Kurz nach dem Start: Tagespflege der Caritas in Teublitz ist schon nicht mehr wegzudenken

Von Thomas Rieke · 9. August 2025 um 05:00

Auch das Städtedreieck bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont: Die Bevölkerung wird im Schnitt immer älter. Deutlich über 20 Prozent sind über 65. Investoren und Institutionen haben darauf mit dem Bau barrierefreier Wohnungen und von Senioreneinrichtungen reagiert. Eine der neuesten steht in der Dr.-Friedrich-Flick-Straße in Teublitz: die Tagespflege der Caritas.

Der Verband spielt in Sachen Pflege im Städtedreieck seit Jahrzehnten eine bedeutsame Rolle. Seine Sozialstation mit Sitz in der Teublitzer Bahnhofstraße versorgt ambulant aktuell zwischen 200 und 220 Menschen. Das Einzugsgebiet umfasst traditionell auch den Markt Kallmünz.

Betreuungsgruppe aufgelöst

Mit diesem Angebot möchte die Caritas ihrem Grundsatz „Pflege daheim vor Heim“ gerecht werden, berichtet Geschäftsführer Albert Krieger. Um pflegende Angehörige zu entlasten, wurde zusätzlich bereits 2003 eine Betreuungsgruppe gegründet, die sich alle 14 Tage im Pfarrheim von Herz Jesu traf und in der Hauptsache von Ehrenamtlichen getragen wurde. Doch die Corona-Pandemie bedeutete das Aus, erklärt Krieger. Aufwand und Risiko wären zu groß gewesen.

Eine Wiederbelebung kam nie zustande. Aber: 2022 stellte der Geschäftsführer konkrete Überlegungen an, wie eine Tagespflege aufzubauen wäre. Als Baustein zwischen der ambulanten Pflege zuhause und der dauerhaften Unterbringung in einem Heim sei sie unerlässlich, war er überzeugt.

Bei der Standortsuche klopfte Krieger im Teublitzer Rathaus bei Bürgermeister Thomas Beer (CSU) an – und stieß sofort auf offene Ohren. Wie der Zufall so spielt, befand sich Beer genau zu dieser Zeit bereits in Gesprächen mit dem Bauunternehmer Georg Ehrenreich, der in Kooperation mit dem Sozialteam Weiß, analog zu Burglengenfeld, auch in Teublitz ein Seniorenservicehaus hochziehen wollte. Nun wurde für einen zweiten Bauabschnitt die Caritas als Mitnutzer mit ins Boot geholt.

Ein vielversprechender Beginn

Für den Gebäudetrakt, in dem die Tagespflege untergebracht werden sollte, war im Januar 2024 Spatenstich, Anfang Juni dieses Jahres konnten die Räume mit einer Nutzfläche von über 300 Quadratmetern bezogen werden. Am 1. Juli wurde unter der Leitung von Sandra Zimmer der Betrieb aufgenommen.

Der Start sei, so wird von allen Seiten betont, vielversprechend gewesen. An drei Tagen die Woche herrsche bereits von morgens, 7 Uhr, bis nachmittags, 16 Uhr, reger Betrieb. Nur dienstags und donnerstags sei die Auslastung etwas schwächer. Maximal können 20 Pflegebedürftige gleichzeitig betreut werden. Sie finden in der wohnlichen Atmosphäre eines Gemeinschaftsraums, der von einer Innenarchitektin gestaltet wurde, einen strukturierten Tagesablauf.

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An einem langen Tisch findet sich stets schnell ein Gegenüber, um über Gott und die Welt zu plaudern oder eines der zahlreiche Brettspiele in Angriff zu nehmen. Ab und an bietet sich auch die Gelegenheit, am XXL-Flachbildschirm einen Filmklassiker anzuschauen. Beim Besuch des Reporters wirkt die Szene fast wie bei einem gemütlichen Seniorennachmittag. Doch Albert Krieger betont: „Wir sind kein Seniorentreff. Bei uns liegt der Fokus auf der Pflege.“ Nicht umsonst halte man auch einige Therapieräume vor. Etliche Besucher haben laut Krieger bereits signalisiert, dass sie regelmäßig einen Platz buchen möchten.

Ein Gast verteilt Bestnoten

So wie Silvia Erl aus Münchshofen. Die 58-Jährige ist seit sechs Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Um ihre Angehörigen, die die Pflege zuhause stemmen, zu entlasten, nahm sie bis vor kurzem mehrmals die Woche eine Tagespflege in Regenstauf in Anspruch. Nun ist sie glücklich, dass es dieses Angebot in ihrer Heimatstadt gibt. Alles hier verdiene eine „Eins mit Stern“, sagt sie in überzeugendem Ton. Sogar das Essen schmecke ausgezeichnet.

Spätestens in zehn Jahren werden wir eine zweite Einrichtung dieser Art benötigen.

Albert Krieger, Geschäftsführer der Caritas-Sozialstation im Städtedreieck

Als Sandra Zimmer und Albert Krieger das dicke Lob hören, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Mehr denn je ist der Geschäftsführer heute davon überzeugt, dass Tagespflege Zukunft hat. Spätestens in zehn Jahren werde die Caritas im Städtedreieck eine weitere Einrichtung dieser Art eröffnen, meint er zuversichtlich. Am 12. September steht aber erst einmal die Einweihungsfeier in der Friedrich-Flick-Straße auf dem Programm.

Gut zu wissen

In der Tagespflege der Caritas gibt es 20 Plätze. Zu erreichen ist sie unter Telefonnummer (0 94 71) 9 56 30 10 oder per Mail an: tpamstadtpark@sad-caritas.de. Über die Kosten in Teublitz kann Pflegedienstleiterin Sandra Zimmer Auskunft geben. Infos für alle gesetzlich Versicherten zu Fragen rund um die Pflege gibt es montags bis freitags, 8 bis 18 Uhr, beim Pflegeservice Bayern, Telefon 0800/7 72 11 11. Auf der Homepage des Landratsamts ist ein Seniorenwegweiser zu finden.