Crystal Meth in Plastikbox vergraben: Unterirdisches Drogen-Depot in Schwandorf entdeckt

Von Martin Kellermeier · 12. August 2025 um 19:00

Der Ochsentradweg im Süden Schwandorfs ist vor allem abends nicht besonders stark frequentiert. Diese etwas abgelegene Lage in der Nähe des Edeka-Marktes entdeckte offenbar ein Drogenhändler für sich. Zwischen Erdhaufen betrieb er ein größeres Drogen-Depot.

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Oberstaatsanwalt Carsten Reichel bestätigte auf Anfrage der MZ den Fund des Drogenlagers. Weil man bislang noch keinen Täter ermitteln konnte, hielt sich der Behördensprecher mit weiteren Angaben zurück. Zu groß dürfte die Gefahr sein, dass womöglich Täterwissen an die Öffentlichkeit gelangt oder Rückschlüsse über das weitere Vorgehen der Ermittler möglich werden.

Versteck flog bereits im März 2025 auf

Denn der Fund scheint mehr als interessant zu sein. Nach MZ-Informationen führte ein Hinweis des Grundstückseigentümers die Polizei bereits im März zu dem Versteck. Bei den Drogen soll es sich ausschließlich um Methamphetamin, auch als Crystal Meth bekannt, handeln. Die Menge soll beachtlich sein. Von ein paar Gramm könne nicht die Rede sein, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Das Rauschgift war im Boden zwischen mehreren Erdhaufen vergraben. Der betroffene Grundstückseigentümer hatte es bei Erdarbeiten zufällig entdeckt. Wie er der MZ berichtete, befand sich das Rauschgift, abgepackt in mehrere Tütchen, in einer Plastikbox. Sofort hatte der Grundstückseigentümer die Polizei informiert und Beamte zu dem Versteck geführt. „Das Pulver kam mir gleich verdächtig vor“, sagte der Schwandorfer.

Grundstückseigentümer bemerkte „zwielichtige Gestalten“

Schon vor dem Fund seien ihm auf seinem Grundstück teilweise „zwielichtige Gestalten“ aufgefallen, die sich dort herumtrieben. Er habe die Personen dann von seiner Fläche geschickt. Nun, da er um den Fund weiß, ergeben diese Begegnungen für ihn Sinn.

Dass es in Schwandorf eine aktive Drogenszene gibt, ist seit Jahren kein Geheimnis. Die Zahl der Betäubungsmitteldelikte ging zuletzt aber stark zurück. Waren es im Jahr 2023 noch 167 Fälle, sank die Zahl im vergangenen Jahr auf 106. Dieser Umstand sei aber auch auf die Teillegalisierung von Cannabis zurückzuführen, die im April 2024 umgesetzt wurde, hatte die Polizei vor geraumer Zeit bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts erklärt.