Nach langem Ringen mit Versicherungen: Keller im Neubau der Burglengenfelder Schule kann saniert werden

Von Thomas Rieke · 30. Juli 2025 um 05:00

Erst dieser Tage wurde es bekannt: Im Juni vergangenen Jahres hat ein Starkregenereignis im Erweiterungsbau der Hans-Scholl-Grundschule in Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf zu einem massiven Wasserschaden geführt. Bis heute sind die Folgen nicht beseitigt. Für die Verzögerung gibt es verschiedene Ursachen. Unterm Strich geht es um rund 142.000 Euro, mindestens.

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Wie berichtet, hat die Stadt Burglengenfeld für einen zweistelligen Millionenbetrag ihre Grundschule erweitert. Wegen permanenter Kostensteigerungen während des Baus hatte es im Stadtrat immer wieder Vorwürfe gegen die Verwaltung und das Architekturbüro gegeben. Doch als das Gebäude im Dezember 2023 eingeweiht wurde, waren sich alle einig: Die Stadt hat nun eine tolle Schule mit Vorzeigecharakter.

Gummidichtung war noch nicht montiert

Knapp ein halbes Jahr später, genauer am ersten Juni-Wochenende 2024, kam es allerdings zu einem Zwischenfall. Wie die Verwaltung kürzlich im Bauausschuss bekannt gab, war während eines Starkregens Wasser in den Keller eingedrungen. Zwar musste nicht abgepumpt werden, aber es hatten sich zahlreiche Pfützen gebildet. „Die gesamte Kellerfläche war betroffen“, bestätigte Bürgermeister Thomas Gesche (CSU).

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Die Ursache sei, so heißt es im Bericht des Stadtbauamts, nicht sofort erkennbar gewesen. Man habe aber eine Vermutung gehabt, die sich auch bestätigt habe. Demnach hatte eine Firma, die durch die Außenmauer eine Vielzahl von Elektrokabeln eingeführt hatte, an besagter Stelle die Gummidichtung noch nicht montiert gehabt – angeblich weil weitere Arbeiten folgen sollten. Somit fand das Niederschlagswasser am Tag des Unwetters einen einfachen Weg ins Innere.

„Kein Elementarschaden“

Die Hausmeister kümmerten sich um die Sofortmaßnahmen, doch der Verwaltung sollte die Hauptarbeit erst bevorstehen: Zum einen versuchte sie, durch Trocknungsmaßnahmen Folgeschäden zu verhindern, zum anderen informierte sie die Bayerische Versicherungskammer. Die lehnte eine Schadensregulierung jedoch ab, weil es sich, trotz des erwähnten Starkregens, nicht um einen sogenannten Elementarschaden handle.

Die Verwaltung akzeptierte dies – und versuchte nun, die Elektrofirma in die Verantwortung zu nehmen. Die sollte den Vorfall ihrer Betriebshaftpflichtversicherung melden. Nach „mehrfachem Schriftverkehr“ konnte ein Unternehmen beauftragt werden, eine Trocknungsanlage zu installieren. Wegen beschränkter Kapazitäten erfolgte dies aber erst am 31. Juli, also rund zwei Monate, nachdem der Kellerboden durchnässt worden war.

Kampf gegen Schimmelbildung

Nach vier Wochen wurde die Maßnahme abgebrochen. Laut Bürgermeister hatte sich herausgestellt, dass die Estrichtrocknung alleine nicht reichen würde. „Der Kellerboden muss direkt saniert werden“, auch aus Gewährleistungsgründen für Gewerke am Neubau.

Um der Restfeuchte im Raum entgegenzuwirken, wurden wenig später stadteigene Trocknungsgeräte aufgestellt. Erst vor wenigen Wochen wurden sie entfernt.

Parallel zu den Bemühungen, Schimmelbildung zu verhindern, wurde in Abstimmung mit einem Sachverständigen der Versicherung beschlossen, einen Sanierungsfahrplan erstellen zu lassen, und zwar von dem Architekturbüro, das den Schulbau begleitet hatte. Auch Planung und Ausschreibung der Arbeiten wurden veranlasst.

FWL-Rat Schießl bleibt skeptisch

Anfang Juni teilte die Versicherung zwar mit, dass sie die berechneten Sanierungskosten anerkenne. Doch nun entwickelte sich ein Streit über die Frage, wer als Auftraggeber der Arbeiten fungieren solle: die Versicherung? Die Firma, die sich bei ihr versichert hat? Oder die Stadt? Letztlich blieb der Ball im Feld der Kommune liegen. Sie soll die geschätzte Summe von fast 142 000 Euro verauslagen und womöglich nicht regulierbare Kosten tragen.

Der Ausschuss segnete den Vorschlag am 16. Juli mit großer Mehrheit ab. Nur Josef Schießl (FWL) stimmte mit Nein. Er sorgt sich, letztlich könnte an der Kommune doch ein größerer Betrag hängenbleiben. Gesche bestätigte, dass sich erst während der Arbeiten zeigen werde, was genau kaputt ist.