Großbaustelle auf Zielgerade: Sanierung von Hallenbad und Sporthalle in Roding fast fertig

Auch von außen wird mittlerweile deutlich, dass die Sanierung von Hallenbad und Sporthalle an der Rodinger Realschule fast abgeschlossen ist: Eine markante Holzfassade wird gerade angebracht und dafür sorgen, dass das Gebäude im Vergleich zu früher kaum mehr wiederzuerkennen sein wird.
Die offizielle Wiedereröffnung findet am Mittwoch, 17. September, statt, unter anderem wird dabei Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker erwartet.
Das Kreishallenbad in Roding wird seit seiner Errichtung Mitte der 1960er Jahre durch den Landkreis Cham betrieben. Zuletzt wurde 1983 eine Generalsanierung durchgeführt. In den vergangenen Jahren kam es durch die veraltete Schwimmbad-Technik gehäuft zu Ausfällen und Störungen, so dass ein regelmäßiger Badebetrieb nicht mehr gewährleistet werden konnte.
7,9 Millionen Euro Kosten
Der gesamte Gebäudekomplex inklusive der Turnhalle mit Nebengebäuden im Erdgeschoss befand sich laut Angaben des Landratsamtes in einem noch sanierungswürdigem Zustand. Eine Sanierung sei deshalb im Sinne der Nachhaltigkeit sinnvoll und wirtschaftlich. Die Gesamtkosten für die Maßnahme des Landkreises Cham belaufen sich auf insgesamt etwa 7,9 Millionen Euro – inklusive einer großen neuen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die bereits installiert ist. Das Landratsamt geht von Fördermitteln in Höhe von 3,37 Millionen Euro und einem energetischen Zuschuss von 1,76 Millionen Euro aus. Damit errechnet sich ein Eigenanteil von etwa 2,8 Millionen Euro.
Quasi fertig sind die Arbeiten im Erdgeschoss, in dem die Sporthalle, die neben der Konrad-Adenauer-Realschule auch von vielen Vereinen genutzt wird, beheimatet ist. Neben der Halle selbst sind auch die Arbeiten in den Nebenräume wie Duschen und Umkleiden fast abgeschlossen.
Nahtloser Übergang nach Freibad-Saison
Noch etwas zu tun gibt es im Untergeschoss beim Hallenbad. Nachdem das Gerüst abgebaut wurde, ist die Instandsetzung des Beckens gestartet. Auch die Elektro-Arbeiten laufen. Sobald alles soweit fertig ist, kommt Wasser in das Becken und es beginnt ein Probebetrieb – ähnlich wie beim Freibad. Sobald die Saison dort beendet ist, werden die Bürger im Hallenbad ihre Bahnen ziehen können.
Den ökologischen Charakter des Gebäudes soll die Holzfassade nach außen zeigen. Außerdem wird künftig durch rollstuhlgeeignete Parkplätze nahe am Haupteingang, einen Aufzug, barrierefreie Umkleiden sowie einen mobilen Beckenlift Barrierefreiheit bei Hallenbad und Turnhalle erreicht. Zum Ende stehen Arbeiten an den Außenanlagen an. Später werden dafür auch Blumen verwendet, die der Landkreis derzeit bei der Landesgartenschau in Furth im Wald ausstellt.
Minister Füracker kommt
Offiziell wieder in Betrieb genommen werden Hallenbad und Turnhalle mit einem Festakt am Mittwoch, 17. September, ab 10 Uhr. Dabei wird Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker die Festrede halten. Ansprachen kommen von Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler sowie von Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Realschul-Direktor Alexander Peintinger wird ein Grußwort sprechen, einen Baurückblick gibt es von Architekt Norbert Raith, der auch die symbolische Schlüsselübergabe vornehmen wird.
Den Segen erhält das Gebäude beim Festakt von Stadtpfarrer Matthias Kienberger und der evangelischen Seelsorgerin Ruth Endes.
Die neuen Preise für das Hallenbad
22 Prozent Kostendeckung: Im Durchschnitt der Jahre von 2019 bis 2002 betrug das Defizit beim Hallenbad für den Landkreis etwa 132 000 Euro, wobei ein jährlicher Zuschuss von 9000 Euro der Stadt Roding bereits berücksichtigt ist. Der Kostendeckungsgrad liegt damit bei etwa 22 Prozent.
Gebührenerhöhung in Kreistag beschlossen: In ihrer jüngsten Sitzung haben die Kreisräte eine Erhöhung der Gebühren, die seit 1. Januar 2012 gegolten haben, beschlossen. So steigen etwa die Entgelte beim Schulschwimmen von 1,10 Euro pro Schüler und Schulstunde auf 2,50 Euro pro Schüler und Doppelstunde. Die Einzelkarte für einen Erwachsenen kostet künftig 4,50 statt 2,5 Euro, ist allerdings nicht mehr nur für eineinhalb Stunden, sondern für den ganzen Tag gültig.
Die Preise: Erwachsene zahlen pro Tag 4,50 Euro, die Zehnerkarte kostet 40 und die Jahreskarte 140 Euro. Die Gebühr für eine Einzelkarte Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren, Schwerbehinderte, Schüler, Studenten, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienst-Leistende sowie Inhaber der blauen Ehrenamtskarte beträgt drei Euro, die Zehnerkarte schlägt für sie mit 25 und die Jahreskarte mit 90 Euro zu Buche. Der Sondertarif bei geschlossenem Besuch durch Vereine, Verbände und bei Schwimmkursen der Wasserwacht liegt bei 2,50 pro Person und 90 Minuten, ebenso bei einem geschlossenen Besuch durch Schulklassen mit eigener Aufsichtsperson.
Kein Eintritt: Freien Eintritt haben Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahrs, Schwerbehinderte bei 100 Prozent inklusive einer Begleitperson, Mitglieder der Wasserwacht Roding zu Trainingszwecken sowie Inhaber der goldenen Ehrenamtskarte.
Höheres Defizit erwartet: Trotz der Gebührenerhöhung rechnet das Landratsamt bei gleichbleibender Besucherzahl vor allem angesichts der permanent steigenden Kosten für Energie künftig mit einem Betriebskostendefizit in Höhe von 160 000 bis 190 000 Euro jährlich.