Zwei Lebensretter aus Neustadt a. d. Donau erhalten Auszeichnung

Für Regierungspräsident Rainer Haselbeck sind sie „Helden des Alltags, die der „Mitmenschlichkeit, der Zivilcourage und der Solidarität ein Gesicht geben“: Die beiden Neustädter (Landkreis Kelheim) Matthias Waldhier und Stefan Schedl haben in größter Not geholfen und sind zu Lebensrettern geworden. Jetzt zeichnete sie Haselbeck gemeinsam mit fünf Weiteren im großen Sitzungssaal der Regierung von Niederbayern aus.
Es war der 24. August im vorigen Jahr am Neustädter Stadtweiher in Mauern. Plötzlich trieb ein vierjähriges Mädchen leblos auf dem Rücken im Wasser. Mehrmals geriet der Kopf des Kindes unter Wasser, berichtete Haselbeck in seiner Laudatio über diese dramatischen Augenblicke, bevor er den beiden die Medaille der Patrona Bavariae sowie eine Urkunde überreichte.
„Ich war selbst gerade im Wasser, als meine Frau und ich darauf aufmerksam wurden“, berichtet Waldhier im Gespräch mit dieser Zeitung. Überlegt habe er dann nicht lange, schwamm hin zu dem Kind und brachte es erst einmal ans Ufer. Er habe dann die Füße des Kindes hochgelagert – in der Hoffnung, in der Lunge befindliches Wasser würde herauslaufen. „Da hat mir ein älterer Herr, der dabei war, Tipps gegeben“, erzählt er weiter.
Gleichzeitig rief Waldhier laut um Hilfe – das hörte Schedl. Auch der ließ keine Zeit verstreichen und lief sofort zu den beiden, um Waldhier bei der Reanimation zu unterstützen. Das schnelle Eingreifen der beiden Männer hatte Erfolg: Nach wenigen Minuten fing das Kind wieder selbstständig an zu atmen. Beide kümmerten sich bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes um das Kind, das dann mit dem Hubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht wurde.
Lange Zeit der Ungewissheit
Danach wussten die beiden nach eigener Aussage monatelang nicht, ob das Kind letztendlich wirklich überlebt hat. Erst als die betroffene Familie über die Stadt Kontakt mit den Rettern gesucht hat, um sich zu bedanken, gab es endlich auch für Waldhier und Schedl Gewissheit. Weiteren Kontakt gebe es aber seither nicht.
Mag sein, dass das verunglückte Kind nicht nur deshalb Glück hatte, dass zwei Männer ohne zu zögern helfen wollten. „Ich bin ausgebildeter Rettungssanitäter“, antwortet Schedl auf die Frage, ob er denn Erfahrung mit lebensrettenden Maßnahmen hatte. „Ich bin froh, dass ich das Gelernte anwenden konnte.“ Und auch Waldhier verfüge über mehr als nur einen Erste-Hilfe-Kurs, den viele absolviert haben. In seinem Betrieb gehört er zu geschulten Ersthelfern für Unglücksfälle.
Das klingt doch interessant: Mehr Kinder unter dem Dach der Kommune
„Sie haben ohne zu zögern geholfen und mutig und klug zusammengearbeitet. Ich freue mich sehr, Sie beide für diese eindrucksvolle Zusammenarbeit öffentlich auszeichnen zu dürfen“, sprach der Regierungspräsident bei der Zeremonie am Mittwochnachmittag in Landshut. An alle Ausgezeichneten gewandt sagte er: „Sie haben nicht weggesehen, nicht gezögert – Sie haben gehandelt und damit Leben gerettet. Dafür verdienen Sie unseren tiefsten Respekt.“
Die Überraschung war groß
Beide Neustädter waren nach eigener Aussage sehr überrascht, auf diese Art und Weise geehrt zu werden. „Als ich den Brief der Bezirksregierung erhalten habe, fragte ich mich zuerst, ob ich denn etwas verbrochen habe“, lacht Waldhier im Gespräch. An eine Auszeichnung dachte er da nicht. Schedl sagte: „Es ist dann aber schön, zu sehen, dass der eigene Einsatz anerkannt wird.“
Neben den Rettungsmedaillen und den Christophorus-Medaillen, die üblicherweise vom Bayerischen Ministerpräsidenten verliehen werden, können auch die bayerischen Regierungspräsidenten laut einer Pressemitteilung Menschen, die bei einer Rettungstat mit sehr viel Umsicht und Ausdauer gehandelt haben, in Form einer öffentlichen Anerkennung würdigen.
Einsatz für die Mitmenschen
Davon machte Niederbayerns Regierungspräsident Rainer Haselbeck am Mittwochnachmittag Gebrauch. „Mit der niederbayerischen Auszeichnung möchte er den zu Ehrenden Respekt zollen und ihnen zeigen, wie sehr ihr Einsatz für ihre Mitmenschen geschätzt wird“, heißt es in dem Schreiben.
Neben den beiden Neustädtern wurden Lea Dersch aus Waldkirchen, Alexander Rohde aus Haidmühle, Johnathan Zejewski aus Rinchnach, Nico Birkmeier aus Schmatzhausen und Ulrich Huber aus Kumhausen ausgezeichnet. Bei der Feierstunde in Landshut waren auch die Bürgermeister aller Kommunen anwesend, aus denen die Geehrten stammen.