Elli's Volksfestgschichten: Knackig und fesch aufs Neumarkter Jura-Volksfest

Von Mittelbayerische Zeitung · 30. Juli 2025 um 19:00

Hallo, ich bin Elli. Jetzt sind es nur noch ein paar Tage, bis das Neumarkter Jura-Volksfest beginnt. Höchste Zeit zum Shoppen. Zusammen mit meinem Herrchen habe ich in Neumarkts Trachtengeschäften die neuesten Trands aufgespürt.

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Himmelblau, Waldgrün, Sonnenblumengelb, Rosenrot und dazu noch so viele Muster! Ich bin heilfroh, dass ich kein Zweibeiner bin. Die haben‘s echt schwer, das Richtige zum Anziehen zu finden.

Mein Herrchen hat mir aber auch ein neues Halstuch versprochen. Geht ja gar nicht, das vom letzten Jahr noch mal zu tragen. Reicht ja schon, dass ich unter der Woche meist das olle gestreifte Halsband umhabe. Wie soll man da bitteschön als Dame Eindruck bei den feschen Dackelherren machen?

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Zum Volksfest darf ich mich jetzt schick machen – und das Beste: Ich darf das Halstuch selbst raussuchen. Lila? Ne, da sehe ich aus wie meine Tante Fifi. Blau hat jeder. Grün? Ich bin doch kein Jagdhund! Rot-weiß-kariert – das ist klassisch edel! Und es riecht einfach nach Fest, gebratenem Hendl und Haxn.

Elli ist froh, keine Zweibeinerin zu sein. Da wäre die Qual der Wahl bei der Dirndl-Auswahl viel zu groß. - Foto: Eva Gaupp

Weil sich die Zweibeiner nicht auf ihre Nase verlassen können, arbeiten in den Trachtengeschäften Modeprofis, die wissen, was „in“ ist. Die Carmen Geitner von Moser Trachtenwelt zum Beispiel. Sie sagt: „Was in München auf dem Oktoberfest angesagt ist, kommt danach zu uns“.

Dirndl mit Cord und Samt in Neumarkt sehr gefragt

Samt und Cord liegen beispielsweise total im Trend – so sehr, dass alle ihre Cord-Dirndl in Neumarkt ausverkauft waren. Rechtzeitig vorm Neumarkter Jura-Volksfest haben sie aber eine neue Ladung bekommen. Der ribbelige Stoff ist tatsächlich fast so flauschig weich wie mein Lieblingsplätzchen auf dem Sofa. Und Frau Geitner weiß: In Cord und Samt schwitzt man nicht mehr als in anderen Stoffen. Dafür seien die anderen Stoffe manchmal etwas fester.

Damit die Zweibeinerinnen ordentlich was verputzen können, sollten sie ihr Dirndl immer so kaufen, dass sie drin sitzen können und trotzdem noch Luft kriegen, hat die Frau Geitner gesagt. Ich will ja auch nicht, dass mein neues Halstuch zwickt, wenn ich zwei Steaks geschnorrt hab‘.

Edler Samt und Ton in Ton: Carmen Geitner von Neumarkters Moser Trachtenwelt stellt Trends für die Dame vor. - Foto: Eva Gaupp

Was auch im Trend liegt: Dirndl, Schürze und Bluse Ton in Ton. Das sehe edel aus, sagt die Expertin und zeigt gleich mal eines der Kleider. Für mich sehen die ja recht lang aus, meine Pfoten würden da nicht mehr drunter vorgucken. Bis übers Knie sollten sie bei den Zweibeinerinnen reichen, sagt Frau Geitner. „Mini“ sei eher out. Was sie mit Mini genau meint, ist mir nicht so klar. Aber ich verstehe das schon. Mini-Würstchen mag ich auch nicht. Da muss schon ein bissl mehr dran sein.

Die Livia Gärtner beim Trachtenhof Nübler hat auch ein paar Tipps parat: Es gibt nämlich Dirndl, da ist die Bluse quasi schon dran – die haben Puffärmel. Wer trotzdem eine Bluse haben will, der braucht wieder einen Modeprofi an seiner Seite: Da hängen an der Stange so viele Blusen wie bei meinem Lieblingsmetzger Würstchen.

Livia Gärtner zeigt Kunden im Trachtenhof Nübler in Neumarkt, welche verschiedenen Arten von Dirndl es gibt. - Foto: Eva Gaupp

Einige zeigt die Frau Gärtner: „Flügelärmel sind sehr gefragt“, sagt sie. Ob man damit fliegen kann, glaube ich nicht. Dafür sehen sie doch ein bissl klein aus. Dann gibt es welche komplett aus Spitze. Cool ist eine andere: Durchsichtig mit lauter kleinen glitzernden silbernen Punkten. „Polka Dots“ heißen die, sagt sie.

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Durchsichtige Schürzen mit Perlen und Glitzer gibt es auch. Das tragen die jungen Zweibeinerinnen, sagt Frau Gärtner. Also solche wie ich, nur auf zwei Beinen. Wie man daran aber die Pfoten abwischen soll, ist mir schleierhaft.

Elli darf sich ein Halstuch raussuchen - Herrchen muss zahlen. - Foto: Eva Gaupp

Und mein Herrchen? Der braucht natürlich auch was Gscheits zum Anziehen, damit er in der Damenwelt gut ankommt. Die Hosen riechen schon mal wunderbar! Nach Wald und Wild! Die Farbe wäre mir ja schnuppe, aber Frau Gärtner sagt, es gibt welche, zum Beispiel in hellem Taubengraublau, die sind so fein, dass man sie am besten für eine Hochzeit aufhebt.

„Welche Lederhose jemand mag, ist Typsache“, sagt sie. Was der Typ aber beachten sollte: Man trägt weiße Hemden mit Ärmel hoch, damit man die bunte Borte sieht. Und das Laiberl darf man nicht vergessen – die gibt es übrigens auch in kuscheligem Samt.

„Wir schicken den Mann immer in kurzen Hosen los – auch im Winter“, lacht die Carmen Geitner, hat es aber total ernst gemeint. Wenn es sie friert, können die Zweibeiner Strickbänder um die Waden ziehen, Loferl nennt man die. Mann zeigt also Bein auf dem Rummel. Mach ich ja auch.

Elli ist eine drei Jahre alte Rauhaardackeldame. Sie begleitet ihr Herrchen Heinz Kühnlein, seines Zeichens Gebietsverkaufsleiter der Neumarkter Lammsbräu, fast überall hin ... und kennt sich entsprechend gut mit dem Neumarkter Volksfest aus. - Foto: MZ

Und wenn die Waden mal nicht ganz so sportlich aussehen, gibt es engere Schnitte, beruhigt die Frau Geitner, dann fällt das gar nicht auf. Hauptsache, die Lederhose sitzt knackig. Denn die gibt nach der einen oder anderen Haxe und Maß eh nach. Halstuch perfekt geknotet, Schnauze geputzt – ich bin sowas von bereit fürs Volksfest!