Teublitzer Feuerwehrjugend übte bis zur Erschöpfung

Von Stefan Barte · 10. August 2025 um 15:00

Das ganze Jahr fiebert die Teublitzer Jugendfeuerwehr darauf hin und kann es kaum erwarten, dass es endlich wieder losgeht. Die Rede ist von der 24-Stunden-Einsatzübung, die extra nur für sie von der gesamten Feuerwehr Teublitz veranstaltet wird. An diesem Wochenende war es wieder so weit - unter extremen Bedingungen.

Monatelang hatten die Jugendwarte Michael Hofrichter, Abdullah Anwar und Sascha Hurny an der Übung gefeilt und bis ins Detail vorbereitet. Die Jugendlichen wussten das zu schätzen und stellten sich den kräftezehrenden Herausforderungen voller Tatendrang. Denn sie botem ihnen eine einzigartige Möglichkeit, sich auszuprobieren und ihre feuerwehrtechnischen Kenntnisse und Fähigkeiten realitätsnah zu testen.

Es begann mit „Explosion“

Am Freitag ging es kurz nach Beziehen der Ruheplätze im Gerätehaus gleich mit der ersten Alarmierung um 18 Uhr los. Eine „Gasexplosion im Wasserwachtshäuschen“ des Naturbads Höllohe mit mehreren verletzten Personen löste ein Einsatzszenario aus, das den regulären Badebetrieb durcheinander wirbelte. Der Ortsgruppenleiter der Wasserwacht Teublitz, Markus Frey, musste Platz für viele Einsatzfahrzeuge schaffen, die an das Wasser drängten.

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Neben der FF Teublitz wurde zeitgleich die Wasserwacht Burglengenfeld nebst Schnelleinsatzgruppe, Motorrettungsboot, Tauchern und Drohneneinsatzteam zum Einsatzort gerufen. Die Zahl der Einsatzkräfte überstieg irgendwann die der Badegäste, und die beiden eng zusammen arbeitenden Einsatzleiter der FF Teublitz, Michael Hofrichter sowie der Wasserrettung, Sebastian Horny, hatten viel zu koordinieren.

Zusammen tragen die Jugendlichen einen „Verletzten“ aus dem Wasserwachtshäuschen, um ihn aus dem Gefahrenbereich zu bringen. - Foto: Stefan Barte

Überbackenes Gyros zur Stärkung

„Personensuche im und unter Wasser“ sowie am ganzen Weihergebiet verteilte „Verwirrte“ mussten gefunden werden. Zudem galt es eine Saugleitung zu legen und das Gebäude rauchfrei und begehbar zu machen. Nach knapp zwei Stunden war die Großübung zu Ende, und insgesamt acht „Unfallopfer“ waren gerettet worden.

Ohne Mampf kein Kampf, das wissen auch die Vorstände der Feuerwehr nur zu gut. Daher versorgten Michael Muck und Daniela Armer anschließend die gesamte Truppe auch mit ihrem Wunschessen „Überbackenes Gyros mit Reis“, bevor noch drei weitere Alarmierungen zu Einsätzen im gesamten Stadtgebiet folgten.

Auch am Samstagvormittag hallten die Einsatzsirenen mehrfach durch die Stadt, bevor noch einmal alle Kräfte zur finalen Übung mobilisiert wurden. Auf Höhe des Friedhofs wurden sie zu einem „Verkehrsunfall“ gerufen, bei dem „mehrere Personen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt waren“. Rettungsspreizer und -schere kamen zum Einsatz, um sie möglichst schonend und zugleich schnell zu befreien. Autotüren mussten beim Audi TT rausgebrochen und beim Fiat Punto gleich das ganze Dach abgeschnitten werden.

Das Dach des Fiat Punto musste abgetrennt werden, um den Verletzten zu bergen. Also wurde auch die Frontscheibe auf gleicher Höhe zersägt, wie später die A-Säule durchschnitten wurde. - Foto: Stefan Barte

Ein kräftezehrendes Szenario, das durch die Nachmittagshitze noch verstärkt wurde, forderte alle Einsatzkräfte bis an ihre Grenzen. Schweißgebadet gelang es ihnen schließlich, die Insassen, die tatsächlich keine Dummys waren, zu bergen.

Diese Übungen sind enorm wichtig. Sie motivieren die Jugendlichen und bereiten sie bestmöglich auf die Einsätze vor.

Christoph Spörl, Kreisbrandmeister

Kommandant Johannes Schindler war von seiner Mannschaft und auch den Nachwuchsfeuerwehrlern schwer beeindruckt und fasste es in einem prägnanten Satz zusammen: „Ich bin stolz auf sie.“ Auch Kreisbrandmeister Christoph Spörl zollte den Aktiven höchsten Respekt, insbesondere für die Art und Weise, wie die Jugend mit in die Truppe eingebunden werde. Das sei „große Klasse“, lobte er die Ehrenamtlichen.

Die Jugendlichen selbst waren zwar physisch wie psychisch nach 24 Stunden am Ende, aber dennoch mächtig stolz auf das Erreichte. Bewertungen wie „echt cool, super Truppe, wir durften viel selber übernehmen“, lautete das Feedback der künftigen Einsatzkräfte.