Wie viel Geld liegt auf meinem Dach? Neues Online-Portal kennt für den Landkreis Kelheim die Antwort

Strom und Wärme vom Dach – was kostet das, und was bringt das für mich? Eine erste fundierte Antwort darauf finden Immobilien-Besitzerinnen und -Besitzer im Landkreis Kelheim jetzt online, kostenlos und anbieter-unabhängig: mit dem neuen „Solarpotenzial-Kataster“ des Landkreises.
Das Solarpotenzial-Kataster (SPK) ist ein Online-Portal, das einem für jedes Gebäude im Landkreis berechnet, wie dessen Dächer und Co. für Photovoltaik und Solarthermie geeignet sind. Zu finden ist es auf landkreis-kelheim.de/solar.
Es berücksichtigt Dachgröße und -neigung sowie etwaige Verschattung des gewählten Gebäudes. Basierend darauf kann man den Ertragsrechner starten. Der will unter anderem wissen, ob man die Anlage für Eigenverbrauch und/ oder Einspeisung plant; welchen Verbrauch an Strom bzw. Wärme man hat; wie man die Anlage finanzieren will.
Gibt man die entsprechenden Angaben ein, errechnet das Programm, welche Anlagen- und gegebenenfalls Speicher-Größe nötig ist, mit welchem Stromertrag man rechnen kann und langfristig mit welchem Gewinn. All dies kann man sich als PDF-Bericht ausgeben lassen.
Für die Gebäudedaten wurde mittels Stereo-Luftbildern von 2024 ein 3D-Modell errechnet. Berücksichtigt wird auch die Einstrahlungs-Analyse für die jeweilige Fläche. Im zweiten Schritt fließen die relevanten Markt-Daten – etwa Strompreise, Modul-Kosten- ein. Diese werden monatlich und bei größeren Änderungen auch zwischendurch aktualisiert, erklärt Dr. Dorothea Ludwig von der IP Syscon GmbH. Die Firma hat das Online-Tool im Rahmen eines Leader-Projekts für den Landkreis programmiert hat. Es „zeigt auf, wo die Zukunft ist“, lobte Landrat Martin Neumeyer das Ergebnis des Projekts.
Ludwig stellte es zusammen mit Theresa Uhlemann von der Energieagentur Regensburg vor kurzem im Landratsamt vor. Gut nutzbar sei es für eine erste Einschätzung, ehe man sich beim Anbieter ein konkretes Angebot einholt oder selber detailliert plant. Was trotzdem noch erforderlich ist, weil das SPK nicht jeden Aspekt berücksichtigt. Nicht eingerechnet werden z.B. Dachfenster; tunlichst vorab klären sollte man ferner statische Aspekte.

Gut geeignet sei das SPK, um verschiedene Varianten durchzuspielen: „Damit gewinnt man auch viel Verständnis für das Thema Solarenergie“, ermunterte Dorothea Ludwig.
Theresa Uhlemann von der Energieagentur ging unter anderem auf die aktuellen gesetzlichen und technischen Rahmenbedingungen beim Nutzen von Sonnenenergie ein. Da gibt es durchaus Tücken, wie sich in der Diskussionsrunde mit den Zuhörerinnen und Zuhörern zeigte: etwa die häufigen Zwangsabschaltungen wegen drohender Netzüberlastung. Generell wäre nötig, „dass die Energie wieder kürzere Wege hätte“, bilanzierte Uhlemann.