Studie und Regensburger Händler: Elektro-Mobilität nimmt Fahrt auf

Von Gerd Otto · 7. August 2025 um 10:16

Dass batterieelektrische Fahrzeuge – kurz BEV genannt – auf dem deutschen Markt inzwischen etabliert sind, hat die neueste Dataforce-Studie eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In vielen Regionen, so wurde jetzt ermittelt, liege der Anteil der E-Mobilität an den neu zugelassenen Privat-Fahrzeugen bereits bei 20 Prozent. Auch ein Regensburger Händler sieht bei Elektromodellen eine „sehr erfreuliche Entwicklung“.

Video ansehen

Mit Blick auf die Unternehmensflotten verfügen laut Studie mittlerweile schon ein Drittel über Elektro-Pkw, während für die deutschen Transporterflotten die Elektromobilität offenbar noch die Ausnahme bildet: „Aktuell sind kaum mehr als zwei Prozent aller Transporter elektrisch unterwegs“, heißt es vom Frankfurter Marktforschungsunternehmen Dataforce. Immerhin sehen die Fuhrparkverantwortlichen 46 Prozent ihrer Bestände als „grundsätzlich elektrifizierbar“ an. Die Dataforce-Experten sehen darin ein „enormes Potenzial“. Im deutschen Privatmarkt verweist die Studie vor allem darauf, dass lediglich drei Prozent der befragten Nutzer von E-Autos beim nächsten Fahrzeug wieder zum Verbrenner zurückkehren würden.

Zunehmend an Bedeutung gewinnt rund um die E-Mobilität vor allem der Gebrauchtmarkt, wurden doch bereits jetzt rund 15 Prozent der privaten Elektro-Pkw gebraucht angeschafft. Selbst unter den Neuwagenkäufern könnten sich mehr als zwei Drittel durchaus vorstellen, ihr nächstes E-Fahrzeug ebenfalls als Gebrauchtwagen zu erwerben. Eine zentrale Rolle spielen dabei Batteriezertifikate und Herstellergarantien, wie fast 90 Prozent der Befragten angaben.

Jepsen-Gruppe aus Regensburg: Stabiler Neuwagenmarkt

Und wie machen sich diese Trends auf dem Automarkt konkret bemerkbar? Laut Johannes Marx, geschäftsführender Gesellschafter der Regensburger Jepsen-Gruppe mit den Marken VW, Audi, Skoda, Porsche, Seat, Cupra und dem Fuhrparkmanagement „Flotte eins“, hat sich der deutsche Fahrzeugmarkt zuletzt auf etwa 28 Millionen Neuzulassungen eingependelt. Auch wenn das „Vor Corona-Niveau“ mit 3,6 Millionen pro Jahr aktuell wohl nicht erreichbar sei, bezeichnet Marx den Neuwagenmarkt als durchaus stabil. Die Jepsen-Gruppe jedenfalls verzeichne gegenüber dem Vorjahr steigende Auftragseingänge im Bereich Neuwagen, wobei sich speziell bei den Elektrofahrzeugen eine „sehr erfreuliche“ Entwicklung bemerkbar mache: „Im ersten Quartal 2025 haben wir mehr Elektrofahrzeuge an Einzelkunden verkauft als im gesamten Jahr 2024.“ Derzeit liege in der Jepsen-Gruppe der Anteil an rein elektrischen Fahrzeugen im Bereich der Neuwagen-Aufträge immerhin bei 27 Prozent.

Vor diesem Hintergrund bietet auch die Dataforce-Studie dem Marktforschungsunternehmen zufolge „bemerkenswerte Einblicke“ ins Geschehen rund um die Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2025. Während zum Beispiel Tesla und Mercedes signifikante Rückgänge verzeichnen mussten, habe der VW-Konzern mit seinen Modellen ID.3 und ID.7 deutlich zulegen können.

Dabei sei die Markenauswahl gerade bei den Flottenkunden offensichtlich ein sehr kontroverses Thema. Laut der Studie schließen etwa 50 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen E-Fahrzeuge aus China grundsätzlich aus, während die andere Hälfte Zweifel an der Qualität deutscher E-Modelle im Vergleich zu den Verbrennern äußert.