Hoher Goldpreis belastet Halbleiterhersteller ams Osram – auch Regensburg betroffen

Von Lorenz Nix · 1. August 2025 um 11:48

Für Zusatzkosten in Millionenhöhe sorgt bei ams Osram der hohe Goldpreis. Auch in Regensburg verbaut der Konzern das Edelmetall. Sorgen die chinesischen Exportbeschränkungen für Seltene Erden ebenfalls für Probleme?

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Unter anderem getrieben von geopolitischen Spannungen hat der Goldpreis 2025 weiter zugelegt. Ende April erreichte das Edelmetall mit 3500 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch. Während Anleger von den Rekordständen profitieren, bereiten die steigenden Kosten dem Halbleiterhersteller ams Osram Sorgen. Das sagte Vorstandsvorsitzender Aldo Kamper bei einer Pressekonferenz zu den Quartalszahlen am Donnerstag.

Der Preis für das Edelmetall sei relevant, weil in Halbleitern „relativ viel“ Gold verbaut sei, erläuterte der Konzernchef. Auch das Regensburger Werk, wo unter anderem LEDs und Lichtsensoren entwickelt und hergestellt werden, ist deshalb davon betroffen. Die hohen Goldpreise hätten ams Osram im zweiten Quartal mit einem „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ zusätzlich belastet, sagte Kamper.

Seltene Erden: Materialknappheit in der Elektroindustrie

Keine Probleme hat der Konzern hingegen bei einer anderen Gruppe von Materialien. China hatte für Seltene Erden Exportbeschränkungen eingeführt. Ams Osram sei davon „zum Glück nicht sehr stark betroffen“, so Kamper. Bisher gebe es keine Beeinträchtigungen für das Geschäft.

Grundsätzlich hat sich die Materialknappheit in der Industrie aber offenbar wieder verschärft. Bei Herstellern von elektrischen Ausrüstungen habe sie im Juli spürbar zugenommen, teilte das Münchner ifo-Institut in dieser Woche mit. Demnach meldeten in einer Umfrage 12,7 Prozent der befragten Unternehmen Engpässe – nach nur 5,7 Prozent im April.

Hier spielten die Exportbeschränkungen für Seltene Erden wohl eine Rolle, sagte Umfragenleiter Klaus Wohlrabe. „Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen und verschärfen, dürften auch andere Branchen wie der Maschinen- und Automobilbau betroffen sein.“ In der Industrie insgesamt berichteten laut Mitteilung nur 5,8?Prozent der Firmen von Versorgungsproblemen – nach 4,1 Prozent im April.