Mallorca, Ibiza, Loveparade: DJ Damidi ist zurück und legt in Kelheim auf

Von Jochen Dannenberg · 13. August 2025 um 19:00

Er kann es nicht lassen. DJ Damidi ist zurück. Stefan Reng-Wallat, wie der vermutlich einst bekannteste Discjockey des Landkreises Kelheim mit bürgerlichem Namen heißt, der heute Prokurist bei Expert Reng in Neustadt und Kelheim ist, legt wieder Platten auf. Wer DJ Damidi erleben will, sollte am Sonntagabend in Kelheim sein.

Video ansehen

DJ Damidi ist eine Legende unter den deutschen Discjockeys. Er trat mit „Modern Talking“, DJ Bobo und Blümchen auf, holte DJane Marusha ins K7 nach Kelheim und organisierte sich selbst einen Wagen bei der Loveparade in Berlin. Dreimal war er dort – 1998, 1999 und 2000. Für die Bewerbung für einen der 50 teilnehmenden Wagen hatte er sich einen frechen Slogan einfallen lassen: „Gott ist ein DJ.“ Das gefiel auch Dr. Motte, dem Organisator des Techno-Events, das in seinen besten Zeiten über ein Million Besucher in die Hauptstadt lockte.

„Es war mega“, schwärmt Stefan Reng-Wallat, alias DJ Damidi, „es waren so viele Menschen und alle waren so friedlich. Wenn jemand ein Problem hatte, wurde geholfen. Da kriege ich heute noch Gänsehaut.“ Und die Musik, sagt er, kam nicht von Spotify oder vom MP3-Player, sondern vom Plattenspieler. Vinyl war angesagt. Die Musik und die ganze Technik waren analog.

Stefan Reng-Wallat als DJ Damidi in jungen Jahren. - Foto: Stefan Reng-Wallat

Noch heute ist Stefan Reng-Wallat, der inzwischen verheiratet und dreifacher Vater ist, ein Fan der Schallplatte. Wobei Schallplatten und Plattenspieler für ihn immer mehr waren als ein Hobby. Reng-Wallat war nämlich einst hauptberuflich Discjockey. Angefangen hat er als Jugendlicher in der Neustädter Diskothek P1, wo Besitzer Martin Salvermoser auf den damals noch jugendlichen Plattenfan aufmerksam geworden war. Weiter ging es im K7 in Kelheim, es folgten die großen internationalen Party-Hotspots.

Liebe zum Vinyl blieb

Bis er eines Tages bei Expert Reng ein paar Schallplatten kaufte und sich augenblicklich in die bildhübsche Angelika Reng, Tochter des Firmengründers, verliebte. Die beiden wurden ein Paar, heirateten, bekamen drei Söhne und 2004, als das erste Kind geboren war, wurde DJ Damidi „seriös“. Er hängte das Nachtleben an den Nagel und stieg in der Firma der Schwiegereltern ein.

Der Slogan „Gott ist ein DJ“ war die Bewerbung für die Teilnahme mit einem eigenen Wagen an der Loveparade in Berlin. - Foto: Stefan Reng-Wallat

Die Liebe zu den Schallplatten blieb. 20.000 Stück hat er heute noch. Doch mehr als das begeisterte ihn die Arbeit an den Turntables. „Ich habe mir immer die Leute vor Ort angesehen, habe geschaut, wie sie sich bewegen und so habe ich entschieden, welche Platten ich auflege“, sagt Reng-Wallat. Die Methode war erfolgreich. „Die Tanzfläche war immer voll.“

Noch heute schwört er auf Vinyl. „Das ist noch richtige Arbeit.“ Oft musste er nämlich die Koffer mit den Schallplatten, die meist 25 Kilogramm und mehr wogen, für den jeweiligen Auftritt über hundert Meter zur Bühne schleppen. Und an den Plattentellern ging die Arbeit weiter. Die Stücke wechseln pausenlos, keine Single läuft länger als ein, zwei Minuten. Schon muss die nächste her und die Übergänge müssen sauber gemischt werden.

Inzwischen ist der frühere Discjockey Prokurist bei Expert Reng in Neustadt und Kelheim. - Foto: Jochen Dannenberg

Beinahe wäre es deshalb jetzt nicht zum Auftritt gekommen, der auf dem Kelheimer Volksfest am Sonntag gegen 22 Uhr an der Schirm-Bar stattfinden soll. Stefan Reng-Wallat hat zwei gerissene Sehnen in der rechten Schulter?

Vater und Sohn auf der Bühne

„Wie soll das gehen“, fragt er beim Gespräch mit dem Reporter dieser Zeitung und deutet eine Bewegung an, wie wenn er eine Platte aus ihrer Hülle zieht, über den Kopf wirbeln lässt und dann auflegt.

Das Leben von DJ Damidi (Mitte) war bunt und abwechslungsreich. Auch Modern Talking gehörten zum Freundeskreis. - Foto: Stefan Reng-Wallat

Die Lösung lieferte Sohn Moritz, der inzwischen – und nebenbei – auch als DJ unterwegs ist: Der Sohn hilft dem Vater bei seinem Auftritt am Sonntag. Zu hören gibt es House, Dance und Techno. Alles auf Platten aus der großen Zeit von DJ Damidi. Damit dürfte es ein echtes Revival geben. Der Junior war es übrigens auch, der seinen Vater reaktivierte.