Altstadtsanierung läuft sogar schneller als geplant

Von Wolfgang Abeltshauser · 12. August 2025 um 11:00

Seit dem Frühjahr 2024 laufen in Neustadt a. d. Donau Sanierungsarbeiten in den vier Wohnquartieren innerhalb des Stadtwalls.Die Gute Nachricht dabei ist, dass die beauftragte Firma bisher sogar schneller war als es laut Plan sein sollte. Allerdings liegen in den kommenden Wochen die Tücken oftmals im Detail.

Wolfgang Melzer macht ein zufriedenes Gesicht, als er durch die Innenstadt marschiert, um sich einen Überblick über die laufenden Arbeiten zu verschaffen. Die Hauptarbeiten laufen nach den Worten des Leiters für den Oberbau derzeit in der Löwengrube und in der Rambaldistraße. Dort sollten momentan die Arbeiten am Unterbau stattfinden.

Doch seine Mitarbeitenden sind längst weiter - verrät er die gute Nachricht. In weiten Bereichen ist etwa schon die Frostschutz-Schicht aufgebracht. Auch die Pflastersteine, die direkt an den Hauswänden anliegen und auf Beton gesetzt werden, sind bereits verlegt. Eigentlich hätte all das erst im August stattfinden sollen. Derzeit spricht also alles dafür, dass das von Bürgermeister Thomas Memmel ausgegebene Ziel, die Arbeiten innerhalb des Stadtwalls in diesem Jahr zu beenden, erreicht wird.

Urlaub im Bauzeitenplan eingepreist

Dass die Pflasterer jetzt erst einmal bis September im Urlaub weilen, stört Melzer da überhaupt nicht. Er habe das von vorn herein so eingeplant. „Die meisten dieser Arbeiter stammen aus dem Ausland, sind seit Februar hier.“ Ihnen müsse man einfach die Möglichkeit geben, für einige Wochen nach Hause zu den Familien zu fahren. Bis dahin könne in Ruhe weiter alles vorbereitet werden.

In der Löwengrube ist alle schon vorbereitet: Hier können die Pflasterleger im September gleich loslegen. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Diese Arbeiten laufen derzeit außer in der Löwengrube auch in der Rambaldistraße. Bei ihr ist zum Teil noch Asphalt auf der Straße, der entfernt werden muss. Und auch dort stieß Melzer mittlerweile auf einige Häuser, deren Bauweise die Verantwortlichen heutzutage Kopfzerbrechen macht. Der Bauleiter beschreibt es so: „Die Baustelle läuft eigentlich super, aber einige Häuser haben kein Fundament.“ Das sei das bisher einzige Problem, das während der seit Frühjahr 2024 laufenden Arbeiten aufgetreten ist.

Häuser in Neustadt a. d. Donau stehen teilweise auf Sand

Diese Gebäude seien auf Sand gebaut - das bedeute, man müsse in ihrem Bereich vorsichtiger vorgehen als anderswo. So könne es etwa sein, dass direkt bei diesen Häusern nach dem Verlegen der Pflastersteine kein Rüttler eingesetzt werden kann. Mit diesen Maschinen werden die Steine noch einmal fest in den Boden gepresst. Um Erschütterungen und damit Risse im Mauerwerk zu vermeiden, könne es nötig werden, dass die Arbeiter die Steine mit dem Hammer festklopfen werden. Das dauere länger - und koste mehr Kraft.

Bis die Pflasterer im September wieder anrücken, werde auch entschieden sein, ob in der Rambaldistraße alle Bäume wie geplant gepflanzt werden können. Im Herbst sollen laut Memmel die Bäume in den Boden kommen. Bisher gab es keine in den vier Quartieren innerhalb des Stadtwalls. Das wolle man laut Bürgermeister ändern, um zu erreichen, die Sommertemperaturen in der Innenstadt zu senken.

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Allerdings soll einer der Bäume neben einem der beschriebenen Altstadthäuser in den Boden kommen. Melzer kann sich nicht vorstellen, dort knapp zwei Meter in die Tiefe zu graben, ohne dass dies Auswirkungen auf das Mauerwerk hat. Eventuell müsse der Baum versetzt werden - oder man verzichte auf diese eine Pflanze.

Dagegen sieht es in der Rentamtstraße schon sehr gut aus. Das Pflaster ist verlegt, so dass man denken könnte, die Arbeiten dort sind beendet. Ganz so ist es nicht, korrigiert da Melzer. Beim genauen Hinschauen sind bei einigen Grundstückseinfahrten Lücken im Pflaster zu sehen. Standard sei, dass zumindest auf dem ersten Meter innerhalb des privaten Grundstücks auch neues Pflaster verlegt wird - selbstverständlich auf Kosten der Stadt. In manchen Fällen seien da noch Detailabsprachen mit den jeweiligen Grundstückseigentümern notwendig.

Es wird heller in den Nächten in Neustadt a. d. Donau

Ebenso steht laut Melzer noch aus, die neue Straßenbeleuchtung zu installieren. Die Leitungen sind verlegt, die neuen Masten müssen zum Teil noch aufgestellt werden. Das geschieht im Übrigen auch noch in der Pfarrstraße, in der sonst alles erledigt ist. Melzer betont, dass diese Arbeiten aber zu keinen Behinderungen für die Anwohner führen werden. Memmel stellt heraus, dass in Zukunft mehr Straßenlampen in der Innenstadt stehen werden als bisher.

In der Rentamststraße stehen schon einige Masten für die neue Straßenbeleuchtung direkt neben den alten. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Wie berichtet sind den derzeit laufenden Maßnahmen umfangreiche Arbeiten im Untergrund vorausgegangen. Der Bürgermeister berichtet, dass die Wasserleitungen unter den betroffenen Straßen komplett neu gemacht wurden. Melzer weißt darauf hin, dass beim Kanal Schadstellen repariert wurden.

Außerdem wollte man seitens der Stadt vorbereitet sein für Erfordernisse in der Zukunft. Deshalb werden nach den Arbeiten in allen Wohnquartieren innerhalb des Stadtwalls Leerrohre unter den Straßen liegen, in die Glasfaserkabel gezogen werden könnten. Derzeit sei der Bereich gut mit schnellem Internet versorgt. Allerdings sei es möglich, dass in einigen Jahren noch schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten gefordert werden.

Das soll ab 2026 geschehen

Sind die Arbeiten innerhalb des Stadtwalls erst einmal erledigt, ist das aber noch nicht das Ende der Innenstadtsanierung in Neustadt a. d. Donau. Der Bürgermeister kündigt auf Nachfrage dieser Zeitung an, dass im kommenden Jahr auf alle Fälle der Kreisverkehr im Bereich Herrn- und Reußstraße verwirklicht werden soll. Über ihn gab es mehrfach Diskussionen in der Stadt.

Alles andere hänge ehrlicherweise dann auch von der finanziellen Situation der Kommune ab, die sich wie berichtet im Vergleich zur Vergangenheit nicht positiv entwickelt hat. Grundsätzlich seien Arbeiten entlang der Bahnhofstraße vorgesehen - und bei der Brücke über die Bahngleise eigentlich auch notwendig. Diese Arbeiten müssten dann in Zusammenhang mit der Deutschen Bahn erfolgen, denn ohne eine zeitweise Sperrung der Bahnstrecke werde das nicht möglich sein.