Regensburger Filmfestival unter Druck: Transit stößt an seine Grenzen

Das Team kündigt für November eine inhaltlich wie strukturell verdichtete Ausgabe an. Das Programm wird im Herbst bekannt gegeben.
Das Transit Filmfest kündigt eine „inhaltlich wie strukturell verdichteten Ausgabe“ an. Der Titel ist sozusagen Programm: „under pressure“, unter Druck.
Das Festival präsentiert von 6. bis 9. November eine konzentrierte Auswahl internationaler Filme, die politische und zwischenmenschliche Konflikte verhandeln – mal wütend, mal witzig, mal hoffnungsvoll. Thriller, Horror, Komödie, Doku: Unterschiedliche Genres sind vertreten. Das Programm erscheint im Herbst.
Neu: Ein Abschlusstalk mit Filmschaffenden
Vier vollgepackte Festivaltage sind geplant. Anders als bisher laufen alle Filme ausschließlich im Ostentor Kino. Ein Festival also ohne Parallelbetrieb – „aber voller Begegnung“ versprechen die Macher. Das Publikum kann im Ostentor alle Filme sehen, Zusammenhänge herstellen und mit Filmemachern im Saal in Austausch kommen. Neu: Beim Abschlusstalk sprechen die Gäste mit den Menschen, die die Filme geschaffen und ausgewählt haben.
Transit reagiert auf Brennpunkte wie Klimawandel, eine zunehmend gespaltene Gesellschaft, wachsende Optimierungszwänge – „und nicht zuletzt auf den steigenden Druck auf Kulturarbeit selbst“, schreibt das Team. „Ehrenamtliche Strukturen stoßen an ihre Grenzen, während gesellschaftliche und politische Entwicklungen zunehmend Einfluss auf Kulturförderung und die freie Szene nehmen“, heißt es im Pressepapier. „Transit 2025 ist nicht kleiner, weil wir weniger zu sagen haben – sondern weil wir die Kraft unserer Arbeit bewahren wollen“, betont Festivalleiterin Chrissy Grundl. „Wir nehmen den Druck ernst, auch den auf uns selbst – und zeigen, dass in Entschleunigung auch Widerstand liegen kann.“
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Die Reihe Transit – früher hieß sie Heimspiel – gibt es seit gut 15 Jahren. Präsentiert wird sie immer im November von einem jungen, ehrenamtlichen Team aus Studierenden der Uni Regensburg, Medienwissenschaftlerinnen und Cineasten, der Ehrgeiz: Regensburg zur Adresse für relevante Filmkultur in Bayern zu machen. 2023 erhielt Transit den Regensburger Kulturförderpreis.
Dem Festival geht es nicht um vordergründig politische Filme, sondern um solche, die ästhetisch, inhaltlich oder narrativ neues Terrain betreten, sich auf Pfade jenseits etablierter Erfolgsrezepte wagen. „Das Kino wird zum Transportmittel“, heißt es auf der Homepage. „Nach dem Film steigt im Idealfall eine Person aus dem Sessel, die ein kleines bisschen anders ist als diejenige, die sich hineingesetzt hat.“