Feuerwehr-Tüftler aus Kelheim entwickeln Super-Ventilator gegen Waldbrände

Mit Tüftlergeist gegen die Flammen: Die Feuerwehr Kelheim hat in Eigenregie ein mobiles Spezialgerät entwickelt, das bei Waldbränden wertvolle Minuten retten kann
Die Feuerwehr Kelheim hat in Eigenregie ein Spezialgerät entwickelt, das künftig bei Waldbränden wertvolle Zeit sparen könnte. Basis ist ein leistungsstarker Ventilator, der eigentlich zur Entlüftung in Tiefgaragen und Hallen dient. Durch technische Anpassungen wurde er so modifiziert, dass er auf einem Anhänger hinter einem Feuerwehrfahrzeug betrieben werden kann – und das sogar während der Fahrt.
Der Ventilator zerstäubt Wasser zu einem feinen Nebel, der über 20 Meter weit und rund zehn Meter breit verteilt wird. So lassen sich große Flächen in kurzer Zeit gleichmäßig besprühen.
Die Idee hatten Löschmeister Marco Muggendorfer und Zugführer Uli Nierer, beide aus Kelheim. Sie überlegten, wie sich das stationäre Gerät für den mobilen Einsatz anpassen ließe. Normalerweise verhindern Sicherheitssysteme des Geräts den Betrieb während der Bewegung. In Absprache mit dem Hersteller „Big Fire“ passten sie die Elektronik an und optimierten die Schlauchverbindungen.
Nur wenige Tage von Idee zur Umsetzung
Von der ersten Idee bis zum einsatzbereiten Prototypen vergingen nur wenige Tage. Bei einer Übung mit Unterstützung der Bayerischen Waldbauernschule konnte kürzlich die Neukonstruktion direkt unter realistischen Bedingungen getestet werden. „Einwandfrei gelaufen“, lautet das zufriedene Fazit der Beteiligten.
Der feine Sprühnebel legte sich wie ein gleichmäßiger Schleier über den Waldboden – im Ernstfall genug, um diesen abzukühlen und die Umgebungsluft feucht zu halten. So könnte das Gerät wirksam vor der Ausbreitung eines Waldbrandes schützen.
Einsatzmöglichkeiten gibt es dabei immer wieder: So brannten im vergangenen Jahr erst bei Ihrlerstein Waldstücke. In solchen Fällen könnte der Ventilator nicht nur beim Löschen unterstützen, sondern auch Glutnester gezielt abkühlen und so ein Wiederaufflammen oder gefährlichen Funkenflug verhindern.

Der klassische Löschschlauch, so die Feuerwehr, bleibe zwar weiterhin unverzichtbar, gerade für den Erstangriff. Doch als Ergänzung kann der mobile Ventilator entscheidende Minuten bringen.
Bevor der neue Helfer jedoch offiziell im Einsatz genutzt werden darf, steht noch die formale Zertifizierung an. Dass er technisch funktioniert und im Ernstfall eine wertvolle Unterstützung ist, daran zweifelt bei den Kelheimer Feuerwehrlern niemand. Gleichzeitig bleibt das Gerät in seiner ursprünglichen Entlüftungsfunktion voll einsatzfähig und kann bei Bedarf weiterhin in Tiefgaragen oder Hallen zur Rauchableitung genutzt werden.
Eine echte Win-win-Situation. „Wir sind froh, dass unsere Ehrenamtlichen mitdenken, Ideen einbringen und mutig Neues ausprobieren“, sagt stellvertretender Kommandant Andreas Dillinger.