Pilotprojekt: BMW in Regensburg rüstet seine Lackiererei für erneuerbare Energien

Von Lorenz Nix · 6. August 2025 um 17:47

Weg von fossilem Erdgas, hin zur Nutzung regenerativer Energien: Eigenen Angaben zufolge elektrifiziert der Autobauer BMW derzeit Schritt für Schritt seine Lackierereien. Ein Pilotprojekt im Regensburg Werk habe gezeigt, wie die Umstellung einfacher und schneller gelingen kann, teilt das Unternehmen mit.

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Demnach liegt die Lösung in der Installation eines Thermalöl-Systems. Der Einsatz von Thermalöl als Wärmeträgermedium erlaube es, die Wärmeerzeugung von den restlichen Anlagenkomponenten zu entkoppeln. Dadurch lasse sich die Energieversorgung der Lackieranlagen jederzeit flexibel umrüsten, heißt es in einer Pressemitteilung. „Das Thermalöl kann beispielsweise mit Strom, Geothermie, Solarthermie oder auch über ein mit Wasserstoff betriebenes Heizsystem erhitzt werden“, sagt Samuel Flieger, Projektleiter für technische Planung in der Regensburger Lackiererei. Das erhöhe die Resilienz: „Sollte ein Energieträger knapp werden oder ganz ausfallen, können wir kurzfristig reagieren.“

Laut BMW sind die Lackierereien damit bereits heute auf einen künftigen Betrieb mit erneuerbaren Energien vorbereitet – auch wenn eine vollständig erdgasfreie Beheizung derzeit noch nicht überall möglich ist. Der Grund: Die Stromnetze seien vielerorts noch nicht auf die hohe Anschlussleistung einer vollständig elektrifizierten Lackiererei mit ihren energieintensiven Trocknungsprozessen ausgelegt. Übergangsweise könne ein System mit Thermalöl auch weiterhin mit Gas betrieben werden.

Geringerer CO2-Fußabdruck bei BMW in Regensburg

Die Verantwortlichen des Regensburger Pilotprojekts nutzten für den Einbau der Thermalöl-Technik dem Autobauer zufolge eine Produktionsunterbrechung über den Jahreswechsel. Innerhalb weniger Tage sei die bislang mit Erdgas betriebene Trocknungsanlage einer der drei Decklacklinien durch ein elektrisch beheiztes Thermalöl-System ersetzt worden – inklusive einer ebenfalls elektrisch betriebenen, innovativen Abluftreinigung.

Die Neuerung: Statt wie bisher direkt die Luft zu erhitzen, mit der die Karosserien nach dem Lackauftrag im Trocknungsraum umhüllt werden, überträgt das neue elektrische Heizaggregat der Mitteilung zufolge die Wärme auf das Thermalöl. Das erwärmte Öl zirkuliert dann in einer Ringleitung und heizt im zweiten Schritt über Wärmetauscher die Luft im Trocknungsraum auf. Das zirkulierende Öl nehme dabei Temperaturen von mehreren 100 Grad Celsius an, teilt der Autobauer mit. Anders als Wasser bleibe es auch bei so hohen Temperaturen stabil.

Überall dort, wo Abwärme entsteht, werde sie laut BMW als Prozesswärme zurückgeführt. Dadurch sinke die Temperatur der Abluft, die über das Hallendach entweicht. Insgesamt konnte der Energieverbrauch der Trocknungsanlage durch den Umbau um rund 40 Prozent gesenkt werden. Die neue Thermalöl-Heizung und die höhere Energieeffizienz reduzieren den CO2-Fußabdruck der Regensburger Lackiererei damit laut BMW um rund 480 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr.