Ein Ministerpräsident zum 75. Geburtstag: Markus Söder besucht das Chamer Volksfest

Zum 75. Geburtstag schaut ein ganz besonderer Gast beim Chamer Volksfest vorbei: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Und der ernennt die Stadt Cham in seiner Festzeltrede zur bayerischen Landeshauptstadt. Zumindest für diesen Sonntag.
Am Mittag geht es los mit dem Festumzug. Schon lange vor der Ankunft des Ministerpräsidenten versammeln sich Feuerwehrleute, Blaskapellen und Trachtenvereine in der Ludwigstraße. Dann fängt auf Kommando die Musik an zu spielen und alle Blicke richten sich auf den vorderen Teil des Festzuges. Dort begrüßt Markus Söder die Zaungäste und steigt in eine Kutsche ein.
Hunderte Schaulustige
Zusammen mit Bürgermeister Martin Stoiber, Landrat Franz Löffler und der Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf führt der Ministerpräsident den Festzug an. Es geht einmal quer durch die Chamer Innenstadt, vorbei an Hunderten von winkenden Passanten. Begleitet wird der Umzug von den Schüssen der Böllerschützen und der Blaskapelle. Am Volksfestgelände angekommen, geht es gleich ins Festzelt. Dann gibt es erst einmal bayerische Spezialitäten serviert.
Nach kurzer Verschnaufpause stehen dann die Festreden der Ehrengäste an. Den Anfang macht Christian Plötz, 1. Vorsitzender des Volksfestvereins. „Willkommen zurück in Cham, Herr Ministerpräsident“, sagt Plötz. Als „historisches Wiedersehen“ bezeichnet er den Besuch Söders. Schon 2015 sei der auf dem Chamer Volksfest zu Besuch gewesen. Damals noch als bayerischer Finanzminister – heute als Ministerpräsident.
Der Besuch Söders sei ein starkes Zeichen für den ländlichen Raum, die bayrische Kultur und natürlich auch für Cham.Um sich beim Ministerpräsidenten angemessen zu revanchieren, hat sich der Volksfestverein laut Plötz ein ganz besonderes Geschenk ausgedacht: einen Festkrug vom Chamer Volksfest. „Und wer weiß, vielleicht trinkt aus diesem Festkrug schon bald der nächste Bundeskanzler“, so Plötz.

Markus Söder kann sich sein Lächeln zwar nicht verkneifen, geht aber in seiner Rede nicht weiter auf diese Andeutung ein. „Ich bin sowieso froh, dass ich heute hier bin und nicht in Berlin“, sagt Söder. Für ihn stehe außer Frage, dass Cham eines der schönsten Volksfeste im bayerischen Land hat. „Ich war ja selbst auch schon mal da und weiß, was das für ein wunderbares Fest ist.“
Und so ernennt Markus Söder die Stadt Cham für den Festsonntag kurzerhand zur bayerischen Landeshauptstadt. Auch gegen Kritik an den bayerischen Volksfesten wehrt er sich: „Manche fragen: Wie könnt ihr in solch schweren Zeiten noch feiern? Gerade dann sollten wir feiern, um auch mal ein bisschen durchzuschnaufen.“
Außerdem lobt er das Essen im Zelt: „Unser bayerisches Essen ist mit Abstand das Beste der Welt.“ Auch die Musik der Perlhütter Musikanten im Festzelt lobt er ausdrücklich für ihr Können.
Versprechen an die Stadt
Zum Ende seiner Rede kommt er auf die Stadt Cham zu sprechen. „Bayern ist nicht nur München. Wir werden auch weiterhin viel in den ländlichen Raum und natürlich auch in Cham investieren“, verspricht Söder.
Den Abschluss macht dann der Chamer Bürgermeister Martin Stoiber. Der dankt vor allem den vielen Ehrenamtlichen und dem Volksfestverein „für 75 Jahre tolle Arbeit“. Volksfeste würden einfach zu Bayern dazugehören, ist sich Stoiber sicher. „Deshalb hoffe ich, dass wir auch in 75 Jahren noch dieses Fest feiern.“
Für den Ministerpräsidenten gibt es dann noch ein paar Geschenke mehr als nur den anfangs angekündigten Festkrug. Zusätzlich bekommt er vom Volksfestverein noch ein T-Shirt und eine Kaffeetasse überreicht.
Als Letztes wird noch die Bayernhymne angestimmt und Markus Söder verabschiedet sich von dem rappelvollen Festzelt: „Ich wünsche ein schönes, großartiges und friedliches Fest.“