Attraktion für FamilienAbenteuer im Maislabyrinth: Im Landkreis Neumarkt eröffnete ein besonderer Irrgarten

Von Kilian Graef · 4. August 2025 um 11:00

Verloren im Maisfeld: Die typische Startszenerie von Horrorfilmen ist an der Staatsstraße 2236 in Lauterhofen eine Attraktion für Familien. Sabine und Markus Bösl haben in Kooperation mit den örtlichen Landwirten ein großes Maisfeld-Labyrinth gesät. Dass es überhaupt eröffnet werden kann, war bis vor wenigen Wochen noch unsicher.

Wenn man es genau nimmt, gibt es im Feld zwei Irrgärten: einen kleinen und einen großen. In beiden sind verschiedene Stationen versteckt, die Besucher auf ihrem Weg durch das Labyrinth suchen können.

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„Acht davon sind Aktionsstationen“, sagt Sabine Bösl. Dort wartet eine Aktivität – zum Beispiel das Balancieren über Holzbalken – oder ein Schätzspiel. Die restlichen fünf sind Tierstationen. Dort lernt man an Wissenstafeln etwas über Tiere, die in der Landwirtschaft eine Rolle spielen.

Wöchentliche Verlosung für Besucher, die alle Stationen finden

Wer sich am Start eine Karte und einen Bleistift mitnimmt, alles ausfüllt und in einen Briefkasten wirft, nimmt an einer wöchentlichen Verlosung teil. „Man kann Produkte aus unserem Imkereiladen gewinnen“, sagt Markus Bösl.

Sabine und Markus Bösl aus Lauterhofen haben den Irrgarten entworfen. - Foto: Kilian Graef

Auf die Idee sind die Bösls vor zehn Jahren gekommen. „Wir waren damals mit unseren Kindern in einem Maislabyrinth und dachten, dass sowas auch in Lauterhofen schön wäre“, sagt Sabine Bösl. Sie und ihr Mann betreiben seit vielen Jahren einen kleinen Imkereiladen an der Lauterachstraße in Lauterhofen, in dem sie ihren eigenen Honig und Zubehör verkaufen. „Damit die Honige vielfältig sind, wandern wir mit den Bienen durch Deutschland“, sagt sie. Die Bienen sammeln in verschiedensten Regionen, zum Beispiel bei Cottbus, Magdeburg oder im Bayerwald Pollen und Nektar.

„Als wir letztes Jahr mit den Bienen im Schwarzwald waren, hatten wir wieder ein Maislabyrinth gesehen“, sagt der Kreisvorsitzende des Landesverbandes Bayerischer Imker. Bei ihm und seiner Frau wurden Erinnerungen wach. „Dann haben wir das anlässlich der 1300-Jahr-Feier in Lauterhofen angegriffen“, sagt Sabine Bösl. Auch eine Abkürzung des Gemeindenamens über der Zahl 1300 ist aus der Luft zu sehen.

Wir haben das Saatgut gezahlt und das Labyrinth entworfen.Markus BöslUm das Projekt möglich zu machen, hat es mehrere Unterstützer gebraucht. Die Flächen stellen die Familien Maier und Weber zur Verfügung. „Wir haben das Saatgut gezahlt und das Labyrinth entworfen“, sagt Markus Bösl. Eine Firma aus dem Landkreis Augsburg hatte den Entwurf in eine Karte umgewandelt und den Mais so ausgesät, dass bis zu zwei Meter breite Wege geblieben sind. „Es hat nicht perfekt geklappt“, sagt Markus Bösl, der früher selbst eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert hat. „Wir mussten noch einige Blätter wegschneiden.“ Eröffnung des Maisfeld-Labyrinths stand lange auf der KippeWeil das Labyrinth insgesamt 1,8 Kilometer Weg beinhaltet, arbeiteten sie drei Wochen daran. Dass es überhaupt pünktlich am 26. Juli eröffnen konnte, war lange Zeit alles andere als sicher: „Drei Wochen nach der Aussaat kam nochmal Frost“, sagt Markus Bösl. Den hatte der Mais überlebt. Wenn man rüberschauen kann, macht es nicht so viel Sinn.Markus BöslDie Monate danach hatten die jungen Pflanzen mit einem anderen Extrem zu kämpfen: Trockenheit. Bis vor wenigen Wochen sei der Mais nur 1,40 Meter hoch gewesen. „Wenn man rüberschauen kann, macht es nicht so viel Sinn“, sagt Markus Bösl. Kinder hätten das Problem zwar nicht, aber „wir wollen, dass auch die Erwachsenen Freude haben“, fügt seine Frau an.Erste Rückmeldungen über soziale MedienMit dem Endergebnis sind beide sehr zufrieden. Trotz Regenwetters und der Sperrung der B299 bei Lauterhofen waren schon einige Familien da. Es gibt sogar schon Kommentare in sozialen Medien und auch die schriftlichen Rückmeldungen auf den Karten sei bisher durchweg positiv. „Wenn die Leute das wertschätzen, ist das auch für uns sehr schön“, sagt Markus Bösl. Auch deswegen spielen die Initiatoren schon jetzt mit dem Gedanken, die Aktion nächstes Jahr zu wiederholen.Lesen Sie auch: Nach harten Wochen: Junge Bundeswehr-Soldaten legen in Lauterhofen Gelöbnis abDas Labyrinth soll beinahe die ganzen Sommerferien bis zum 12. September stehen. „Das kommt aber sehr auf die Sonnenstunden an“, so Bösl. Laut ihm sei gut möglich, dass der Mais erst ein bis zwei Wochen später geerntet wird.