig so ist: Feiern will jeder, Hand anlegen die Wenigsten.

Das brachte die beiden auf eine Idee. Warum nicht einen Service anbieten, der den Veranstaltern verschiedenster Feste zumindest einen großen Part abnimmt: den Getränkeausschank. Die beiden standen schließlich schon immer gerne auf Partys selbst hinter der Bar und mischten Longdrinks und Cocktails.

Gesagt, getan; Von der ersten Idee bis zur Umsetzung dauerte es knapp ein Jahr. Eine Nachfrage bei einem Bekannten sollte sich dabei als absoluter Glücksgriff erweisen. Dieser hatte früher selbst eine Art mobile Bar betrieben. „Wir wollten uns da einfach Tipps holen und haben gleich einen Wagen angeboten bekommen“, erinnert sich Kaltner. Dabei handelte es sich um einen ehemaligen Pferdeanhänger.

Viel Herzblut in den Umbau der Bar gesteckt

Die beiden Kumpels haben gleich zugeschlagen. „Das ist einfach ein Eyecatcher und ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Schröpfer. Bis der Anhänger, der heute den Namen „Horsebar“ trägt, das erste Mal in Betrieb ging, war aber noch einiges zu tun.

Herzstück ist die sogenannte „Horsebar“. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um einen umgebauten Pferdeanhänger. - Foto: Kaltner

Zwar hat der ehemalige Besitzer schon Vorarbeit geleistet, das ein oder andere Detail wollten die Schwandorfer dann aber doch noch in ihre Bar packen. Der Boden wurde komplett erneuert, die Lichterketten ausgetauscht, Steckdosen montiert und ein modernes Spülbecken samt Wasseranschluss eingebaut. Auch eine Möglichkeit zur Kartenzahlung wurde integriert. „Wir haben eigentlich in jeder freien Minute geschraubt“, sagt Kaltner.

Es waren teils lange Abende. Denn beide arbeiten Vollzeit und mussten den Umbau nach Feierabend angehen. Kaltner ist hauptberuflich Elektroniker für Betriebstechnik bei der Siemens, Schröpfer arbeitet im Marketing beim Bayernwerk. Die verschiedenen beruflichen Perspektiven hätten bei der Umsetzung durchaus geholfen, sind sich beide sicher.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der himmelblaue Anhänger mit weißem Dach erstrahlt in neuem Glanz. Im Inneren ist es zwar durchaus kuschelig, durch die ein oder andere Spezialanfertigung bleibt aber dennoch genügend Platz. Bis zu drei Personen können gemeinsam ausschenken. Daneben haben die beiden Kumpels noch eine Modul-Holzbar im Angebot, die im Nu auf jeder Freifläche aufgebaut und beliebig erweitert werden kann.

Die beiden haben auch noch eine Modul-Holzbar im Angebot. Mit dieser waren sie kürzlich bei einem Event im Regensburger Jahnstadion vertreten. - Foto: Kaltner

Mittlerweile hat das Kind auch einen Namen. „DrinkBar“ heißt das kleine Unternehmen der beiden Schwandorfer. „Wir wollten einen einfachen Namen haben, der alles sagt, der aber auch leicht auszusprechen ist und im Kopf bleibt“, erklärt Kaltner.

Wer die beiden beauftragt, bekommt ein Komplettpaket. „Wir bieten einen Full-Bar-Service an.“ Das bedeutet, dass sich der Kunde eigentlich um nichts kümmern muss. Gläser, Getränke und andere Zutaten werden mitgebracht und vor Ort zubereitet. „Wir brauchen nur einen Stellplatz, bauen dann alles auf und ab und sind danach wieder weg“, fasst Schröpfer zusammen. Wichtig sei den beiden, dass der Veranstalter so wenig Aufwand wie möglich habe.

Eine feste Getränkekarte gibt es nicht. Der Kunde dürfe selbst entscheiden, was er gerne auf seiner Party anbieten möchte. Für größere Veranstaltung stünden genügend zusätzliche Helfer Gewehr bei Fuß.

„DrinkBar“ war auch am Schwandorfer Bürgerfest vertreten

Die ersten Events hat DrinkBar bereits gewuppt. Geprobt wurde auf zwei privaten Geburtstagen, dann durften sich die beiden mit ihrem himmelblauen Anhänger auf dem dem Weddingfestival am Steinberger See präsentieren. Richtig rund ging es dann im Juli. Da wurde am Bürgerfest in Schwandorf ausgeschenkt. Hilfe bekamen die beiden dabei vom SV Haselbach – und sie revanchierten sich prompt. Seit Kurzem tragen die beiden Herrenmannschaften des Sportvereins Trikots mit der Aufschrift „DrinkBar“– finanziert von den Bürgerfesteinnahmen.

Die ersten Schritte in die Teilselbstständigkeit klingen vielversprechend. Bisher seien die Rückmeldungen durchweg positiv, sagen Kaltner und Schröpfer unisono. Auch für nächstes Jahr seien schon erste Veranstaltungen reingeflattert. Im Winter wollen die beiden eventuell noch den ein oder anderen Weihnachtsmarkt mitnehmen und an ihrem Wagen tüfteln. Die Wand im Inneren soll beispielsweise noch begrünt werden, außerdem fehlt bislang ein offizielles Logo.

Die Schwandorfer hoffen, dass sie mit ihrer mobilen Bar in Zukunft noch viele Events begleiten dürfen. Sie sind zuversichtlich, dass ihr Konzept gefragt ist. „Gerade in Bayern ist die Feierlaune hoch“, sagt Schröpfer und blickt in den Veranstaltungskalender.