Continental-Abspaltung Aumovio: Jetzt steht fest, wann das Unternehmen an die Börse geht

Dem Continental-Chef zufolge geht die vor der Eigenständigkeit stehende Zulieferersparte mit Werken in Regensburg und Ingolstadt „mit positivem Momentum“ Richtung Abspaltung. Nun ist klar, wann der Verkauf der Aktien des neuen Unternehmens an der Börse startet.
Die Autotechniksparte von Continental geht laut dem Vorstandsvorsitzenden Nikolai Setzer mit Rückenwind in die heiße Phase rund um die Abspaltung vom Mutterkonzern. Wie letzterer am Dienstag mitteilte, ist der Börsengang des neuen Unternehmens Aumovio für den 18. September geplant. Der Zulieferbereich bewege sich „mit positivem Momentum Richtung Spin-off“, sagte Setzer bei der Vorstellung der Quartalszahlen des Hannoveraner Konzerns.
Continental: Aumovio-Umsatz ist zurückgegangen
Zuversichtlich stimmt den Conti-Chef unter anderem der Auftragseingang. Der habe im vor der Abspaltung stehenden Geschäftsbereich in den Monaten April, Mai und Juni bei 5,7 Milliarden Euro gelegen, teilte Continental mit. Der Wert habe damit deutlich über dem Umsatz der Sparte gelegen.
Letzterer ging dem Konzern zufolge im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 4,7 Milliarden zurück. Zwar sei die weltweite Produktion von Autos und Nutzfahrzeugen im gleichen Zeitraum leicht angestiegen, in den wichtigen Märkten Nordamerika und Europa seien die Zahlen aber weiterhin geschrumpft, heißt es in der Mitteilung. Der Konzern wies auch darauf hin, dass der Umsatzrückgang geringer ausfalle, wenn man Wechselkurs- und andere Sondereffekte herausrechne. Dann ergebe sich ein Minus von lediglich 1,2 Prozent.
Bedeutender für die Eigenständigkeit ab Mitte September ist aber die Profitabilität der Sparte, also das Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) zum Umsatz. Diese bereinigte Ebit-Marge habe im Zuliefererbereich im zweiten Quartal bei neun Prozent gelegen – eine deutliche Steigerung nach 2,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Allerdings spielt Continental hier ein Bilanzierungseffekt in die Karten. Durch die geplante Abspaltung muss der Konzern den Rechnungslegungsstandard IFRS 5 anwenden. Abschreibungen aus der Zulieferersparte seit dem Zeitpunkt der Aufsichtsrats-Zustimmung zum Spin-off im März fließen damit nicht mehr in das Konzernergebnis ein.
Regensburg und Ingolstadt sind große Werke von Aumovio
Laut Continental habe man die Profitabilität des Geschäftsbereichs auch ohne IFRS 5 mit einer Ebit-Marge von vier Prozent deutlich steigern können. Man habe damit ein Ergebnis am oberen Ende des Jahresausblicks erzielt, heißt es in der Mitteilung. Tatsächlich prognostizierte der Konzern für die Zulieferersparte eine bereinigte Ebit-Marge von 2,5 bis vier Prozent.
Als Gründe für die Verbesserung im zweiten Quartal nennt Continental seinen eingeschlagenen Sparkurs sowie Preisanpassungen. Man habe intensiv daran gearbeitet, sich „resilienter und agiler aufzustellen“, sagte Setzer. „Nun profitieren wir in einem außergewöhnlich volatilen Wirtschaftsumfeld von der geleisteten Arbeit.“
Langfristig will die Sparte als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Aumovio eine bereinigte Ebit-Marge von sechs bis acht Prozent erreichen. 2024 lag dieser Wert noch bei 2,5 Prozent. In welchen Bereichen Produkte des neuen Unternehmens offenbar besonders gefragt sind, geht aus der Mitteilung vom Dienstag hervor. Zu dem Auftragseingang in Höhe von 5,7 Milliarden Euro im zweiten Quartal hätten mit einem Volumen von über drei Milliarden Euro insbesondere Bestellungen von Satellitenkameras, Bremssystemen und elektronischen Steuergeräten beigetragen – für die Region erfreulich: Entsprechende Produkte beziehungsweise Komponenten dafür kommen auch aus Regensburg und Ingolstadt.