Nach Familien-Schlägerei im Regensburger Westbad: Wie häufig fliegen im Freibad die Fetzen?

Ein Streit zweier Familien im Kinderbecken des Regensburger Westbads lief am Montag aus dem Ruder: Wegen der insgesamt acht Streithähne musste die Polizei anrücken. Handelt es sich dabei um einen Einzelfall – oder nimmt Gewalt im Freibad zu? Das sagen Einsatzkräfte und Betreiber.
Ist zwei Familien beim Plantschen im Westbad die Hitze zu Kopf gestiegen? Der Hintergrund des Vorfalls ist laut Polizei noch unklar – was jedoch feststeht, ist, dass es dort am Montag im Kinderbecken zu einem Streit kam, der in Handgreiflichkeiten endete.
Gegen 17 Uhr seien dort „Eltern zweier streitender Kinder aufeinander los gegangen“, heißt es im Polizeibericht. Zwischen den Familienangehörigen kam es zu Handgreiflichkeiten. Unbeteiligte Badegäste und die Bademeister trennten die Konfliktparteien schließlich.
Westbad in Regensburg: Acht Personen an Familienstreit beteiligt
Die Beteiligten wurden durch die Auseinandersetzung leicht verletzt, eine Behandlung durch den Rettungsdienst sei jedoch nicht erforderlich gewesen. Einsatzkräfte der Polizei „konnten alle Tatbeteiligten festsetzen“, die streitenden Badegäste verließen im Anschluss das Westbad. Die Polizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.
„Was genau zu dem Streit geführt hat, muss noch ermittelt werden“, bestätigt Polizeihauptmeister Tobias Spangler von der Polizeiinspektion Regensburg Süd auf Nachfrage unserer Zeitung. Insgesamt seien acht Personen beteiligt gewesen: Laut derzeitigem Erkenntnisstand eine vierköpfige Familie, eine dreiköpfige Familie sowie wohl ein Bekannter einer der Familien.
Familien-Schlägerei im Freibad: Ein Einzelfall?
Dass es zu solchen Vorfällen im Schwimmbad komme, würde allerdings nur „sehr selten“ passieren. „Oft haben wir so etwas nicht“, sagt er. „Aus unserer Sicht handelt es sich um Einzelfälle – aber es erregt natürlich direkt viel Aufsehen, wenn die Polizei im Freibad auftaucht.“ Auch ein anderer Vorfall im Westbad – auf Nachfrage bestätigt der Polizeihauptmeister, dass es dort Ende Juli im Bereich der Umkleidekabinen zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen sei, bei der einer von ihnen mit einem spitzen Gegenstand attackiert worden sei – sei die Ausnahme. „Zu diesem Fall laufen die Ermittlungen noch“, erklärt er. „Aktuell können wir deshalb noch nicht mehr dazu sagen.“
Grundsätzlich, so Spangler, sei es immer richtig, die 110 zu wählen, wenn eine Situation „absolut eskaliere“. „Bei kleineren Streitigkeiten können sich Besucher an den Bademeister oder den Sicherheitsdienst wenden – sollte es dramatisch werden, informieren auch diese dann die Polizei.“
Stadtwerk Regensburg: An diesen Tagen ist Security im Einsatz
Was die Auseinandersetzung am Montag betrifft, habe es sich „um einen harmlosen Streit“ gehandelt, schildert Sprecherin Marion Brasseler vom Stadtwerk Regensburg, das für das Westbad zuständig ist, die Lage. Die Polizei müsse jedoch bei solchen Fällen hinzugezogen werden, erklärt sie.
Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, die im Bad an besucherstarken Tagen im Einsatz sind, seien an diesem Tag nicht vor Ort gewesen. „Der Sicherheitsdienst ist nicht täglich im Einsatz – nur an Wochenendtagen und wenn wir Spitzenzahlen erwarten“, sagt sie.
Am Montag dagegen seien rund 2000 Besucher im Westbad gewesen – „ein ganz normaler Wert“. Auch Bademeister und das restliche Personal seien geübt darin, mit schwierigen Situationen umzugehen, fügt sie hinzu. „Es finden regelmäßig Schulungen zum Thema Konfliktbewältigung statt.“
Streit im Westbad eskaliert: Droht jetzt Hausverbot?
Im Wöhrdbad, das ebenfalls vom Stadtwerk betrieben wird, sei zum Teil auch Security im Einsatz, „wenn es notwendig wird– etwa wenn extreme Besucherzahlen erwartet werden“. Generell sei es jedoch viel überschaubarer als das Westbad mit seinem sehr großen Außenbereich. Eine Zunahme von Gewalttaten in den Bädern könne man nicht feststellen, so Brasseler.
Ob die betreffenden Familien nach dem Vorfall Hausverbot im Westbad erhalten haben, kann die Sprecherin aktuell nicht sagen. „So ein Vorfall muss geprüft werden“, erklärt sie. „Es ist aber immer wieder mal so, dass Hausverbote ausgesprochen werden.“