Lösung für Nahversorgungszentrum in Maxhütte-Haidhof kommt bei Anwohner nicht gut an

Monatelange Diskussionen im Stadtrat zur Verkehrssituation an der Kreisstraße SAD 8 auf Höhe des neuen Teils des Nahversorgungszentrums fanden ein Ende. Auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates stand das Thema: „Kreisstraße SAD 8; Errichtung einer Fußgängerampel“. Diese soll ein Problem lösen, dass in der Stadtgesellschaft insgesamt Diskussionsstoff bot.
Der Hintergrund: Mit Erweiterung des Nahversorgungszentrums um zwei weitere Märkte hat sich, wie es die Verwaltung formulierte „im dortigen Bereich der SAD 8 der Fahrzeugverkehr und die Fußgängerfrequenz erheblich erhöht“. Deshalb folgte ein Antrag der Verwaltung beim Landratsamt Schwandorf um das Ortsschild auf Höhe der Einmündungen „Adam-Ries-Straße“ und „Stoapfalzweg“ vorzusetzen.
Damit wäre dieser Bereich innerorts gelegen, so dass generell eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zum Tragen gekommen wäre. Aus verkehrsrechtlichen Gründen wurde dieses Ansinnen mehrfach abgelehnt vom Landratsamt.
Bereich liegt außerorts
Das führte dazu, dass eine Lösung des Hauptkritikpunkts nicht angegangen werden konnte. Der lautet: Im genannten Bereich, bei der Kreuzung Adam-Ries-Straße/Stoapfalzweg, der plötzlich vielmehr Verkehr verkraften muss und es eine häufige Ausfahrtssituation ausgehend von den Parkplätzen der neuen Märkte gibt, gilt aktuell eine Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern, da dies ein Bereich außerorts ist.
Das hatte auch für Leserreaktionen gesorgt. Helmut Thanner, der Anwohner ist, schilderte, dass er schon mehrere gefährliche Situationen beobachtet habe, die Geschwindigkeit unbedingt auf 50 Stundenkilometer reduziert werden müsse.
Das wird jetzt mit der mehrheitlichen Entscheidung des Rates durch den Bau einer sogenannten Bedarfsampel für Fußgänger erreicht. Diese wird in Höhe des Fußgängerzugangs zum neuen Teil des Nahversorgungszentrums entstehen, der zwischen dem alten und den neuen Teil der Gesamtanlage an der SAD8 liegt.
Vor der Entscheidung habe die Verwaltung zudem prüfen lassen, ob in Zukunft eine große, verkehrsregelnde Ampelanlage an den Einmündungen „Adam-Ries-Straße“ und „Stoapfalzweg“ geplant sei, schilderte die Sitzungsvorlage. „Der Landkreis verneinte dies – damit ist die Bedarfsampel als dauerhafte Lösung vorgesehen.“ Kosten soll die Anlage wie Stadtbaumeister Ronny Harz auf Nachfrage erläuterte rund 45.000 Euro. Laut der vorgesehen Vereinbarung zwischen Stadt und Landratsamt ist eine Teilung der Kosten geplant. Die laufenden Ausgaben für Unterhalt und Betrieb, geschätzt auf rund 1300 Euro im Jahr plus Strom, gehen zu Lasten der Stadtkasse.
Im Rat löste der Vorschlag keine Begeisterung aus, wie die Wortmeldungen zeigten. Bürgermeister Rudolf Seidl (UWM) betonte entsprechend, dass das Landratsamt keiner anderen Lösung zustimmen werde und ging auf den Hintergrund ein. Voraussetzung für die Verschiebung des Ortsschildes (um die Geschwindigkeit von 70 auf 50 Stundenkilometer reduzieren zu können) wäre eine geschlossene Bebauung auf beiden Straßenseiten, die in diesem Bereich eben nicht gegeben wäre.
SPD-Sprecher Horst Viertlmeister stellte dazu fest: „Diese starre Haltung des Landratsamtes ist unsäglich.“ Das bezog sich darauf, dass es aus Sicht des Rates vergleichbare Situationen gebe, in denen anders gehandelt wurde. Beispiel dafür war Katzdorf, wo Richtung Teublitz ebenfalls keine geschlossene Bebauung auf beiden Seiten existieren würde.
Josef Stadlbauer (CSU) stellte fest: „Diese Geschwindigkeitsreduzierung ist mir zu teuer.“ Noch dazu werde aus seiner Sicht der Verkehrsfluss verschlechtert, weil die Fahrzeuge, die aus der Zufahrt zum neuen Teil des Nahversorgungszentrums Richtung Kreisel fahren, durch die Bedarfsampel wieder ausgebremst werden.
Zebrastreifen erwünscht
So gab es am Ende fünf Gegenstimmen beim Beschluss der festlegt, dass der Bürgermeister ermächtigt wird, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Sollte die Umsetzung noch in diesem Jahr erfolgen, werden außerplanmäßige Ausgaben genehmigt. Falls die Umsetzung erst 2026 erfolgt, wird die Maßnahme im Haushaltsplan 2026 berücksichtigt.
Auch Helmut Thanner sieht die Bedarfsampel kritisch: „Das ist ein absoluter Notnagel.“ Gehandelt werden müsste aus seiner Sicht an der Kreuzung Adam-Ries-Straße/Stoapfalzweg „die die Probleme macht“. Sein Vorschlag: Den Bürgersteig vom Stoapfalzweg bis zur Kreuzung verlängern. Für Fußgänger solle im Kreuzungsbereiche außerdem ein Zebrasteifen entstehen.